Monatsarchiv für Juli, 2008

Altersvorsorge: Infos sammeln und Blockaden überwinden

Altersvorsorge ist nicht gleiche Altersvorsorge. Das merkt man spätestens dann, wenn man nach Jahren entbehrungsreichen Sparens feststellt, dass das angelegte Geld sich nicht vermehrt sondern verringert hat. Eine Ernüchternde Feststellung, die die finanzielle Sicherheit im Rentenalter gefährdet, und dass, obwohl man glaubte, alles richtig gemacht zu haben.Um sich nicht in die Armut zu sparen, müssen die Geldanlage mit Bedacht gewählt werden und die richtige Strategie muss zum Einsatz kommen.

Regel Nr. 1 lautet daher, nicht auf jedes Renditeversprechen herein zu fallen, dass einem irgendwo präsentiert wird. Beispiel Internet: viele so genannte Direktbanken, also solche ohne kostspieliges Filial,- und Vertreternetz, bieten vorderhand gute Konditionen, meist mit der Begründung, Kostenvorteile an die Kunden weiter zu geben. Die Standardprodukte dieser Anbieter sind meist Tagesgeldkonten, die deshalb so heißen, weil das Geld jederzeit abrufbar ist. Gut, wenn man sein Geld für einen gewissen Zinssatz arbeiten lassen will, es aber jederzeit zur Verfügung haben will. Die Zinsen sind hier naturgemäß niedriger als bei einer längerfristigen Anlage, da die Bank jederzeit damit rechnen muss, dass der Kunde das Kapital entzieht. Das ist in der Kalkulation mit eingerechnet. Zum Sparen für das Alter eignen sich solche Konto also nicht, zumal sich der Zinssatz jederzeit auch zu Ungunsten des Anlegers ändern kann. Ein langfristige Zinsbindung wird hier natürlich nicht geboten. Ausserdem: man genießt weder Steuervorteile noch erhält man staatliche Zuschüsse, also fressen weitere Renditekiller am mühsam gesparten Kapital.

Also weg von diesem Konto und das Geld in einen Fonds investieren. Hier sind die Renditen besser und die Steuer greift ebenfalls (noch) nicht zu, solange das Geld dort wenigstens ein Jahr bleibt. Allerdings gibt es Fonds zuhauf. Jetzt kommt es erst einmal auf die richtige Auswahl an. Es sollte eine gute Mischung aus Rendite und Sicherheit sein, die hier die Entscheidung tragen sollte. Am besten man entscheidet sich für ein Investment, das Aktien von Unternehmen enthält, von deren Geschäften man sich eine klare Vorstellung machen kann. Finger weg von Produkten, die man nicht begreift. Man kann sich ansonsten keine eigene Meinung über die Qualität der Anlage bilden. Auch sollte man sich von der Bank nicht dazu überreden lassen, sein Geld häufig umzuschichten. Auch wenn der gewählte Fonds im Augenblick nicht die gleiche Performance aufweist wie ein Konkurrenzprodukt, sollte man erst einmal dabei bleiben. Die Gebühren, die bei einem Wechsel fällig werden, fressen den möglichen Mehrgewinn meistens schnell wieder auf.

Auf die Rendite sollte man auch bei den als sicher erachteten Versicherungsprodukten achten. Die ist meist nicht so hoch, wie es erst den Anschein hat. Gerade Rentenpläne ergeben im Endergebnis oft eine Verlust statt einen Gewinn und sind außerdem zu versteuern.

Um die richtige Anlage zu finden ist also Eigeninitiative gefragt, statt auf so genannte Experten zu hören. Nur wenn man auf Grund eigener Informationen eine Anlage mit ausreichender Sicherheit und akzeptabler Rendite findet, hat man für das Alter richtig vorgesorgt.

