Monatsarchiv für Juni, 2008
Geld macht, wie der Volksmund behauptet, allein nicht glücklich. Allerdings scheint es laut einer aktuellen Studie das Leben messbar zu verlängern. Festgestellt wurde in dieser Untersuchung, dass Rentner umso länger leben, je höher ihre Altersbezüge sind.Bei dieser festgestellten längeren Lebenserwartung handelt es sich nicht um kurze Zeiträume, sondern um ganz erhebliche Werte. Nach Analyse von Daten der Rentenkasse und weiterer statistischer Quellen ergab sich, dass der Unterschied zwischen einem, salopp gesagt, zwischen einem armen und einem reichen Rentner bis zu fünf Jahren beträgt. Ob das Geld allein für dieses Phänomen verantwortlich ist, bezweifeln die Forscher zwar. Das höhere Alterseinkommen ist jedoch ein Indiz für andere Faktoren, die sich auf Gesundheit und damit die Lebenserwartung auswirken können. In aller Regel werden höhere Einkommen und damit höhere Rentenanwartschaften in Berufen erzielt, die keine körperlichen Anstrengungen mit sich bringen. Nahe liegend ist auch die Annahme, dass ein höhere Einkommen auch ein zumindest in finanzieller Hinsicht sorgen freieres Leben zur Folge hat; das Sorgen nicht zum Wohlbefinden beitragen und psychosomatisch bedingte Krankheiten hervorrufen, ist mittlerweile eine anerkannte wissenschaftliche Erkenntnis. Auch bietet das Lebenseinkommen einen Hinweis auf die Bildung des Betroffenen. Wer gut verdient, ist meistens auch gut ausgebildet und somit auch gebildeter als ein Bezieher eines niedrigen Einkommens. Erfahrungsgemäß tun Menschen umso mehr für ihre Gesundheit, je gebildeter sie sind. Dazu gehört eine gesunde Ernährung ebenso wie die Wahrnehmung von Vorsorgemaßnahmen und ausreichende Erholungsphasen. Wer genug Geld hat, wohnt auch gesünder, das heißt in besseren Gegenden mit mehr Ruhe, mehr Komfort und saubererer Luft. Wer sein Leben in einer Wohnung an einer stark befahrenen Hauptverkehrsstraße verbringt, ist gegenüber dem Villenbewohner im grünen Vorort zwangsläufig im Nachteil. Vermutlich war der gutverdienende auch seltener oder niemals arbeitslos, ein weiterer Stressfaktor, der die Gesundheit belastet. Auch kann der reichere finanzielle Einbußen besser verkraften, die in Zukunft auf Grund der Auswirkungen der Rentenreform für jeden zu erwarten sind. Die Forscher erwarten daher eine Steigerung des erkannten Phänomens, da die Einkommensunterschiede immer deutlicher ausfallen werden und dagegen bis heute keinen geeigneten Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Im Gegenteil werden auch die Leistungen der Krankenkasse immer weiter eingeschränkt. Die Untersuchung betraf übrigens nur Männer, da bei Frauen oft lange Unterbrechungen im Arbeitsleben vorliegen, die das Ergebnis verfälscht hätten.
30. Juni 2008
Die Renten steigen langsam, wenn überhaupt. Die diesjährige Erhöhung war die erste seit langem und gleicht nicht einmal annähernd die Teuerungsrate der vorangegangenen Jahre aus. Die Inflation dagegen erreicht jedes Jahr neue Rekordhöhen; sie ist so hoch wie seit den siebziger Jahren nicht mehr. Die Folge: die Kaufkraft der Renten sinkt kontinuierlich. Wer ohnehin nur eine kleine Rente erhält, steuert unvermeidlich darauf zu, irgendwann Sozialleistungen in Anspruch nehmen zu müssen.Die Sozialverbände haben nun einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, um wenigstens ein durch die wirtschaftliche Entwicklung unumgängliche Senkung der Renten zu verhindern, wenn sie denn schon nicht mehr regelmäßig erhöht werden können. Dieser Kaufkraftverlust ist durchaus keine Kleinigkeit und macht sich für den Einzelnen im Laufe der Jahre deutlich bemerkbar. So liegen Berechnungen vor die belegen, dass in allein in den letzten vier Jahren jedem Rentner wenigstens zehn Prozent seiner Bezüge durch die Inflation aufgefressen wurden.
