Monatsarchiv für Juli, 2008
Der Gedanke, auch den Arbeitgeber in die private Altersvorsorge seiner Mitarbeiter einzubeziehen, ist grundsätzlich eine gute Idee. Sofern der Betrieb ein attraktives Angebot bereit stellt, könnte die direkte Lohnumwandlung in eine Sparleistung für das Rentenalter einen wichtigen Beitrag zur Schließung der Rentenlücke leisten.Die Praxis sieht jedoch anders aus. Laut einer aktuellen Umfrage hat nicht einmal die Hälfte der Beschäftigen in Betrieben bis zu fünfhundert Mitarbeitern einen Vertrag zur betrieblichen Altersversorgung abgeschlossen. Das es der ganz überwiegenden Mehrheit der Arbeitnehmer nicht am Willen fehlt, auch privat für das Alter vorzusorgen, steht als Ergebnis zahlreicher Untersuchungen zum Thema fest. Die Ursache für die mangelnde Inanspruchnahme der betrieblichen Angebote ist demnach woanders zu suchen und er ist ebenso banal wie überzeugend. Die meisten haben ganz einfach nicht genügend Geld übrig, um auch hier Sparleistungen zu erbringen, auch wenn diese noch so attraktiv ist.
Dabei liegt der maximale Betrag, der durch Lohnumwandlung angelegt werden kann bei vier Prozent des Bruttoeinkommens. Und diese Belastung wird durch Vergünstigungen bei der steuerlichen Behandlung und durch Befreiung des Anteils von Abgaben noch zusätzlich geringer. Trotzdem können sich viele auch diesen Betrag nicht leisten, da ihr Einkommen nur zum Leben, aber nicht zum Vorsorgen ausreicht. Die kleine Minderheit, die den Vorzug einer vom Arbeitgeber finanzierten Zusatzrente genießt, macht gerade einmal siebzehn Prozent der Befragten aus. Um mehr Mitarbeiter zur Teilnahme an der betrieblichen Altersvorsorge zu motivieren, benötigt man, so das Ergebnis der Untersuchung, vor allem interessante Angebote von Arbeitgeberseite, die den Mitarbeitern auch nahe gebracht werden müssen, um sie von der Notwendigkeit zu überzeugen. Nicht nur für das Unternehmen, auch für die Altersvorsorge seine Mitarbeiter trägt also letztlich der Vorgesetzte die Verantwortung. Er kann durch Auswahl einer renditestarken und sicheren Anlage auch Licht in den Angebotsdschungel bringen. Gerade die Angebotsvielfalt schreckt auch viele davon ab, sich näher mit dem Thema private Altersvorsorge zu beschäftigen.
07. Juli 2008
Kaum war die Rentenreform beschlossen, schon wurden Forderungen nach Ausnahmen laut. Vereinbart war ein künftiges Renteneintrittsalter für alle mit Siebenundsechzig. Die Anhebung sollte sukzessive erfolgen, je nach Geburtsjahrgang. Während die ältere Generation noch wie bisher mit Fünfundsechzig in den Ruhestand gehen durfte, können das die nachfolgenden Generationen nur noch mit erheblichen Abzügen. Ziel der Maßnahme war es, die Rentenkassen dauerhaft zu entlasten und der allgemein längeren Lebenserwartung Rechnung zu tragen, die auch eine längere Lebensarbeitszeit rechtfertigt.Ausnahmen sollen nun erst einmal für Angehörige bestimmter Berufe gemacht werden. Wer einer körperlich anstrengenden Arbeit nachgeht, soll entweder mit geringen oder gar keinen Abschlägen schon vor Erreichen des siebenundsechzigsten Lebensjahres aus dem Berufsleben ausscheiden können. Die Ausnahme lässt sich sachlich durchaus begründen. So macht es natürlich eine Unterschied, ob man sein Arbeitsleben an einem Schreibtisch oder auf einer Baustelle verbracht hat. Was auf den ersten Blick gleich einleuchtet, wird bei näherem Hinsehen jedoch fraglich. Auch diese Berufsgruppen könnten bis zum vorgesehenen Renteneintrittsalter arbeiten, sofern man sie je nach Lebensalter mit weniger belastenden Arbeiten beauftragen würde; um dieses Ziel zu erreichen, wäre eine beständige Fortbildung auch älterer Arbeitnehmer zielführend. Weiterer Nebeneffekt wäre, dass die Betroffenen länger körperlich und geistig fit blieben, wenn man auch im Alter noch zumutbare Aufgaben an sie stellt, statt sie aus dem Arbeitsleben zu entfernen. Für einen unfreiwilligen Renteneintritt gilt dies allemal.
Der Vorschlag, Ausnahmen zu machen, trifft in der Bevölkerung allerdings auf Zustimmung. Fast dreiviertel der Befragten, die an einer Umfrage zu diesem Thema teilgenommen haben, befürworten diesen Vorschlag.
