Tagesarchiv für den 10. Mai 2008
Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet ihren Angestellten mindestens ein Angebot zur Altersvorsorge anzubieten. Eine sinnvolle und von den meisten Arbeitnehmern gern genutzte zusätzliche Vorsorgemaßnahme für das Rentenalter. Neben steuerlichen Vorteilen während der Ansparphase kann es sogar Zuschüsse vom Unternehmen geben, abhängig von den Vereinbarungen im Arbeits,- oder Tarifvertrag.
Aber auch bei der Betriebsrente nimmt er, was er auf der einen Seite gibt. Während er die Bürger zur privaten Altersvorsorge animiert und dabei auch unterstützt, entwickelt er immer neue Ideen, wie er auf Kosten der Rentner Finanzlöcher stopfen kann.
Diesmal sind es die Krankenversicherungen, die in den Genuss der Sparleistungen für die Betriebsrente kommen. In 2004 wurde beschlossen, dass auch auf die Betriebsrente Krankenkassenbeiträge zu entrichten sind. Perfide dabei: nicht nur der Arbeitnehmeranteil wird fällig, der künftige Rentner hat auch den Arbeitgeberanteil abzuführen. Hinzu kommt noch der Anteil für die Pflegeversicherung. Diese Regel gilt seit 2004. Wer sich freut seinen Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge vorher abgeschlossen zu haben, wird eine herbe Enttäuschung erleben. Diese Abgabepflicht gilt rückwirkend auch für Altverträge. Eine einzige kleine Ausnahme sind Einmalzahlungen aus dem Kapital bis höchstens 14910 EUR. Auf diesen Betrag werden keine Krankenkassenbeiträge fällig, alle anderen müssen wohl oder übel zahlen. Um beim Beginn des Rentenbezugs keine böse Überraschung zu erleben, sollte man diesen Umstand unbedingt in seine Finanzplanung aufnehmen und gegebenenfalls die so entstehende Lücke mit einer zusätzlichen Maßnahme auffüllen. So fällt bei der Riester-Rente überhaupt kein Kassenbeitrag an, bei der gesetzlichen Rente ist nur der Arbeitgeberanteil fällig.
10. Mai 2008
Wer noch Platz im Portemonnaie hat für eine weitere Kundenkarte kann demnächst auf besonders originell Weise etwas für seine Rente tun. Das Projekt „Deutschlandrente”, ins Leben gerufen von zwei Versicherungskonzernen, basiert auf dem Prinzip des Bonuspunktesammelns, wie wir es von zahllosen Unternehmen kennen. Wer viel einkauft erhält Rabatte oder Geschenke, ist aber in seiner Auswahl auf den bestimmten Anbieter beschränkt. Wer auch mal bei der Konkurrenz shoppen geht, verschenkt seine Prämie.
Einkaufen gehen soll der Kunde künftig auch für seine Deutschlandrente. Grundlage dieses Produkts ist, wie bei anderen Angeboten auch, ein Vertrag mit dem in einem Fond regelmäßige Beträge angelegt werden, genauer ab 19,90 EUR pro Monat. Vereinbart wird eine spätere Auszahlung des eingezahlten Kapitals zuzüglich der Rendite als lebenslange Rente. Soweit unterscheidet sich das Produkt nicht von anderen Angeboten. Die Besonderheit besteht in der Möglichkeit, durch Einkäufe bei bestimmten Vertragspartnern Boni zu sammeln, die den monatlichen Anlagebetrag entsprechend der getätigten Umsätze erhöhen. Soweit eine verlockende Idee mit dem täglichen Einkauf auch gleich die spätere Rente aufzubessern. Die Auswahl ist dabei durchaus groß, da beinahe zweihundert Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen, von der Fluglinie bis zur Drogeriekette, dem System angehören. Allerdings fehlen bis jetzt noch einige grundlegende Dinge des täglichen Lebens, so kann man bis jetzt beim Tanken nichts für die Altersvorsorge tun – ärgerlich, da gerade hier erhebliche Umsätze getätigt werden könnten. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man den Rest seines Erwerbslebens auf diese Firmen angewiesen bleibt, will man den Vertrag sinnvoll einsetzen. Weiterer Nachteil: die Umsätze müssen, jedenfalls nach augenblicklichem Stand, weitgehend im Internet getätigt werden. Das ist nicht jedermanns Sache und für den täglichen Bedarf auch nicht eben praktisch. Da sollte man sich vorher genau ausrechnen, ob man mit günstigem Einkauf bei freier Wahl des Anbieters nicht mehr sparen kann als man hier als Bonus erhält. Diese Ersparnis anzulegen bringt die private Altersvorsorge genauso voran.
10. Mai 2008
Die Entscheidung für einen Anbieter ist bei langfristigen Verträgen für die Altersvorsorge oft eine Entscheidung fürs Leben. Lebensversicherungen oder Rentensparverträge zu kündigen ist in den meisten Fällen keine gute Idee, da dieser Schritt mit hohen finanzielle Verlusten einhergeht. So haben Lebensversicherungsverträge einen bestimmten Rückkaufwert. Dieser umfasst beileibe nicht, wie man unbedarft vermuten könnte, auch das bereits eingezahlte Kapital, sondern ist ein mehr oder weniger willkürlich festgelegter Preis für den Vertragsausstieg. Nicht nur einen großen Teil des Ersparten, sondern auch die gesamte bereits erzielte Rendite verleibt sich die Versicherung ein. Ein solcher Schritt sollte daher nur in dringenden Notfällen eine Option sein und der Vertrag kein unentbehrlicher Bestandteil der Altersvorsorge.Auch bei einem Anbieterwechsel hat ein Riester-Vertrag wieder einmal die Nase vorn. Die oben beschriebenen Probleme und vor allen Dingen Kosten fallen hier nicht an oder nur zu einem geringen Teil. Haben sie einen attraktiveres Unternehmen gefunden von dem sie glauben, dass es ihr Kapital erfolgreicher vermehrt, so fallen lediglich Gebühren an, die sie an ihren bisherigen Vertragspartner entrichten müssen. Dies aber auch nur dann, wenn sie von Anfang an Bestandteil ihres Vertrages war. Mehr als hundert Euro dürften auch in dabei nicht anfallen, so dass sich eine Marktbeobachtung stets lohnt. Eine besonders hohe Ertragssteigerung dürfen sie erwarten, wenn ihr Vertrag noch möglichst viele Jahre läuft bis er zur Auszahlung kommt. Gerade die Höhe der späteren Riester-Rente ist bei den vielen Leistungsanbietern eine Variable, auf die man besonders Augenmerk haben sollte – die Unterschied sind mitunter groß. Den für ihre Bedürfnisse besten Partner vermittelt ihnen unparteiisch ein unabhängiger Finanzberater.
10. Mai 2008