Um dem entgegen zu wirken schlagen die Sozialverbände vor, die Renten an die aktuelle Inflationsrate anzupassen, sofern im jeweiligen Jahr zum einen keine Rentenerhöhung vorgenommen wurde und falls doch, diese unterhalb der Teuerung des Vorjahrs liegt, die Bruttolöhne aber stärker gestiegen sind. Für die diesjährige Rentenerhöhung hätte dies einen zusätzliche Quote von etwa 0,3 Prozent ergeben, wäre man diesem Vorschlag schon gefolgt.
Das kostet natürlich zusätzliches Geld. Finanziert werden soll der dafür fällige Betrag von etwa sechshundert Millionen Euro aus den Rücklagen der Rentenversicherung, die nach wie vor über ausreichende Reserven verfügt, um dieses Belastung zu tragen. Die Maßnahme scheint umso notwendiger, da ab dem Jahr 2010 durch dann greifende Regelungen der Rentenreform die ersten Kürzungen der Altersbezüge erfolgen werden. Um diese Minimalanpassung auch zu garantieren, müsste der Riester-Faktor ebenfalls aus der Rentenberechnung heraus genommen werden. Ein Inflationsschutz der Renten wäre für den Haushalt dauerhaft günstiger, als immer mehr verarmende Rentner durch Sozialleistungen zu unterstützen.
30. Juni 2008
Sommerzeit ist auch Ferienzeit. In diesen Tagen beginnen in den ersten Bundesländern die Sommerferien. Das bedeutet für die Schüler nicht nur sechs Wochen Ruhe vor der Penne, sondern bieten auch eine gute Gelegenheit, das Taschengeld aufzubessern. Vielen bleibt ohnehin keine Wahl, als etwas hinzuverdienen, da die sinkenden Einkommen der Eltern und die steigenden Preise sich nahe liegender Weise auch auf die finanzielle Ausstattung der Kinder niederschlagen. Für Studenten gilt dies in besonderem Maße, da sie meist ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft bestreiten müssen. Wer dies auch ohne Ferienjob schafft, arbeitet für eine größere Anschaffung oder für den nächste Urlaub.Schüler und Studenten genießen bei der Arbeit einen ganz besonderen Vorteil, um den sie wohl von den meisten Arbeitnehmern beneidet werden. Ihr Einkommen, dass sie in der schulfreien Zeit erhalten, ist befreit von allen Sozialabgaben und die abgeführte Lohnsteuer erhält man problemlos wieder mit dem Lohnsteuerjahresausgleich zurück. Von diesem Vorteil profitiert im Übrigen auch der Chef, denn auch er muss weder Beiträge für die Rentenversicherung noch für die Pflegeversicherung abführen. Arbeitet man für Brutto gleich Netto macht auch ein mieser Job fast schon Spass und auch schwache Stundenlöhne können sich auf diese Weise rechnen.
Diese schöne Regelung gilt jedoch nicht uneingeschränkt. In bestimmten Fällen werden dann leider doch Abgaben fällig. Keinen Einfluss auf eventuelle Abgaben hat es, wenn man dauerhaft einen Minijob bestreitet, sofern man mit diesem nicht mehr als vierhundert Euro im Monat verdient. Es spielt auch keine Rolle, wie viel man in den Ferien verdient – auch wer das Glück hat eine Arbeit zu finden die sehr gut bezahlt wird, darf das ganze Geld behalten. Eine Einschränkung gibt es in der zeitlichen Dauer der Beschäftigung. Mehr als 2 Monate pro Jahr oder fünfzig Werktage sind nicht drin, will man nicht unter die Sozialversicherungspflicht umgehen. Wer länger arbeiten will, kann dies wiederum nur nach den Regeln eines 400-Euro-Jobs, andernfalls wird er versicherungspflichtig.