jetzt kommentieren? 28. Juli 2008

Versicherung direkt – ein wenig genutzter Komfort

Das Internet hat in allen fast allen Lebensbereichen Einzug gehalten und ist selbst bei älteren Semestern beinahe so selbstverständlich geworden wie ein Telefon. Ganz normal ist es für fast neunzig Prozent der Bevölkerung inzwischen, Bankgeschäfte online abzuwickeln. Die klassische Überweisung auf Papier ist ein aussterbendes Modell. Was bislang jedoch noch kaum über das Internet genutzt wird sind Direktversicherungen, die online die gleichen Vorzüge bieten wie ein Online-Konto. Jedoch nur eine kleine Minderheit verwaltet ihre Versicherungen auf diese Weise. Dabei kann vom Vertragsschluss über Aktualisierungen von Daten bis zu Vertragsänderungen alles bequem von zu Hause aus vorgenommen werden, ganz ohne Vertreterbesuch oder Schriftverkehr. Zu allem Überfluss sind die Police meist sogar preiswerter und bieten nicht nur den gleichen Versicherungsschutz wie übliche Verträge, sondern oft sogar mehr. Ganze fünf Prozent der Versicherungsabschlüsse werden nach Angabe der Branchenvertreter online abgeschlossen. Nicht ganz geklärt ist, wie vielen die Möglichkeiten eines Vertragsschlusses und einer Vertragsverwaltung über das Internet überhaupt bekannt sind. Sowohl Geldgeschäft als auch Versicherungen gleichzeitig werden nur von zehn Prozent der Bürger über das Internet abgewickelt. Die geringe Nutzung kann ihren Grund darin haben, das prinzipielle Unterschiede zwischen Geld,- und Versicherungsgeschäften bestehen. Das Online-Banking deutlich billiger ist als die klassische Methode über die Filiale ist inzwischen Allgemeingut. Das Direktversicherungen ebenfalls Kostenvorteile bieten, ist dagegen nicht ganz so eindeutig. Auch ist eine Versicherung je nach Schutzzweck deutlich komplizierter als ein Bankkonto, da es hier auf die Details der Vertragsbedingungen ankommt. Da ist der Weg über den Vertreter einfach bequemer, besonders sobald ein Versicherungsfall eintritt. Zwar lässt sich auch das einfach online erledigen, jedoch fehlt es noch an der nötigen Akzeptanz dieser Methode. Praktisch ist es auf jeden Fall, kann man doch zum Beispiel ohne Aufwand die Deckungssumme einer Hausratversicherung ganz unbürokratisch anpassen, oder den Begünstigten ersetzten, der im Todesfall die Lebensversicherung ausbezahlt bekommen soll.

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Arm, weil ahnungslos

Diskussionen über die Rente und eine ganze Reihe großer und kleiner, offizieller und inoffizieller Rentenreformen beherrschen schon seit etlichen Jahren die Berichterstattung in den Medien. Die im Zuge der Wiedervereinigung endgültig geplünderte Rentenkasse, die sich von diesem Aderlass nicht mehr ohne fremde Hilfe erholen wird, hat dem bisherigen System der Altersvorsorge die Basis entzogen. Auch dies sollte niemandem entgangen sein, auch wenn es inzwischen schon ein paar Jahre her ist. Um die endgültige Katastrophe zu verhindern, das ein Heer verarmter Rentner für das Land bedeuten würde, hat man sich allerlei neue Vorsorgeinstrumente ausgedacht, deren wesentliche Eigenschaft darin besteht, dass der Einzelne sie selbst finanzieren muss, und zwar zusätzlich zu seinen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung, die zwar steigen und dies auch aller Voraussicht nach weiterhin tun werden, für die meisten Betroffenen aber, sofern sie das ebenfalls immer weiter steigende Renteneintrittsalter erleben, meist nicht viel mehr als eine Grundsicherung als Altersbezüge ergeben wird. Das man etwas für die Altersvorsorge tun muss, ist den meisten Menschen inzwischen klar geworden. Eine eigene Immobilie wäre gut, wie man den Medien ständig entnimmt, und privates Sparen sowieso. Leider ist aber, wie eine aktuelle Umfrage zeigt, ein großer Teil relevanter Informationen zur privaten Vorsorge noch längst nicht bei der breiten Masse angekommen. Während Grundsätzliches den meisten klar ist, fehlen die nötigen Infos zu den einzelnen Produkten.Ein Beispiel dafür ist die so genannte Rürup – Rente, die Riester – Version für Selbstständige und Freiberufler. Gerade mal ein Viertel der Bürger hat jemals etwas von ihrer Existenz vernommen, und wenn, weiß fast niemand genaueres darüber. Die repräsentative Erhebung zeigt die Konsequenzen auf, die angesichts der gigantischen Informationsdefizite nicht verwundern. Lediglich etwas mehr als ein halbes Prozent der Berechtigten will in den nächsten Jahren einen Vertrag zur so genannten Grundrente abschließen. Wer nicht informiert ist, wird sich natürlich auch um solche Dinge nicht kümmern. Den Ahnungslosen entgehen dabei erhebliche Steuervorteile, die bis zu zwei Drittel der Beiträge ausmachen können, wobei dieser Anteil jährlich um 2 % steigt, bis dereinst die hundert Prozent erreicht sein werden.

