Vier Tipps, wie sie bei der Altersvorsorge alles falsch machen
Möglichkeiten und Produkte um für das Alter neben der gesetzlichen Rentenversicherung vorzusorgen, gibt es reichlich; mehr als man gewöhnlich überblicken kann, wenn man sich nicht gerade hauptberuflich mit diesem Thema auseinander setzt. Zur Wahl stehen für ihren persönlichen Bedarf optimale Strategien oder auch etwas weniger effiziente Sparformen. Egal wofür sie sich entscheiden, sie werden auf jeden Fall im Rentenalter mehr Geld zur Verfügung haben, als hätten sie nichts unternommen. Allerdings können sie auch einen oder alle der vier Kardinalfehler begehen, die man bei der privaten Altersvorsorge machen kann. Dann nutzt ihnen keine Sparleistung etwas, sondern ihr Vermögen wird sich höchst wahrscheinlich in Luft aufgelöst haben, wenn sie darauf angewiesen sind.Fehler Nummer Eins ist mangelnde Achtsamkeit beim Umgang mit ihrem doch oft sauer verdienten Geld. Wer sich nicht darum kümmert, dass sein Erspartes in Anlageformen landet, die auch eine ansprechende Rendite abwerfen, vergeudet seine Möglichkeiten. Es nutzt ihnen nichts zu sparen und dafür auf Konsum zu verzichten, wenn sie ihr Geld auf ein Sparkonto legen und dafür ein oder zwei Prozent Zinsen bekommen. Ihr Geld wird von der Inflation aufgefressen und verliert von Jahr zu Jahr an Kaufkraft. Man braucht auch nicht jede Versicherung, manches Risiko trägt man besser selbst, besonders wenn der Eintritt eines Schadensfalles unwahrscheinlich ist. Investieren sie ihr Geld in Anlagen, die sie nicht begriffen haben, können sie ihr Geld genauso gut auch ausgeben; dann haben sie im Zweifel mehr davon. Information ist daher die wichtigste Grundlage für ihre finanzielle Sicherheit; die dafür aufgewandt Zeit trägt reichlich Früchte.
Information ist die eine Seite, aber kein Mensch kann die Fülle an Nachrichten, Meldungen und Werbeversprechen, Analysen und Tipps auch nur annähernd überschauen oder gar umfassend bewerten. Das gelingt kaum Experten. Haben sie eine interessante Anlage gefunden, bei denen objektiv gesehen alle Daten stimmen, aber ihr Gefühl rät ihnen davon ab, dann sollte sie genau dies tun: nicht abschließen. Die menschliche Wahrnehmung ist äußerst komplex und die Informationsverarbeitung läuft zu alller größten Teil völlig unbewusst ab. Sie haben unzählige Informationen und Erfahrungswerte gespeichert, von denen ihnen viele gar nicht aktiv präsent sind. Ihr Gehirn kann aber sehr wohl solch komplexen Zusammenhänge verarbeiten, aber nicht immer artikulieren. Es kann auf keine Fall Schaden, im Zweifel auch einmal auf sein Gefühl zu hören, letztlich ist es das Ergebnis einer Analyse.
Weniger ist manchmal mehr, das gilt auch für Geldanlagen. Völlig unrealistische Renditeversprechen sind immer wieder ein Verkäuferlockmittel, auf das nach wie vor viele herein fallen. Daher sollte man es sich zur Regel machen, sich niemals die dabei aufkommende Gier zum Berater zu machen. Vielmehr ist hier der Verstand gefragt und eine gründliche Überlegungsphase und die Einholung von belastbaren Informationen sind Pflicht, bevor man solche Risiken eingeht. Wennsie ein Verkäufer drängt, sind sie ohnehin an den falschen geraten.
Jeder haut einmal daneben, auch und gerade bei Geldanlagen. Wenn sie in der Vergangenheit auch einmal auf das falsche Pferd gesetzt haben, sollte sie diese Erfahrung nicht verdrängen, sondern in ihren Erfahrungsschatz mit aufnehmen. Erinnern sie sich bei künftigen Entscheidungen an ihre Fehler und vermeiden sie Wiederholungen, anstatt sich für Fehltritt zu schämen um sie dann noch einmal zu wiederholen. Was damals daneben ging, wird es heute sehr wahrscheinlich wieder tun.
jetzt kommentieren? 02. Juli 2008