Tagesarchiv für den 24. Mai 2008

Endlich in Rente!

Die Pläne beziehungsweise die bereits umgesetzte Gesetzgebung zum Renteneintrittsalter stößt bei der Mehrzahl der europäischen Arbeitnehmer nicht unbedingt auf Gegenliebe. Eine aktuelle Studie hat sich mit den Meinungen der Erwerbstätigen in über sechsundzwanzig Ländern auseinander gesetzt. Das Ergebnis zeigt für Deutschland, dass die Heraufsetzung des Rentenalters auf Siebenundsechzig eine Mehrheit ablehnt. Die meisten würden gerne spätestens mit vierundsechzig Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden. In dieser Ansicht spiegelt sich bereits ein Stück weit die akzeptierte Notwendigkeit wider, dass ein früher Renteneintritt immer weniger wahrscheinlich wird. Im Vorjahr nämlich lag diese Wunschgrenze noch ein Jahr niedriger. Könnten die Deutschen wie sie wollten, würden sie bereits mit neunundfünfzig die Arbeit niederlegen. Das die Rente mit Siebenundsechzig bei der diesjährigen Untersuchung auf etwas höherer Akzeptanz trifft, hat wohl wenig mit den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung zu tun.

Immerhin ist sich eine überwältigende Mehrheit inzwischen darüber im Klaren, dass man selbst für das Alter vorsorgen muss, will man als Rentner nicht in Armut leben. Der gesetzlichen Rentenversicherung trauen nur noch Wenige zu, die Vorsorge ausreichend zu gewährleisten. Etwa Dreiviertel der Arbeitnehmer haben dieser Erkenntnis bereits Konsequenzen folgen lassen und sparen für die private Altersvorsorge. Immerhin mit einem Durchschnittsalter von Einundreißig fängt der Deutsche mit dem Sparen schon an, deutlich früher als die Bürger der meisten anderen Nationen.

Auf Experimente lassen sich dabei allerdings nur wenige ein. Die Sicherheit der Anlage steht in der Prioritätenliste ganz oben. Nur eine Minderheit ist bereit, sich für eine höhere Rendite auf spekulative Anlageformen wie etwa Rentenfonds, einzulassen. Es wird mittlerweile sogar mehr in die private Altersvorsorge investiert als im Vorjahr. Ein Grund dafür ist bei vielen die Angst im Alter nicht ausreichend versorgt zu sein. Über die Hälfte erwartet, dass es ihnen im Rentenalter schlechter geht als während des Erwerbslebens. Nicht wenige erwarten sogar, dass sie als Rentner weiter werden arbeiten müssen.

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