jetzt kommentieren? 25. Juli 2008

Sofortrente – wer kommt dafür infrage?

Nun, ganz spontan werden die meisten wohl auf diese Frage antworten, „ich natürlich”. Wer wollte seine Rente nicht gerne sofort beziehen und seinem Chef morgen Ade sagen? Leider ist es nicht so einfach, die Sofortrente hat, man ahnt es, Voraussetzungen, und die wichtigste davon ist Geld. Zwar kann theoretisch jedermann in jedem Lebensalter mit einem Anbieter eine Sofortrente vereinbaren. Das kann dann sinnvoll sein, wenn man zu den Glücklichen gehört, die unverhofft oder auch erwartet, zu einer größeren Summe Geldes gekommen sind, sei es durch eine Erbschaft, einer Schenkung, einen Gewinn, oder bei Fälligkeit einer Geldanlage, zum Beispiel einer Lebensversicherung. Wer dieses Geld unabhängig vom Lebensalter so investieren will, das er auf Lebenszeit einen festen monatlichen Betrag erhält, mit dem er dauerhaft kalkulieren kann, ist mit einer Sofortrente gut bedient. Diese Geldanlage ist auf jeden Fall sicher, auch wenn es anderswo höhere Renditen gibt. Eine Investition in einen Fonds oder ein anderes Bankprodukt empfiehlt sich, wenn man noch relativ jung ist und ein gewisses Risiko bezüglich seiner Altersvorsorge zugunsten der Rendite eingehen kann. Ein übrigens anzuratendes Vorgehen, da man sich ansonsten der Gefahr aussetzt, sein Kapital zu verringern anstatt es zu Vermehren. Darauf sollte man nur verzichten, wenn man sich in einem Lebensalter befindet, in dem man nicht mehr genug Gelegenheit haben würde, neues Kapital aufzubauen, falls man es durch eine zu risikoreiche Anlage verlieren sollte. Dann sollte ein möglichst großer Anteil des eigenen Vermögens in eine Sofortrente fließen, um dauerhaft abgesichert zu sein. Um eine für den Lebensunterhalt und möglichst darüber hinaus ausreichend hohe monatliche Zahlungen zu erhalten, ist allerdings ein nicht unerhebliches Kapital erforderlich. Aus nahe liegenden Gründen, muss ein Anbieter einer Sofortrente so kalkulieren, dass er aus dem eingesetzten Kapital nicht nur die Rente des Kunden lebenslang bestreiten kann, sondern auch selbst an daran verdient, indem er das Geld am Kapitalmarkt arbeiten lässt.