22. Juni 2008
Laut Statistik wollen immer mehr Deutsche vor dem regulären Renteneintrittsalter in den Ruhestand gehen. Diese nackte Tatsache täuscht allerdings über die wahren Hintergründe für diese Entscheidung hinweg. Es ist keineswegs so, dass die Deutschen fauler geworden sind und auf Arbeit keine Lust mehr haben weshalb sie sich beizeiten aus dem Arbeitsleben verabschieden wollen. Oft bleibt gar keine andere Wahl als ein vorzeitiger Renteneintritt, da der Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer immer weniger Gelgenheiten bietet und viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ab einem bestimmten Lebensalter gerne los werden wollen.Untersucht man das Phänomen Frühverrentung genauer, ergibt sich ein differenziertes Bild, das den ersten Anschein als Trugschluss entlarvt. Tatsächlich verhält es sich so, dass gerade die Gutverdiener in der Regel gerne in ihrem Job arbeiten und gar nicht daran denken ihn vorzeitig aufzugeben. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Personengruppe versucht so lange wie möglich am Arbeitsplatz zu bleiben und schöpft die Zeitspanne bis zum regulären Renteneintritt gerne aus.
Grund dafür ist nicht nur die starke Identifikation mit ihrer Arbeit. Gerade der männliche Anteil unter den Gutverdienern schätzt auch den mit ihre Tätigkeit verbundenen Status, dessen Verlust sie so lange wie möglich aufschieben wollen.
Das Risiko der Frühverrentung steigt, wenn im fortgeschrittenen Alter Zeiten der Arbeitslosigkeit vorkommen. Je höher das Lebensalter, desto schwieriger ist es wieder einen Job zu finden.
Ironischer Weise sind gerade Arbeitnehmer mit hohem Einkommen die einzigen, die einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben überhaupt finanziell verkraften können. Der Abschlag auf die Rente kostet pro Jahr dreieinhalb Prozent – diesen Verlust kann man nur bei einer hohen Altersrente verkraften. Zu ihm gibt es auch keinen späteren Ausgleich, sondern er gilt dauerhaft für die gesamte Bezugsdauer. Wer kein Kapital hat, um diese Lücke auszugleichen, sollte die Frühverrrentung möglichst vermeiden. Ein Zusatzeinkommen ist für die meisten Frührentner zwingend notwendig, um nicht unter die Grenze der Grundsicherung zu fallen.
22. Juni 2008
Eine Lebensversicherung gehört zu den mitunter sinnvollen Vorsorgeprodukten für das Rentenalter. Diese Sparform erfreut sich in Deutschland nach wie vor großer Beliebtheit die auch immer noch zunimmt. Ob man sich zu diesem Schritt entschließen sollte, bedarf allerdings gründlicher Überlegung, will man anstatt Kapital zu bilden dieses nicht verlieren.Die Vorteile einer solchen Versicherung sind nämlich dahin, wenn man im Laufe der Vertragszeit in eine Situation gerät, in der man die laufenden Beiträge nicht mehr bezahlen kann oder man dringend das im Vertrag angesparte Kapital benötigt. Der Verlust, den man dabei in Kauf nehmen muss, kostet nämlich nicht nur die Rendite, sondern auch einen bedeutenden Anteil des gesparten Geldes. Auf Grund der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung kommen inzwischen immer mehr Menschen in die Verlegenheit, ihren Lebensversicherungsvertrag vor der Zeit kündigen zu müssen.
