Tagesarchiv für den 22. Juni 2008
Sommerzeit ist auch Ferienzeit. In diesen Tagen beginnen in den ersten Bundesländern die Sommerferien. Das bedeutet für die Schüler nicht nur sechs Wochen Ruhe vor der Penne, sondern bieten auch eine gute Gelegenheit, das Taschengeld aufzubessern. Vielen bleibt ohnehin keine Wahl, als etwas hinzuverdienen, da die sinkenden Einkommen der Eltern und die steigenden Preise sich nahe liegender Weise auch auf die finanzielle Ausstattung der Kinder niederschlagen. Für Studenten gilt dies in besonderem Maße, da sie meist ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft bestreiten müssen. Wer dies auch ohne Ferienjob schafft, arbeitet für eine größere Anschaffung oder für den nächste Urlaub.Schüler und Studenten genießen bei der Arbeit einen ganz besonderen Vorteil, um den sie wohl von den meisten Arbeitnehmern beneidet werden. Ihr Einkommen, dass sie in der schulfreien Zeit erhalten, ist befreit von allen Sozialabgaben und die abgeführte Lohnsteuer erhält man problemlos wieder mit dem Lohnsteuerjahresausgleich zurück. Von diesem Vorteil profitiert im Übrigen auch der Chef, denn auch er muss weder Beiträge für die Rentenversicherung noch für die Pflegeversicherung abführen. Arbeitet man für Brutto gleich Netto macht auch ein mieser Job fast schon Spass und auch schwache Stundenlöhne können sich auf diese Weise rechnen.
Diese schöne Regelung gilt jedoch nicht uneingeschränkt. In bestimmten Fällen werden dann leider doch Abgaben fällig. Keinen Einfluss auf eventuelle Abgaben hat es, wenn man dauerhaft einen Minijob bestreitet, sofern man mit diesem nicht mehr als vierhundert Euro im Monat verdient. Es spielt auch keine Rolle, wie viel man in den Ferien verdient – auch wer das Glück hat eine Arbeit zu finden die sehr gut bezahlt wird, darf das ganze Geld behalten. Eine Einschränkung gibt es in der zeitlichen Dauer der Beschäftigung. Mehr als 2 Monate pro Jahr oder fünfzig Werktage sind nicht drin, will man nicht unter die Sozialversicherungspflicht umgehen. Wer länger arbeiten will, kann dies wiederum nur nach den Regeln eines 400-Euro-Jobs, andernfalls wird er versicherungspflichtig.
22. Juni 2008
Laut Statistik wollen immer mehr Deutsche vor dem regulären Renteneintrittsalter in den Ruhestand gehen. Diese nackte Tatsache täuscht allerdings über die wahren Hintergründe für diese Entscheidung hinweg. Es ist keineswegs so, dass die Deutschen fauler geworden sind und auf Arbeit keine Lust mehr haben weshalb sie sich beizeiten aus dem Arbeitsleben verabschieden wollen. Oft bleibt gar keine andere Wahl als ein vorzeitiger Renteneintritt, da der Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer immer weniger Gelgenheiten bietet und viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ab einem bestimmten Lebensalter gerne los werden wollen.Untersucht man das Phänomen Frühverrentung genauer, ergibt sich ein differenziertes Bild, das den ersten Anschein als Trugschluss entlarvt. Tatsächlich verhält es sich so, dass gerade die Gutverdiener in der Regel gerne in ihrem Job arbeiten und gar nicht daran denken ihn vorzeitig aufzugeben. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Personengruppe versucht so lange wie möglich am Arbeitsplatz zu bleiben und schöpft die Zeitspanne bis zum regulären Renteneintritt gerne aus.
Grund dafür ist nicht nur die starke Identifikation mit ihrer Arbeit. Gerade der männliche Anteil unter den Gutverdienern schätzt auch den mit ihre Tätigkeit verbundenen Status, dessen Verlust sie so lange wie möglich aufschieben wollen.
Das Risiko der Frühverrentung steigt, wenn im fortgeschrittenen Alter Zeiten der Arbeitslosigkeit vorkommen. Je höher das Lebensalter, desto schwieriger ist es wieder einen Job zu finden.
Ironischer Weise sind gerade Arbeitnehmer mit hohem Einkommen die einzigen, die einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben überhaupt finanziell verkraften können. Der Abschlag auf die Rente kostet pro Jahr dreieinhalb Prozent – diesen Verlust kann man nur bei einer hohen Altersrente verkraften. Zu ihm gibt es auch keinen späteren Ausgleich, sondern er gilt dauerhaft für die gesamte Bezugsdauer. Wer kein Kapital hat, um diese Lücke auszugleichen, sollte die Frühverrrentung möglichst vermeiden. Ein Zusatzeinkommen ist für die meisten Frührentner zwingend notwendig, um nicht unter die Grenze der Grundsicherung zu fallen.
22. Juni 2008
Eine Lebensversicherung gehört zu den mitunter sinnvollen Vorsorgeprodukten für das Rentenalter. Diese Sparform erfreut sich in Deutschland nach wie vor großer Beliebtheit die auch immer noch zunimmt. Ob man sich zu diesem Schritt entschließen sollte, bedarf allerdings gründlicher Überlegung, will man anstatt Kapital zu bilden dieses nicht verlieren.Die Vorteile einer solchen Versicherung sind nämlich dahin, wenn man im Laufe der Vertragszeit in eine Situation gerät, in der man die laufenden Beiträge nicht mehr bezahlen kann oder man dringend das im Vertrag angesparte Kapital benötigt. Der Verlust, den man dabei in Kauf nehmen muss, kostet nämlich nicht nur die Rendite, sondern auch einen bedeutenden Anteil des gesparten Geldes. Auf Grund der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung kommen inzwischen immer mehr Menschen in die Verlegenheit, ihren Lebensversicherungsvertrag vor der Zeit kündigen zu müssen.
Eine aktuelle Untersuchung hat ermittelt, wie hoch der Verlust beim so genannten Rückkauf einer Lebensversicherung konkret ausfällt. Generell kann man die Aussage treffen, dass der Verlust umso größer ist, je früher man die Versicherung kündigt. Am Beginn der Laufzeit dienen die gezahlten Beiträge nämlich erst einmal dazu, die Vertragskosten zu decken, daß heißt die dafür gezahlten Provisionen zu kompensieren. Diese sind gerade bei Lebensversicherungen besonders hoch, da das Produkt offensiv vertrieben wird. Im Schnitt sind es über dreitausend Euro, die man auf diese Weise verliert. Im ungünstiges Fall zahlte ein Anbieter nur noch etwa zwei Drittel des gesparten Geldes an den Kunden zurück; der Rest fällt ins Vermögen der Versicherung. Diese machen mit dem Rückkauf insgesamt ein sehr lukratives Geschäft. Tatsächlich wird nur etwas ein Viertel aller Verträge bis zum Ende geführt, alle anderen werden vorzeitig beendet. Wer sich nicht sicher ist, dass er das dort angelegte Geld über die Gesamtlaufzeit entbehren kann und er für alle Wechselfälle des Lebens auf andere Ressourcen zurück greifen kann, sollte sich Alternativen überlegen. Eine Geldanlage in einem Fonds hat zum Beispiel den Vorteil jederzeit weitgehend verlustfrei wieder an sein Kapital zu kommen und man kann problemlos die Einzahlungen stoppen, wenn die Mittel einmal knapp werden.
22. Juni 2008