jetzt kommentieren? 24. Juli 2008

Generationenvertrag reloaded

Um die gesetzliche Rente ist es schlecht bestellt, das wissen wir schon seit einigen Jahren, auch wenn es anfangs niemand so recht glauben wollte und auch jetzt noch viele in der Hoffnung leben, allein von ihrer Rente ein finanziell sorgenfreies Alter zu bestreiten. Die Realität sieht dramatisch anders aus. Tatsächlich werden die meisten Rentner, die ab Mitte der sechziger Jahre geboren wurden, meistens nicht viel mehr als eine Grundsicherung erhalten. Hält die Inflation ihr jetziges Niveau, und in einige Jahrzehnten kann noch so manches passieren, wird das nicht einmal für das Nötigste reichen und die Hauptbeschäftigung vieler Senioren wird das Spazieren gehen sein, allein weil es nichts kostet. Während die aktuelle Rentnergeneration noch in relativem Wohlstand lebt, wird sich dies mit jedem Jahr weiter verschlechtern. Der Versuch mit diversen Rentenreformen gegenzusteuern, wird sich voraussichtlich als wenig zielführend erweisen. Das hat auch der Gesetzgeber schon lange geahnt, und animiert daher die Bevölkerung zur privaten Vorsorge. Im Grunde kann man den Zeitpunkt, an dem die Regierung sich offiziell dazu bekannt hat, das nur mit eigener Initiative ein halbwegs komfortables Rentnerdasein möglich sein wird, als die Aufkündigung des so genannten Generationenvertrages betrachten. War vorher die Solidarität der Generationen untereinander das Fundament der Altersvorsorge, war die Einführung der Riester – Rente als individualisierte Altersvorsorge der Anfang eines Systemwechsels, weg von sozialer Gerechtigkeit, hin zur Privatisierung auch des Lebensrisikos Alter.Die Gewerkschaften beobachten diese Entwicklung mit wenig Begeisterung; kein Wunder, ist Solidarität doch die Basis ihrer Existenz. Konsequent kommt daher aus dieser Ecke die Forderung nach einem neuen Generationenvertrag. Ein Baustein dieser neuen Vereinbarung soll die so genannte Erwerbstätigenversicherung sein. Dies gedeutet nichts anders als eine Erweiterung des Kreises der Beitragszahler um praktisch jeden, der für seinen Lebensunterhalt arbeitet. Künftig sollen daher nach dem Willen der Gewerkschafter auch Unternehmer, Mitglieder der freien Berufe und sogar Beamte Beiträge zur neuen Rentenversicherung leisten. Interessanterweise gehören auch private Vorsorgebausteine zum Vorschlag. So soll auch die betriebliche Altersvorsorge und privates Sparen Teil der Vereinbarung sein. Scheinbar traut man seiner eigenen Rechnung nicht so ganz, zumal privates Sparen mit einem Generationenvertrag wie gesagt nicht viel zu tun hat.

Nicht nur mehr Beitragszahler sollen einbezogen werden, sondern auch die Beiträge sollen steigen um glatte vier Prozentpunkte im Gegensatz zu heute. Auch wünscht man noch Steuerzuschüsse, um das Ganze bezahlbar zu machen.

Wirklich retten könnte man die gesetzliche Rente wohl nur, wenn man all die gewaltigen Summen, die man bei verschiedenen Gelegenheit aus der Kasse genommen hat um sie völlig zweckfremd zu verwenden, wieder dort einzahlt. Mit diesem Kapital könnten Generationen einen sorglosen Lebensabend verbringen und genau so war der Generationenvertrag ja auch gedacht.

jetzt kommentieren? 24. Juli 2008

So bekommt man seine Rentenbeiträge zurück

Fast jedermann wird im Laufe seines Lebens Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, selbst wenn er die längste Zeit seines Berufslebens dazu nicht verpflichtet ist beziehungsweise auf andere Art für das Alter vorsorgt. So werden zum Beispiel während des Wehrdienstes oder während eines Referendariats vom Dienstherrn Altersrückstellungen gebildet, die nach dem Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis der Rentenversicherung überwiesen werden. Ärgerlich, erreicht man dann niemals die Mindestbeitragsjahre. Zahlt man nämlich weniger als fünf Jahre in die Rentenkasse ein, hat man keinen Anspruch auf eine spätere Rentenzahlung. Die gezahlten Beiträge gehen also unweigerlich verloren.Für solche begrenzten Ausnahmefälle besteht die Möglichkeit, sich die bereits gezahlten Beiträge erstatten zu lassen. Um an das Geld zu kommen, müssen jedoch noch weitere Voraussetzungen erfüllt sein. So muss man eine Wartezeit von mindestens fünf Jahren nachweisen können. Zu dieser obligatorischen Wartezeit zählen natürlich die Zeiten der Beitragszahlung. Ebenso diejenigen Zeiten, die man der Kindererziehung gewidmet hat ohne dabei berufstätig zu sein. Dies wird bei der Rentenversicherung ebenfalls als Wartezeit berücksichtigt. Nicht dazu zählen die Zeiten der Ausbildung. Weitere Voraussetzung ist der Abschluss einer freiwilligen Rentenversicherung.