Eine aktuelle Untersuchung hat ermittelt, wie hoch der Verlust beim so genannten Rückkauf einer Lebensversicherung konkret ausfällt. Generell kann man die Aussage treffen, dass der Verlust umso größer ist, je früher man die Versicherung kündigt. Am Beginn der Laufzeit dienen die gezahlten Beiträge nämlich erst einmal dazu, die Vertragskosten zu decken, daß heißt die dafür gezahlten Provisionen zu kompensieren. Diese sind gerade bei Lebensversicherungen besonders hoch, da das Produkt offensiv vertrieben wird. Im Schnitt sind es über dreitausend Euro, die man auf diese Weise verliert. Im ungünstiges Fall zahlte ein Anbieter nur noch etwa zwei Drittel des gesparten Geldes an den Kunden zurück; der Rest fällt ins Vermögen der Versicherung. Diese machen mit dem Rückkauf insgesamt ein sehr lukratives Geschäft. Tatsächlich wird nur etwas ein Viertel aller Verträge bis zum Ende geführt, alle anderen werden vorzeitig beendet. Wer sich nicht sicher ist, dass er das dort angelegte Geld über die Gesamtlaufzeit entbehren kann und er für alle Wechselfälle des Lebens auf andere Ressourcen zurück greifen kann, sollte sich Alternativen überlegen. Eine Geldanlage in einem Fonds hat zum Beispiel den Vorteil jederzeit weitgehend verlustfrei wieder an sein Kapital zu kommen und man kann problemlos die Einzahlungen stoppen, wenn die Mittel einmal knapp werden.
22. Juni 2008
Was man vielleicht schon instinktiv vermutet hätte, belegt nun eine kürzlich durchgeführte Studie zur Beratungsqualität für Produkte zur Altersvorsorge. Im Ergebnis scheidet der Bankberater dabei deutlich besser ab als der Versicherungsvertreter.Anlass der Studie war es festzustellen, ob die neue Richtlinie der europäischen Union für das Vermittlungswesen einen qualitativen Einfluss auf die Beratung ausgeübt hat. Die bereits dreimal zuvor gemachte Studie hat diesem Daten von über sechshundert Beratungsgesprächen bei fast dreissig Instituten erfasst und bewertet. Dabei wurde sowohl die Beratung für Selbstständige als auch für Angestellte getestet.
Die Richtlinie spielte bei den Testgesprächen allerdings nur selten eine Rolle. Zwar bemühten sich alle, die vielfältigen Informationen, die sie verpflichtet sind zu geben, dem Kunden zukommen zu lassen. Allerdings geschah dies in der Regel nicht durch eine zusammenfassende Erklärung, sondern durch Übergabe von sehr voluminösen Unterlagen, aus denen der Kunde sich diese Infos selbst zusammen suchen muss. Die häufig eingesetzten Computerprogramme zur Unterstützung des Gesprächs schufen da keine Abhilfe.
Fast die Hälfte der Verkäufer machte sich gar keine Notizen zum Gespräch, wozu er eigentlich verpflichtet ist. Nur ein Bruchteil erhielt im Anschluss eine Dokumentation der Beratung, bevor er den Vertrag unterschreiben sollte.
Ob der Kunde richtig beraten wurde, hängt nach wie vor vom Zufall ab. Nur etwa ein Drittel der getesteten Unternehmen analysierte die Verhältnisse des Ratsuchenden einigermassen umfassend. Ob man gerade bei einem dieser Unternehmen landet bleibt reine Glücksache; andernfalls legt man seine Altersvorsorge möglicherweise in die falschen Hände oder wählt ungeeignete Produkte.
Die Banken liegen in der Qualität leicht vor den Versicherungen, obwohl sie sich insgesamt nur um wenige Prozentpunkte unterscheiden.
Riester, – und Rürup – Rente wurden weitgehend der richtigen Zielgruppe empfohlen. Allerdings nicht alle Banken und Versicherungen machen ihre potentiellen Kunden auf die staatlichen Zuschüsse zur Altersvorsorge aufmerksam. Dort wo dies geschehen ist, wurde aber das richtige Produkt für Angestellte und Selbständige angepriesen.