Auch soll besser gestellt werden, wer aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden muss. Nach Abschaffung der Berufsunfähigkeitsrente und Einführung der so genannten Erwerbsminderungsrente, war dies jedoch bis jetzt mit ganz erheblichen finanziellen Einbußen behaftet. Um diesen Personenkreis besser zu stellen, soll auch die Erwerbsminderungsrente wieder deutlich angehoben werden. So soll verhindert werden, dass berufsbedingte Krankheit im Alter nicht zu Armut führt.
07. Juli 2008
Möglichkeiten und Produkte um für das Alter neben der gesetzlichen Rentenversicherung vorzusorgen, gibt es reichlich; mehr als man gewöhnlich überblicken kann, wenn man sich nicht gerade hauptberuflich mit diesem Thema auseinander setzt. Zur Wahl stehen für ihren persönlichen Bedarf optimale Strategien oder auch etwas weniger effiziente Sparformen. Egal wofür sie sich entscheiden, sie werden auf jeden Fall im Rentenalter mehr Geld zur Verfügung haben, als hätten sie nichts unternommen. Allerdings können sie auch einen oder alle der vier Kardinalfehler begehen, die man bei der privaten Altersvorsorge machen kann. Dann nutzt ihnen keine Sparleistung etwas, sondern ihr Vermögen wird sich höchst wahrscheinlich in Luft aufgelöst haben, wenn sie darauf angewiesen sind.Fehler Nummer Eins ist mangelnde Achtsamkeit beim Umgang mit ihrem doch oft sauer verdienten Geld. Wer sich nicht darum kümmert, dass sein Erspartes in Anlageformen landet, die auch eine ansprechende Rendite abwerfen, vergeudet seine Möglichkeiten. Es nutzt ihnen nichts zu sparen und dafür auf Konsum zu verzichten, wenn sie ihr Geld auf ein Sparkonto legen und dafür ein oder zwei Prozent Zinsen bekommen. Ihr Geld wird von der Inflation aufgefressen und verliert von Jahr zu Jahr an Kaufkraft. Man braucht auch nicht jede Versicherung, manches Risiko trägt man besser selbst, besonders wenn der Eintritt eines Schadensfalles unwahrscheinlich ist. Investieren sie ihr Geld in Anlagen, die sie nicht begriffen haben, können sie ihr Geld genauso gut auch ausgeben; dann haben sie im Zweifel mehr davon. Information ist daher die wichtigste Grundlage für ihre finanzielle Sicherheit; die dafür aufgewandt Zeit trägt reichlich Früchte.
Information ist die eine Seite, aber kein Mensch kann die Fülle an Nachrichten, Meldungen und Werbeversprechen, Analysen und Tipps auch nur annähernd überschauen oder gar umfassend bewerten. Das gelingt kaum Experten. Haben sie eine interessante Anlage gefunden, bei denen objektiv gesehen alle Daten stimmen, aber ihr Gefühl rät ihnen davon ab, dann sollte sie genau dies tun: nicht abschließen. Die menschliche Wahrnehmung ist äußerst komplex und die Informationsverarbeitung läuft zu alller größten Teil völlig unbewusst ab. Sie haben unzählige Informationen und Erfahrungswerte gespeichert, von denen ihnen viele gar nicht aktiv präsent sind. Ihr Gehirn kann aber sehr wohl solch komplexen Zusammenhänge verarbeiten, aber nicht immer artikulieren. Es kann auf keine Fall Schaden, im Zweifel auch einmal auf sein Gefühl zu hören, letztlich ist es das Ergebnis einer Analyse.
Weniger ist manchmal mehr, das gilt auch für Geldanlagen. Völlig unrealistische Renditeversprechen sind immer wieder ein Verkäuferlockmittel, auf das nach wie vor viele herein fallen. Daher sollte man es sich zur Regel machen, sich niemals die dabei aufkommende Gier zum Berater zu machen. Vielmehr ist hier der Verstand gefragt und eine gründliche Überlegungsphase und die Einholung von belastbaren Informationen sind Pflicht, bevor man solche Risiken eingeht. Wennsie ein Verkäufer drängt, sind sie ohnehin an den falschen geraten.
Jeder haut einmal daneben, auch und gerade bei Geldanlagen. Wenn sie in der Vergangenheit auch einmal auf das falsche Pferd gesetzt haben, sollte sie diese Erfahrung nicht verdrängen, sondern in ihren Erfahrungsschatz mit aufnehmen. Erinnern sie sich bei künftigen Entscheidungen an ihre Fehler und vermeiden sie Wiederholungen, anstatt sich für Fehltritt zu schämen um sie dann noch einmal zu wiederholen. Was damals daneben ging, wird es heute sehr wahrscheinlich wieder tun.