Wer also zum Beispiel in einem freien Beruf arbeitet, dessen Verband eine eigene Altersvorsorge anbietet, kann einen freiwillige Rentenversicherung nachweisen und hat demnach Anspruch auf Auszahlung der Beiträge der gesetzlichen Rentenversicherung. Gleiches gilt für Beamte, für deren Altersvorsorge der Dienstherr sorgt.

Eine weitere Möglichkeit die Auszahlung zu erlangen besteht, sobald man das fünfundsechzigste Lebensjahr vollendet hat, aber keine fünf Beitragsjahre während seines Berufslebens erreichen konnte. Dieser Anspruch ist sogar vererbbar.

Erstattet werden nur die Beiträge, die man auch selbst eingezahlt hat. Dazu zählt zum Beispiel nicht der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung, ebenso wenig Anrechnungszeiten.

Sinnvoll ist eine Erstattungsgesuch jedoch wirklich nur dann, wenn keine Zweifel bestehen, dass man jemals wieder sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein wird. Sind die Beiträge erst einmal erstattet, verliert man folgerichtig jeden Anspruch gegen die Rentenkasse.

jetzt kommentieren? 22. Juli 2008

Riester – Auszüge oft völlig unzureichend

Jeder Sparer auf eine Riester – Rente hat einen gesetzlich festgeschriebenes Anrecht auf jährliche Informationen zu seinem Vertrag. In dieser Info müssen alle relevanten Daten aufgeführt werden, also zum Beispiel muss ersichtlich sein, wie viel der Kunde schon an Sparleistungen erbracht hat und welche gesetzlichen Zulagen auf seinem Riester – Konto gutgeschrieben wurden. Dazu gehört natürlich auch der aktuelle Kontostand inklusive der bisherigen Wertentwicklung, also welche Rendite die eingezahlten und zugeschossenen Beträge inzwischen erwirtschaftet haben. So weit, so gut. Da alle Riester – Anlagen entweder bei einer Bank, einer Versicherung oder einer Fondsgesellschaft geführt werden, sollte man annehmen, das die Zusammenstellung einer solchen Information für diese Unternehmen kein Problem darstellt. Schließlich gehört es zum täglichen Brot einer Bank, ihren Kunden Auszüge zum geführten Konto oder gewährtem Kredit zu versorgen.Die Praxis sieht da leider ganz anders aus. Eine aktuelle Überprüfung, wie die Anbieter ihrer Informationspflicht nachkommen, hat sehr unerfreuliche Ergebnisse zu Tage gefördert. Nicht nur, dass die Auszüge zum Riester – Konto kundenunfreundlich gestaltet waren, also unübersichtlich und unklar, zum Teil fehlten sogar vorgeschriebenen Angaben oder sie waren am Ende gar fehlerbehaftet. Nicht eine einzige der achtundzwanzig geprüften Informationen konnte als gut eingestuft werden.

Das Gros der Kontodaten wurde gerade noch mit einer ausreichenden Note bedacht, während immerhin fast zehn Prozent der Kandidaten völlig unzureichende Arbeit leisteten. Das hat nicht nur für den Informationsstand der Sparer Auswirkungen, sondern oft handfeste finanzielle Nachteile. Während man mit einer unzureichend aufgearbeiteten Information über seinen Sparplan noch leben könnte, sofern in der Sache alles seine Ordnung hat, verlieren viele Anleger durch die schlechte Information Geld, wenn dadurch zum Beispiel nicht rechtzeitig oder gar nicht zustehende Fördermittel beantragt werden.

Auch neigen viele Unternehmen dazu, in der Jahresinformation ihre Kunden darüber im Unklaren zu lassen, welche Kosten ihnen der Vertrag verursacht. So ist oft nicht ersichtlich, ob und in welcher Höhe Gebühren oder sonstige Kosten anfallen und wie sie das Sparergebnis beeinflussen. Das verwendete Vokabular ist für den Laien oft völlig unverständlich und stellt das Gegenteil einer Information dar. Am besten schnitten noch die Produkte ab, die die schlechtesten Renditen einbringen, nämlich simple Banksparpläne. Diese sind einfach strukturiert und daher ohne tiefer gehende Informationen verständlich. Leider sind sie aber bezüglich der späteren Rentenhöhe nicht die erste Wahl des Anlegers.