18. Juni 2008
Altersvorsorge hat nicht nur etwas mit Rente und Finanzen zu tun, sondern ist ein Prozess, der sich durch alle Lebensphasen zieht und in jeder einzelnen Phase besondere Anforderungen an den Einzelnen stellt. Denn es gehört auch zu einem erfüllten und glücklichen Dasein als späterer Rentner, dass man sein Leben auch genossen und augefüllt hat. Versäumt man einzelne oder gar alle Abschnitte des eigenen Daseins voll auszukosten, wird man im Alter auch mit guter finanzieller Versorgung mit Reue verpassten Chancen nachtrauern, statt dieses Stadium voll geniessen zu können.Altersvorsorge bedeutet also, in jedem Lebensalter alles zu tun, damit der nächste Abschnitt zu seinem Recht kommt und voll gelebt werden kann. Das fängt schon als Jugendlicher an, wenn man sich selbst beginnt kennen zu lernen und sich langsam aber sicher von seinen Eltern zu lösen beginnt. Diese Loslösung muss gelingen, will man nicht den Rest seines Lebens an dieser Nabelschnur hängen bleiben. Auch Chaos gehört zu diesem Lebensabschnitt dazu, das man einfach akzeptieren sollte. Ab dem zwanzigsten Lebensjahr beginnt man, sich privat und beruflich zu etablieren. Hier gilt es den Spagat zu meistern, sowohl sein Beziehungsleben als auch die Erfordernisse von Ausbildung und beruflichem Aufstieg unter einen Hut zu bringen. Hier bleiben viele Beziehungen aus der Jugendzeit auf der Strecke, daher muss man nun, will man nicht in die Einsamkeit abgleiten, neue dauerhafte Kontakte knüpfen. Ab Dreissig haben die meisten, wenn es gut läuft, den Schritt geschafft und sowohl eine Familie gegründet als auch ihren beruflichen Werdegang eingeschlagen und sich etabliert. Zwar ist es für das Wohlbefinden und die Gesundheit günstig, lebt man in einer Partnerschaft; allerdings sollte dies auch harmonisch und bereichernd sein, sonst schlägt der Effekt ins Gegenteil um. In dieser Lebensphase versucht man etwas zu hinterlassen, sei es, dass man die eigenen Vorstellungen an den Nachwuchs weiter gibt, sei es, dass man beruflich etwas aussergewöhnliches leistet, dass die Generationen überdauern soll. Ab Vierzig merkt man langsam, dass man älter wird und erkennt vielleicht, dass es noch einiges zu tun gibt im Leben, das man nicht versäumt haben will. Die Kinder sind in der Regel jetzt erwachsen, was heisst, dass man nun mit seinem Partner alleine zurück bleibt. Diese Herausforderung gilt es zu meistern, damit die Beziehung nicht daran zerbricht. Ab Fünfzig besinnt man sich oft auf seine Wurzeln und ordnet das eigenen Leben in den Kontext der Generationen. Das fällt leichter, wenn man hin nimmt, das man das Alter nicht aufhalten kann. Gelingt dies, hat man auch ab dem Sechzigsten keine Probleme damit, das Leben mit immer mehr Gelassenheit zu nehmen. Ganz wichtig ist im Alter, dass man ein soziales Netz zur Verfügung hat, das man sich in den Jahrzehnten zuvor aufgebaut haben muss. Nichts ist verheerender für Gesundheit und Wohlbefinden, als Einsamkeit im Alter.
18. Juni 2008
Schon zu Adenauers Zeiten gab es warnende Stimmen, die die Finanzierbarkeit der deutschen Rentenversicherung in Frage stellten. Es half aber nichts, die staatliche Altersvorsorge wurde auf das heutige Prinzip der Umlage umgestellt und an die Lohnentwicklung gekoppelt. Dieses Prinzip funktionierte leidlich, solange die wirtschaftliche Entwicklung gut und die Demoskopie erwartungsgemäss verlief. Aber wie man an der problematischen Diskussion anlässlich der letzten Rentenerhöhung wieder einmal ablesen konnten, krankt das System an einem falschen Ansatz.Die Unterfinanzierung der deutschen Rentenversicherung war schon seit seit langem voraus zusehen; dies lässt sich leicht dem jedes Jahr zu erstellenden Bericht zum Zustand der Rentenkasse ablesen. Schon unzählige Male wurden Diskussionen zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung angestossen, aber niemals im nötigen Umfang durchgesetzt, aus Angst, allzu viele Wähler damit zu verprellen. Vielmehr wurde wider besseres Wissen die Parole ausgegeben, die Rente sei sicher. An den obligatorischen Finanzprognosen, die der jährliche Rapport enthalten muss, ist die dramatische Entwicklung der Altersversorgung leicht abzulesen. Nur mit Zuschüssen aus Steuergeldern lässt sich das vorgeschriebenen Mindestniveau langfristig noch halten. Da sich Beitragserhöhungen nicht beliebt durchsetzten lassen stellt sich die Frage, ob das Mindestniveau der Rente sich dauerhaft halten lässt.