02. Juli 2008
Jeder Mensch hat unterschiedlich ausgeprägte Stärken und Schwächen. Das wirkt sich nicht nur auf das menschliche Miteinander aus, sondern auch auf die Art und Weise, wie jemand mit Geld umgeht. Der Draufgänger wird dabei andere Strategien verfolgen als ein Angsthase. Entsprechend wird sich auch die Altersvorsorge bei den unterschiedlichen Typen unterscheiden. Ob man im Alter finanziell gut oder schlecht dasteht, hat auch ganz entscheidend mit den persönlichen Anlagen zu tun. Wer sich über die Schwächen seiner individuellen Strategie aber im Klaren ist, kann gegensteuern und eventuelle Mängel rechtzeitig ausgleichen. Es lassen sich fünf verschiedene Typisierungen erkennen, die sich durch bestimmte Merkmale auszeichnen.Der Sicherheits – Typ lässt sich durch seine Angst vor finanziellen Verlusten charakterisieren. Ihm kommt es allein darauf an, dass kein Cent seiner Ersparnisse verloren gehen. Für die Altersvorsorge ist dies leider kein erfolgversprechendes Vorgehen, obwohl man im ersten Moment vielleicht anders denkt. Schließlich will jeder gerne sein Geld in Sicherheit wissen. Leider entgehen diesem Typen alle wirklich interessanten Renditechancen, da er sein Geld in Lebensversicherungen oder gar auf Sparbüchern anlegt. Die Zinsgewinne sind dabei nicht nur armselig, sie liegen in der Regel auch deutlich unterhalb der Teuerungsrate. In der Folge spart sich der Sicherheits – Typ buchstäblich arm, da sein Geld sich nicht vermehrt, sondern stetig vermindert. Der Zinseszinseffekt, der andere zu Wohlstand führt, läuft hier zu seinen Ungunsten. Im Alter wird es ihm ganz gewiss an der nötigen finanziellen Sicherheit fehlen, obwohl er prinzipiell ausreichende Sparleistungen erbracht hat. Hier hilft nur über den eigenen Schatten zu springen, und auch einmal ein Risiko einzugehen. Ein Teil des Ersparten sollte in gewinnträchtigen Fonds oder ähnlichem angelegt werden. Das Risiko bleibt überschaubar, die Renditechancen steigen dafür gewaltig.
Der Aufschieber – Typ leidet an einem ganz anderen Problem. Er würde gerne etwas für die Altersvorsorge tun, findet aber stets Gründe, warum er es jetzt gerade nicht in Angriff nehmen kann. Einmal hat er gerade kein Geld, ein anderes Mal kann er sich nicht für ein Produkt entscheiden. Im Ergebnis spart er gar nichts und das führt ihn direkt in die Altersarmut, wenn er nicht rechtzeitig damit beginnt, Entscheidungen zu treffen und einfach mit dem Sparen anfängt. Denn eine Sache ist völlig klar: die gesetzliche Rente wird künftig für niemanden ausreichen, um seinen Lebensstandard auch nach dem Berufsleben zu halten.
Der Sorglos – Typ dagegen verschwendet an die Altersvorsorge schon gar keinen Gedanken. Er schiebt sie nicht einmal auf, er hat gar nicht vor in dieser Richtung etwas zu unternehmen. Viel lieber lebt er im hier und jetzt und gibt sein Geld so schnell aus, wie er es einnimmt. Er ist grundsätzlich nicht bereit auf irgendwelche Annehmlichkeiten zugunsten seiner Altersabsicherung zu verzichten. Diese Verhalten führt ihn genauso in die Altersarmut wie den Aufschieber – Typ, und für ihn gilt der gleiche Rat: jetzt anfangen und an die Zukunft denken, wenigstens ab und an.
Das Gegenteil des Sicherheits – Typs ist der Spieler. Er glaubt an Wunder und Lottogewinne und investiert seine Ersparnisse in hochspekulative Anlagen, Hauptsache das Renditeversprechen ist hoch genug. Er will das Thema Altersvorsorge schnell vom Tisch haben und durch ein spektakuläres Geschäft das dafür nötige Kapital am liebsten auf einmal verdienen. Das sich irgendwann das hohe Risiko dieses Vorgehens verwirklichen wird, steht praktisch außer Frage. Irgendwann ist das ganze Geld weg und er steht vor dem Nichts. Hier fehlt es an einem Ausgleich in sicheren Anlagen, die immer und mit steigendem Alter einen immer größeren Teil des Vermögens ausmachen sollten.
Der Kaufmann unter den Sparern vermeidet die Fehler der anderen Typen. Er handelt umsichtig und weiß, wie viel seiner Anlagen er zugunsten der Rendite einem Risiko aussetzen kann, über das er sich vorher gut informiert hat. Er verlässt sich allein auf Fakten und gibt beim Sparen keinen Launen nach. Wer so handelt, dem ist ein sorgloser Ruhestand gewiss.
01. Juli 2008
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