jetzt kommentieren? 22. Juli 2008

Länger leben, günstiger versichern

Die steigenden Lebenserwartung der Deutschen macht zwar die Alters,- und Gesundheitsvorsorge teurer. Abgesehen von der erfreulichen Nachricht, dass wir alle, zumindest statistisch gesehen, länger leben werden, gibt es auch in finanzieller Hinsicht eine gute Nachricht. Der Anlageklassiker Lebensversicherung wird voraussichtlich preiswerter werden. Schon jetzt bieten einige Versicherungsunternehmen günstigere Beiträge für Risikolebensversicherungen an. Der Grund für die Beitragssenkung ist der gleiche, weshalb in anderen Bereichen die Kosten auf Grund der demoskopische Entwicklung steigen, nämlich das höhere Durchschnittsalter der Bevölkerung. Der Einfluss dieser Größe auf den Preis einer Versicherung, die das Todesfallrisiko abgedeckt, liegt dabei nahe. Lebensversicherungen kommen üblicherweise, sofern nicht der Versicherungsfall eintritt, und der Kunde vor Ablauf des Vertrages stirbt, zu einem bestimmten Lebensalter, meist um den sechzigsten Geburtstag herum, zur Auszahlung. Der Kunde erhält das angesparte Kapital zuzüglich der mit diesem erwirtschafteten Rendite. Die Verträge sind so kalkuliert, dass natürlich auch das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt eine kräftigen Gewinn eingefahren hat. Abgesehen von den Gebühren, die ebenfalls in den Beiträgen enthalten sind, arbeitet die Versicherung mit dem Geld auf dem Kapitalmarkt. Den größten Teil des so erzielten Gewinns steckt sie in die eigenen Tasche. Kunden, die das Vertragsende erleben, sind also für die Unternehmen ein gutes Geschäft. Da auf Grund der Demoskopie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde stirbt und die Versicherungssumme zur Auszahlung kommt, stetig sinkt, können die Unternehmen ihre Beiträge nunmehr senken. Anhand der so genannten Sterbetafel berechnen Versicherungen ihre Tarife. Aus ihr wird ersichtlich, wie viele Menschen eines Jahrganges nach einem bestimmten Zeitraum noch am Leben sind. Dieser Anteil steigt seit Jahren ständig an, besonders signifikant ist die Entwicklung bei Frauen. Die sinkenden Beiträge sind allerdings nur eine Seite der Medaille. Diese sinken, weil das Risiko eine Versicherungsfalles sinkt. Dadurch steigt natürlich zwangsläufig die Anzahl der ausgezahlten Verträge. Logische Konsequenz daraus ist, dass die Gewinnbeteiligung des einzelnen Kunden gesenkt werden muss, um die Gesamtkalkulation aufrecht zu erhalten. Den niedrigeren Beiträgen folgen also geringere Auszahlungssummen.

jetzt kommentieren? 22. Juli 2008

Pflege – wer zahlt für die Eltern?

