Tagesarchiv für den 24. Juli 2008

Sofortrente – wer kommt dafür infrage?

Nun, ganz spontan werden die meisten wohl auf diese Frage antworten, „ich natürlich”. Wer wollte seine Rente nicht gerne sofort beziehen und seinem Chef morgen Ade sagen? Leider ist es nicht so einfach, die Sofortrente hat, man ahnt es, Voraussetzungen, und die wichtigste davon ist Geld. Zwar kann theoretisch jedermann in jedem Lebensalter mit einem Anbieter eine Sofortrente vereinbaren. Das kann dann sinnvoll sein, wenn man zu den Glücklichen gehört, die unverhofft oder auch erwartet, zu einer größeren Summe Geldes gekommen sind, sei es durch eine Erbschaft, einer Schenkung, einen Gewinn, oder bei Fälligkeit einer Geldanlage, zum Beispiel einer Lebensversicherung. Wer dieses Geld unabhängig vom Lebensalter so investieren will, das er auf Lebenszeit einen festen monatlichen Betrag erhält, mit dem er dauerhaft kalkulieren kann, ist mit einer Sofortrente gut bedient. Diese Geldanlage ist auf jeden Fall sicher, auch wenn es anderswo höhere Renditen gibt. Eine Investition in einen Fonds oder ein anderes Bankprodukt empfiehlt sich, wenn man noch relativ jung ist und ein gewisses Risiko bezüglich seiner Altersvorsorge zugunsten der Rendite eingehen kann. Ein übrigens anzuratendes Vorgehen, da man sich ansonsten der Gefahr aussetzt, sein Kapital zu verringern anstatt es zu Vermehren. Darauf sollte man nur verzichten, wenn man sich in einem Lebensalter befindet, in dem man nicht mehr genug Gelegenheit haben würde, neues Kapital aufzubauen, falls man es durch eine zu risikoreiche Anlage verlieren sollte. Dann sollte ein möglichst großer Anteil des eigenen Vermögens in eine Sofortrente fließen, um dauerhaft abgesichert zu sein. Um eine für den Lebensunterhalt und möglichst darüber hinaus ausreichend hohe monatliche Zahlungen zu erhalten, ist allerdings ein nicht unerhebliches Kapital erforderlich. Aus nahe liegenden Gründen, muss ein Anbieter einer Sofortrente so kalkulieren, dass er aus dem eingesetzten Kapital nicht nur die Rente des Kunden lebenslang bestreiten kann, sondern auch selbst an daran verdient, indem er das Geld am Kapitalmarkt arbeiten lässt.

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Generationenvertrag reloaded

Um die gesetzliche Rente ist es schlecht bestellt, das wissen wir schon seit einigen Jahren, auch wenn es anfangs niemand so recht glauben wollte und auch jetzt noch viele in der Hoffnung leben, allein von ihrer Rente ein finanziell sorgenfreies Alter zu bestreiten. Die Realität sieht dramatisch anders aus. Tatsächlich werden die meisten Rentner, die ab Mitte der sechziger Jahre geboren wurden, meistens nicht viel mehr als eine Grundsicherung erhalten. Hält die Inflation ihr jetziges Niveau, und in einige Jahrzehnten kann noch so manches passieren, wird das nicht einmal für das Nötigste reichen und die Hauptbeschäftigung vieler Senioren wird das Spazieren gehen sein, allein weil es nichts kostet. Während die aktuelle Rentnergeneration noch in relativem Wohlstand lebt, wird sich dies mit jedem Jahr weiter verschlechtern. Der Versuch mit diversen Rentenreformen gegenzusteuern, wird sich voraussichtlich als wenig zielführend erweisen. Das hat auch der Gesetzgeber schon lange geahnt, und animiert daher die Bevölkerung zur privaten Vorsorge. Im Grunde kann man den Zeitpunkt, an dem die Regierung sich offiziell dazu bekannt hat, das nur mit eigener Initiative ein halbwegs komfortables Rentnerdasein möglich sein wird, als die Aufkündigung des so genannten Generationenvertrages betrachten. War vorher die Solidarität der Generationen untereinander das Fundament der Altersvorsorge, war die Einführung der Riester – Rente als individualisierte Altersvorsorge der Anfang eines Systemwechsels, weg von sozialer Gerechtigkeit, hin zur Privatisierung auch des Lebensrisikos Alter.Die Gewerkschaften beobachten diese Entwicklung mit wenig Begeisterung; kein Wunder, ist Solidarität doch die Basis ihrer Existenz. Konsequent kommt daher aus dieser Ecke die Forderung nach einem neuen Generationenvertrag. Ein Baustein dieser neuen Vereinbarung soll die so genannte Erwerbstätigenversicherung sein. Dies gedeutet nichts anders als eine Erweiterung des Kreises der Beitragszahler um praktisch jeden, der für seinen Lebensunterhalt arbeitet. Künftig sollen daher nach dem Willen der Gewerkschafter auch Unternehmer, Mitglieder der freien Berufe und sogar Beamte Beiträge zur neuen Rentenversicherung leisten. Interessanterweise gehören auch private Vorsorgebausteine zum Vorschlag. So soll auch die betriebliche Altersvorsorge und privates Sparen Teil der Vereinbarung sein. Scheinbar traut man seiner eigenen Rechnung nicht so ganz, zumal privates Sparen mit einem Generationenvertrag wie gesagt nicht viel zu tun hat.

Nicht nur mehr Beitragszahler sollen einbezogen werden, sondern auch die Beiträge sollen steigen um glatte vier Prozentpunkte im Gegensatz zu heute. Auch wünscht man noch Steuerzuschüsse, um das Ganze bezahlbar zu machen.

Wirklich retten könnte man die gesetzliche Rente wohl nur, wenn man all die gewaltigen Summen, die man bei verschiedenen Gelegenheit aus der Kasse genommen hat um sie völlig zweckfremd zu verwenden, wieder dort einzahlt. Mit diesem Kapital könnten Generationen einen sorglosen Lebensabend verbringen und genau so war der Generationenvertrag ja auch gedacht.

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