Um dem entgegen zu wirken, wurden etwa das Renteneintrittsalter kontinuierlich erhöht, was letztendlich auf eine Rentensenkung hinausläuft, wenn man seine Altersrente insgesamt kürzer bezieht. Schon heute ist aber absehbar, dass damit das Problem nicht gelöst ist. Vielmehr wird die zur Zeit im Berufsleben stehende Beitragszahler zwar immer stärker belastet, obwohl ihr Rentenanspruch zwangsläufig wesentlich geringer sein wird als der heutiger Rentner mit vergleichbaren Einzahlungsleistungen.
Ein erster Ansatz zu einem Systemwechsel war die Einführung der so genannten Riester – Rente, die genauso wie die betriebliche Altersversorge auf dem Kapitaldeckungsverfahren beruht. Zwar erhält der Sparer staatliche Zuschüsse beziehungsweise steuerliche Vergünstigungen, seine Rente erhält er aber aus dem von ihm angesparten Kapital, nicht aus den Leistungen der berufstätigen Beitragszahler. Eine langfristige Lösung des Rentenproblems liegt aus heutiger Sicht im Ausbau kapitalgedeckter Vorsorgemassnahmen zum Ausgleich der dauerhaft sinkenden staatlichen Altersrente.
18. Juni 2008
Warren Buffet ist wohl eine der grössten Börsenlegenden, die es jemals gab. Er hat mit dem richtigen Riecher an der Börse soviel Geld gemacht, dass seine Firma heute zu Recht als eine der bester der Welt gilt. Gehandelt hat er nach fünf einfachen Grundregeln, die auch jedermann für eine optimale Altersvorsorge nutzen kann. Nach diesen Regeln geht in Gelddingen nichts mehr schief und ein Vermögensaufbau wird für alle zum Kinderspiel. Zwar werden jetzt nicht alle so reich wie Warren Buffet, aber ein von Geldsorgen unbelastetes Alter ist dabei (fast) garantiert. Angesichts der gerade festgestellten Unbedarftheit grosser Bevölkerungsteile in Gelddingen, bringen diese Handlungsanweisungen vielleicht auch den weniger informierten in seinen Finanzen voran.Zuerst sollte sie verinnerlichen, dass Geldanlagen nichts mit Gefühlen zu tun haben, sondern immer nur mit konkreten Informationen. Daher sollte sie niemals aus dem Gefühl heraus einen finanzielle Entscheidung treffen, sondern immer nur auf Grund von belastbaren Tatsachen, die sie zuvor ermitteln müssen. Daher sind weder Hochglanzprospekte noch vollmundige Verkäuferversprechen ihre Basis für eine Geldanlage, sondern unabhängig erlangte Informationen.
Wenn sie Geld in ein Wertpapier investieren sollte es eines sein, dass möglichst nur ein paar Eingeweihte kennen. So genannte Volksaktien und alle Papieren, die jedermann haben will und auch jedermann kauft, werden letztlich an der Börse keinen Gewinn bringen. Nur weil viele mit dem Strom schwimmen, bringt sie das noch lange nicht an ihr Renditeziel.
Altersvorsorge ist eine langfristige Angelegenheit. Genauso langfristig sollten sie auch ihr Portfolio zusammenstellen. Dies sollte nur Papiere enthalten, die sie behalten wollen. Nach Warren Buffet sollten das wenigstens zehn Jahre sein. Traut man einer Aktie zu wenig, um sie so lange ins Depot zu legen, sollte man es lieber ganz bleiben lassen. Konkret bedeutet dies, sie müssen Unternehmen finden, auf deren Zukunft sie setzen können und bei denen die gefundenen Informationen darauf hindeuten, dass Gewinne und langfristiges Wachstum zu erwarten sind. Die Altersvorsorge ist kein Feld für kurzfristige Spekulationen, sondern sie soll sich kontinuierlich und vorhersehbar vermehren.