Die Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung war ein wichtiger Schritt, den Anforderungen einer älter werdenden Bevölkerung gerecht zu werden. Die überaus erfreuliche Entwicklung, dass das Lebensalter beständig im Durchschnitt steigt, hat allerdings auch Konsequenzen, die mit den bisherigen Instrumenten unzureichend zu bewältigen waren. Während noch in den fünfziger Jahren die Dauer des Rentenbezug nur wenige Jahre betrug und die noch intakte Großfamilie sich um pflegebedürftige Angehörige kümmerte, ging die gesellschaftliche Entwicklung seit dieser Zeit einen Weg, der alle Lebensrisiken langsam aber sicher Individualisierte. An die Stelle der miteinander verwandten und verschwägerten Gruppe, die sich um ihre Angehörigen in allen Lebensphasen kümmerte, trat in immer stärkerem Maße der Staat, der für alle Wechselfälle des Lebens Lösungen bereit halten wollte und sollte. Die Rentenversicherung war der erste große Baustein, die Verantwortung für das Auskommen und Wohlergehen des einzelnen Bürger von der privaten auf die öffentliche Ebene zu verlagern. Die Folgen sind bekannt. Der Solidaritätsgedanke von Familienmitgliedern, sich gegenseitig zu helfen, verwandelte sich langsam aber sicher in eine Anspruchshaltung gegenüber der Gesellschaft, Probleme zur Lösung der Solidargemeinschaft zu überantworten. Da Gebrechlichkeit eine normale voraussehbare Alterserscheinung ist, die nunmehr auf Grund des höheren Durchschnittsalters immer häufiger anzutreffen ist, vergesellschaftet die Pflegeversicherung auch dieses Risiko und entlastet damit die Familie, die heute nur noch in Ausnahmefällen überhaupt in der Lage ist, ausreichend Zeit für einen hilfsbedürftigen Menschen aufzubringen. Allerdings ist Pflege teuer. Die Leistungen der Versicherung wurden zwar kürzlich erhöht, dennoch genügt dieser Betrag selbst mit einer höheren eigenen Rente der Eltern selten, um zum Beispiel ein Pflegeheim zu finanzieren. Wer nunmehr der Meinung war, dass die Pflegeversicherung die Angehörigen auch grundsätzlich aus der finanziellen Pflicht nehmen würde, sich um die Eltern zu kümmern, irrt. Es besteht nach wie vor gegenüber den eigenen Eltern eine Unterhaltspflicht, sofern sie aus eigener finanzieller Kraft ihre Pflege nicht bezahlen können. Allerdings gibt es Einschränkungen, bis zu welchem Grad Kinder in die Pflicht genommen werden können. So muss ihnen auf jeden Fall noch ausreichend Spielraum für eigene Belange bleiben, wozu auch Beiträge zu einer eigenen angemessenen Altersvorsorge gehört.

jetzt kommentieren? 21. Juli 2008

Rentenanspruch ohne Beitragszahlung – was anrechenbar ist

Das Leben ist voller Wechselfälle, auch in beruflicher Hinsicht. Nur ganz wenige Menschen können heute noch eine lückenlose Beitragszahlung zur gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen, die aus einer ununterbrochenen Berufstätigkeit stammt. Während es früher normal war, mit vierzehn Jahren eine Lehre zu beginnen und dann ohne Zeiten der Arbeitslosigkeit bis zum Rentenalter durch zu arbeiten, oft sogar in ein und derselben Firma, sind Erwerbsbiografien heute ebenso wenig kontinuierlich wie alle sonstigen Lebensumstände des modernen Menschen. Unterbrechungen in der Berufstätigkeit haben natürlich Auswirkungen auf den späteren Rentenanspruch. Grundsätzlich erwirb man nur dann solche Ansprüche, solange man sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist und entsprechende Beiträge an die Rentenkasse abführt. Da jedoch bestimmte Umstände, freiwillig oder unfreiwillig, die Kontinuität unterbrechen können, hat der Gesetzgeber bestimmte beitragslose Zeiten im Rahmen der Solidarität der Rentenversicherten untereinander so gestellt, das dadurch keine Nachteile für die spätere Rentenhöhe entstehen. Man spricht dabei von so genannten Anrechnungszeiten. Während dieser Zeiten zahlt der Versicherte zwar nichts ein, sie sie fließen aber bei der Rentenberechnung mit ein.Dazu gehören zum Beispiel Phasen der Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Schwangerschaft und der darauf folgende Mutterschaftsurlaub.  Ebenso gehören dazu bis zu einem gewissen Grad auch Zeiten der Schule und Ausbildung. Da eine Ausbildung wünschenswerter und notwendiger Aufwand für die spätere Berufstätigkeit ist, wäre eine Nichtanrechnung wenig sachgemäß. Ebenso verhält es sich mit den anderen unverschuldeten Unterbrechungen der Beitragszahlung. Voraussetzung bei letzeren ist allerdings, dass man zuvor auch sozialversicherungspflichtig tätig war. Hier gibt es jedoch eine Ausnahme. Liegen diese Zeiten zwischen dem siebzehnten und fünfundzwanzigsten Geburtstag, werden sie trotzdem angerechnet, da gerade in dieser Lebensphase viele Menschen keine lückenlose sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausüben. Lücken in dieser Zeit wirken sich demnach nicht negativ auf die spätere Rente aus, wenn sie den Anspruch auch nicht erhöhen. Wer aus der Ausbildung oder Selbstständigkeit heraus arbeitslos wird, kann sich diese Zeiten nicht anrechnen lassen.

jetzt kommentieren? 21. Juli 2008

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