Arme Rentner
Die heutige Rentnergeneration hat weitgehend den Versprechen der Politik vertraut, an die sichere Rente geglaubt und viele sahen daher während ihres Erwerbslebens keinen Anlass selbst für die späteren Jahre vorzusorgen. Dieses Vertrauen wurde bei vielen nicht belohnt. In Deutschland lebten 2006 fast 400.000 Senioren mit Renten unterhalb des Sozialhilfeniveaus, auch solche, die eine ununterbrochene Erwerbsbiografie haben. Besonders betroffen davon sind Frauen, da ihnen die Ungleichbehandlung bei den Löhnen in ihrer aktiven Zeit nun auch im Ruhestand durch entsprechend geringere Ansprüche anhängt. Die durchschnittliche Rente für Frauen beträgt bundesweit gerade einmal 465 Euro, bei Männern immerhin 969 Euro. Seltene und sehr geringe Rentenerhöhungen weit unterhalb der Teuerungsrate verschlimmern stetig die Situation der Betroffenen. Altersarmut ist kein hohles Schlagwort sondern bittere Realität – Tendenz steigend.
Um das Überleben zu sichern bleibt diesen Menschen meist keine Wahl als der Gang zum Sozialamt. Wer nicht über anderweitige Einkünfte oder Vermögen verfügt hat Anspruch auf die so genannte staatliche Grundsicherung. Dieses seit dem Jahr 2003 existierenden Instrument soll die schlimmste Not der Pensionisten lindern und ihre Einkünfte auf das Höhe des Existenzminimums bringen. Darunter versteht man aktuell einen Betrag von 347 Euro im Monat. Hinzu gerechnet werden Miete und Nebenkosten einschließlich der Heizung. Damit lässt sich das Alter freilich ebenfalls nicht unbeschwert genießen, es macht die Not aber etwas erträglicher.
Trotzdem scheuen viele Anspruchsberechtigten diesen Zuschuss zu beantragen. Oft ist Scham der Grund, in anderen Fällen befürchtet mancher der Staat würde bei den eigenen Kindern Rückgriff nehmen.
jetzt kommentieren? 23. April 2008