Ihr Geld ist auch an der Börse sicher aufgehoben, wenn es ausreichend gut auf verschiedenen Werte verteilt ist, die auch gut zusammen passen sollten. Auf zu wenige Aktien zu setzten birgt immer das Risiko eines Totalverlustes, zuviele Aktien erschweren den Überblick und mindern auf Dauer die Rendite, da mit hoher Wahrscheinlichkeit nur ein Teil eines grossen Depots Gewinne abwerfen wird, die die anderen wieder auffressen. Der richtige Mix aus sich ergänzenden Papieren ist daher die richtige Wahl für die private Renten.
Stecken sie niemals ihr Geld in eine Sache, die sie nicht verstanden haben. Der Markt quillt über vor hochkomplizierten Finanzprodukten, die mitunter die Banken selbst kaum verstehen. Das gleiche gilt für einzelne Firmen. Wenn sie keine Vorstellung haben, womit das Unternehmen eigentlich sein Geld verdient, sollte sie die Finger davon lassen, da ihnen die nötigen Informationen fehlen um die Zukunftsaussichten dieser Firma zu beurteilen.
17. Juni 2008
Die Riester – Rente ist in nicht nur wegen ihrer Anrechenbarkeit auf die Grundsicherung in Kritik geraten. Nach Auffassung des juristischen Dienstes des Bundestages und der Europäischen Union verstossen verschiedene Regelungen darin gegen europäisches Recht.Eine böse Überrraschung wird nämlich erleben, wer sich als Rentner entschliesst seinen Ruhestand nicht im verregneten Deutschland sondern im sonnigen Süden oder anderswo im Ausland zu verleben. Die für die Altersvorsorge gewiss fest eingeplanten Riester – Bezüge sind dann nämlich unwiderbringlich weg. Die erhält nämlich nur derjenige, der im Land bleibt und hier auch seine Steuern zahlt. Wer sich dagegen dauerhaft im Ausland niederlässt fällt unter die dortigen Steuergesetze und dem deutschen Fiskus entgehen diese Einnahmen. Um zu verhindern, dass die Riester – Sparer zwar während ihres Berufslebens die steuerfreien Beiträge einzahlen und die staatlichen Zuschüsse kassieren, dann aber während der Bezugsdauer, in der auf die Riester – Rente Steuer zu zahlen sind, sich dieser Pflicht entziehen, hat der Gesetzgeber diesen Passus ins die Riester – Regeln geschrieben. Das halten nicht nur die Juristen der Bundesregierung für rechtswidrig, sondern auch die europäische Kommission, die dagegen klagen will. So sieht sie dadurch das Recht auf freie Wohnortwahl unzulässig eingeschränkt und die Riester – Rentner im Vergleich mit den Beziehern anderer Altersbezüge ungerechtfertigt benachteiligt. Etliche deutsche Unis sehen das an ihren juristischen Fakuläten wohl genauso. Dort muss das Riester – Gesetz als Beispiel für einen klassischen Verstoss gegen europäisches Recht herhalten.
So ist von den Vorzügen Riester – Rente ausgeschlossen, wer zum Beispiel hier seine Brötchen verdient, aber über der Grenze in einem Nachbarland lebt. Wer sich als Rentner entschliesst Deutschland zu verlassen, verliert nicht nur seine Ansprüche, sondern muss auch noch die gewährten staatlichen Zuschüsse wieder zurück zahlen. Davon sind besonders ausländische Arbeitnehmer betroffen, die im Ruhestand wieder in ihr Heimatland zurück ziehen. Angesichts dieser gravierenden Einschränkungen ist die Zweckmässigkeit eines Riester – Vertrags wiederrum in Frage gestellt, jedenfalls bis zur gegebenenfalls gerichtlichen Klärung der Rechtmässigkeit dieses Gesetzes.
17. Juni 2008
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