Tagesarchiv für den 01. Juli 2008

Altersvorsorge ist Charakterfrage

Jeder Mensch hat unterschiedlich ausgeprägte Stärken und Schwächen. Das wirkt sich nicht nur auf das menschliche Miteinander aus, sondern auch auf die Art und Weise, wie jemand mit Geld umgeht. Der Draufgänger wird dabei andere Strategien verfolgen als ein Angsthase. Entsprechend wird sich auch die Altersvorsorge bei den unterschiedlichen Typen unterscheiden. Ob man im Alter finanziell gut oder schlecht dasteht, hat auch ganz entscheidend mit den persönlichen Anlagen zu tun. Wer sich über die Schwächen seiner individuellen Strategie aber im Klaren ist, kann gegensteuern und eventuelle Mängel rechtzeitig ausgleichen. Es lassen sich fünf verschiedene Typisierungen erkennen, die sich durch bestimmte Merkmale auszeichnen.Der Sicherheits – Typ lässt sich durch seine Angst vor finanziellen Verlusten charakterisieren. Ihm kommt es allein darauf an, dass kein Cent seiner Ersparnisse verloren gehen. Für die Altersvorsorge ist dies leider kein erfolgversprechendes Vorgehen, obwohl man im ersten Moment vielleicht anders denkt. Schließlich will jeder gerne sein Geld in Sicherheit wissen. Leider entgehen diesem Typen alle wirklich interessanten Renditechancen, da er sein Geld in Lebensversicherungen oder gar auf Sparbüchern anlegt. Die Zinsgewinne sind dabei nicht nur armselig, sie liegen in der Regel auch deutlich unterhalb der Teuerungsrate. In der Folge spart sich der Sicherheits – Typ buchstäblich arm, da sein Geld sich nicht vermehrt, sondern stetig vermindert. Der Zinseszinseffekt, der andere zu Wohlstand führt, läuft hier zu seinen Ungunsten. Im Alter wird es ihm ganz gewiss an der nötigen finanziellen Sicherheit fehlen, obwohl er prinzipiell ausreichende Sparleistungen erbracht hat. Hier hilft nur über den eigenen Schatten zu springen, und auch einmal ein Risiko einzugehen. Ein Teil des Ersparten sollte in gewinnträchtigen Fonds oder ähnlichem angelegt werden. Das Risiko bleibt überschaubar, die Renditechancen steigen dafür gewaltig.

Der Aufschieber – Typ leidet an einem ganz anderen Problem. Er würde gerne etwas für die Altersvorsorge tun, findet aber stets Gründe, warum er es jetzt gerade nicht in Angriff nehmen kann. Einmal hat er gerade kein Geld, ein anderes Mal kann er sich nicht für ein Produkt entscheiden. Im Ergebnis spart er gar nichts und das führt ihn direkt in die Altersarmut, wenn er nicht rechtzeitig damit beginnt, Entscheidungen zu treffen und einfach mit dem Sparen anfängt. Denn eine Sache ist völlig klar: die gesetzliche Rente wird künftig für niemanden ausreichen, um seinen Lebensstandard auch nach dem Berufsleben zu halten.

Der Sorglos – Typ dagegen verschwendet an die Altersvorsorge schon gar keinen Gedanken. Er schiebt sie nicht einmal auf, er hat gar nicht vor in dieser Richtung etwas zu unternehmen. Viel lieber lebt er im hier und jetzt und gibt sein Geld so schnell aus, wie er es einnimmt. Er ist grundsätzlich nicht bereit auf irgendwelche Annehmlichkeiten zugunsten seiner Altersabsicherung zu verzichten. Diese Verhalten führt ihn genauso in die Altersarmut wie den Aufschieber – Typ, und für ihn gilt der gleiche Rat: jetzt anfangen und an die Zukunft denken, wenigstens ab und an.

Das Gegenteil des Sicherheits – Typs ist der Spieler. Er glaubt an Wunder und Lottogewinne und investiert seine Ersparnisse in hochspekulative Anlagen, Hauptsache das Renditeversprechen ist hoch genug. Er will das Thema Altersvorsorge schnell vom Tisch haben und durch ein spektakuläres Geschäft das dafür nötige Kapital am liebsten auf einmal verdienen. Das sich irgendwann das hohe Risiko dieses Vorgehens verwirklichen wird, steht praktisch außer Frage. Irgendwann ist das ganze Geld weg und er steht vor dem Nichts. Hier fehlt es an einem Ausgleich in sicheren Anlagen, die immer und mit steigendem Alter einen immer größeren Teil des Vermögens ausmachen sollten.

Der Kaufmann unter den Sparern vermeidet die Fehler der anderen Typen. Er handelt umsichtig und weiß, wie viel seiner Anlagen er zugunsten der Rendite einem Risiko aussetzen kann, über das er sich vorher gut informiert hat. Er verlässt sich allein auf Fakten und gibt beim Sparen keinen Launen nach. Wer so handelt, dem ist ein sorgloser Ruhestand gewiss.

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