Tagesarchiv für den 30. Juni 2008

Geld macht gesund

Geld macht, wie der Volksmund behauptet, allein nicht glücklich. Allerdings scheint es laut einer aktuellen Studie das Leben messbar zu verlängern. Festgestellt wurde in dieser Untersuchung, dass Rentner umso länger leben, je höher ihre Altersbezüge sind.Bei dieser festgestellten längeren Lebenserwartung handelt es sich nicht um kurze Zeiträume, sondern um ganz erhebliche Werte. Nach Analyse von Daten der Rentenkasse und weiterer statistischer Quellen ergab sich, dass der Unterschied zwischen einem, salopp gesagt, zwischen einem armen und einem reichen Rentner bis zu fünf Jahren beträgt. Ob das Geld allein für dieses Phänomen verantwortlich ist, bezweifeln die Forscher zwar. Das höhere Alterseinkommen ist jedoch ein Indiz für andere Faktoren, die sich auf Gesundheit und damit die Lebenserwartung auswirken können. In aller Regel werden höhere Einkommen und damit höhere Rentenanwartschaften in Berufen erzielt, die keine körperlichen Anstrengungen mit sich bringen. Nahe liegend ist auch die Annahme, dass ein höhere Einkommen auch ein zumindest in finanzieller Hinsicht sorgen freieres Leben zur Folge hat; das Sorgen nicht zum Wohlbefinden beitragen und psychosomatisch bedingte Krankheiten hervorrufen, ist mittlerweile eine anerkannte wissenschaftliche Erkenntnis. Auch bietet das Lebenseinkommen einen Hinweis auf die Bildung des Betroffenen. Wer gut verdient, ist meistens auch gut ausgebildet und somit auch gebildeter als ein Bezieher eines niedrigen Einkommens. Erfahrungsgemäß tun Menschen umso mehr für ihre Gesundheit, je gebildeter sie sind. Dazu gehört eine gesunde Ernährung ebenso wie die Wahrnehmung von Vorsorgemaßnahmen und ausreichende Erholungsphasen. Wer genug Geld hat, wohnt auch gesünder, das heißt in besseren Gegenden mit mehr Ruhe, mehr Komfort und saubererer Luft. Wer sein Leben in einer Wohnung an einer stark befahrenen Hauptverkehrsstraße verbringt, ist gegenüber dem Villenbewohner im grünen Vorort zwangsläufig im Nachteil.  Vermutlich war der gutverdienende auch seltener oder niemals arbeitslos, ein weiterer Stressfaktor, der die Gesundheit belastet. Auch kann der reichere finanzielle Einbußen besser verkraften, die in Zukunft auf Grund der Auswirkungen der Rentenreform für jeden zu erwarten sind. Die Forscher erwarten daher eine Steigerung des erkannten Phänomens, da die Einkommensunterschiede immer deutlicher ausfallen werden und dagegen bis heute keinen geeigneten Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Im Gegenteil werden auch die Leistungen der Krankenkasse immer weiter eingeschränkt. Die Untersuchung betraf übrigens nur Männer, da bei Frauen oft lange Unterbrechungen im Arbeitsleben vorliegen, die das Ergebnis verfälscht hätten.

jetzt kommentieren? 30. Juni 2008

Inflationsversicherung für Renten

Die Renten steigen langsam, wenn überhaupt. Die diesjährige Erhöhung war die erste seit langem und gleicht nicht einmal annähernd die Teuerungsrate der vorangegangenen Jahre aus. Die Inflation dagegen erreicht jedes Jahr neue Rekordhöhen; sie ist so hoch wie seit den siebziger Jahren nicht mehr. Die Folge: die Kaufkraft der Renten sinkt kontinuierlich. Wer ohnehin nur eine kleine Rente erhält, steuert unvermeidlich darauf zu, irgendwann Sozialleistungen in Anspruch nehmen zu müssen.Die Sozialverbände haben nun einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, um wenigstens ein durch die wirtschaftliche Entwicklung unumgängliche Senkung der Renten zu verhindern, wenn sie denn schon nicht mehr regelmäßig erhöht werden können. Dieser Kaufkraftverlust ist durchaus keine Kleinigkeit und macht sich für den Einzelnen im Laufe der Jahre deutlich bemerkbar. So liegen Berechnungen vor die belegen, dass in allein in den letzten vier Jahren jedem Rentner wenigstens zehn Prozent seiner Bezüge durch die Inflation aufgefressen wurden.

Um dem entgegen zu wirken schlagen die Sozialverbände vor, die Renten an die aktuelle Inflationsrate anzupassen, sofern im jeweiligen Jahr zum einen keine Rentenerhöhung vorgenommen wurde und falls doch, diese unterhalb der Teuerung des Vorjahrs liegt, die Bruttolöhne aber stärker gestiegen sind. Für die diesjährige Rentenerhöhung hätte dies einen zusätzliche Quote von etwa 0,3 Prozent ergeben, wäre man diesem Vorschlag schon gefolgt.

Das kostet natürlich zusätzliches Geld. Finanziert werden soll der dafür fällige Betrag von etwa sechshundert Millionen Euro aus den Rücklagen der Rentenversicherung, die nach wie vor über ausreichende Reserven verfügt, um dieses Belastung zu tragen. Die Maßnahme scheint umso notwendiger, da ab dem Jahr 2010 durch dann greifende Regelungen der Rentenreform die ersten Kürzungen der Altersbezüge erfolgen werden. Um diese Minimalanpassung auch zu garantieren, müsste der Riester-Faktor ebenfalls aus der Rentenberechnung heraus genommen werden. Ein Inflationsschutz der Renten wäre für den Haushalt dauerhaft günstiger, als immer mehr verarmende Rentner durch Sozialleistungen zu unterstützen.

jetzt kommentieren? 30. Juni 2008