Schon als Auszubildender lohnt es sich, für das noch so ferne Alter vorzusorgen. Und es lohnt nicht nur für den Berufsstarter, sondern auch für seine Erziehungsberechtigten.Wer seine Lehrstelle antritt, hat erst einmal einige bürokratische Hürden zu nehmen. Zuerst einmal muss sich der Azubi beim Einwohnermeldeamt seine erste Lohnsteuerkarte beschaffen. Zwar wird bei einem Einkommen in Höhe einer Ausbildungsvergütung selten Steuer fällig, aber trotzdem ist dies unvermeidlich. Ohne Konto geht heute gar nichts mehr. Wer noch kein Girokonto hat, muss spätestens jetzt eines eröffnen, damit der Lohn auch ausgezahlt werden kann. Da man als Auszubildender seine Krankenkasse selbst wählen kann, muss auch hier eine Entscheidung getroffen werden. Soweit das Pflichtprogramm, man kann aber auch noch weiter gehen und etwas für die finanzielle Absicherung tun.
Sofern der Ausbildungsbetrieb eine betriebliche Altersvorsorge anbietet, ist der Azubi gut beraten, diesen Vorteil wahrzunehmen. Das Sparen über dieses Instrument wird über die so genannte Entgeltumwandlung abgewickelt. Das bedeutet, dass man auf eine Teil des Gehalts verzichtet, das direkt in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt wird. Da es hier um Vorsorge geht, fallen keine Sozialabgaben an, was dieses Instrument attraktiv macht. Auch bei einem geringen Einkommen macht sich dies schon deutlich bemerkbar. Erhält der Azubi zum Beispiel achthundert Euro Ausbildungsvergütung, muss er davon schon etwa zwanzig Prozent an die Sozialversicherungen abführen, also konkret etwa einhundertsechzig Euro, zuzüglich eines Aufschlages für die Krankenversicherung, den der Arbeitnehmer alleine bezahlen muss. Zahlt der Azubi aber einhundert Euro in die betriebliche Altersvorsorge und verzichtet auf die Auszahlung dieses Betrages, spart er über zwanzig Euro Sozialabgaben und hat nur einen Einkommensverlust von knapp achtzig Euro, wofür aber einhundert Euro in die Altersvorsorge gehen.
Als angenehmer Nebeneffekt kann man so auch die Kindergeldzahlung retten, indem das eigenen Einkommen des Azubis unter die Fördergrenze gedrückt wird. Ein Nachteil ist bei allen Vorteilen aber zu beachten, dass nämlich der potentielle Anspruch auf Arbeitslosengeld durch die Entgeltumwandlung sinkt, da nur das ausgezahlte Nettogehalt zur Berechnung herangezogen wird.
31. August 2008
Das private Vorsorge für das Alter eine absolute Notwendigkeit geworden ist, nachdem feststeht, dass das Rentenniveau in Zukunft so niedrig sein wird, dass man von der zu erwartenden Rente keinen sorglosen Ruhestand wird finanzieren können, ist den allermeisten Menschen längst klar geworden. Problematisch ist es jedoch für immer mehr Bürger, eine solche Altersvorsorge auch zu finanzieren. Die Löhne sinken seit Jahren und ein bedeutender Teil aller Arbeitnehmer arbeitet heute schon für einen Lohn, der am Existenzminimum oder knapp darüber liegt. Da bleibt nicht viel übrig, um für ein Fernziel wie die Rente zu sparen, wenn man kaum den Alltag mit dem verdienten Geld bewältigen kann. Es gibt jedoch durchaus Möglichkeiten, auch mit geringen Mitteln eine brauchbare Vorsorge zu betreiben. Beachtet man einige Regeln, kann auch ein Geringverdiener ohne Angst dem Rentenalter entgegen sehen.Wer nur wenig zur Verfügung hat, sollte aus diesem Grund auf keinen Fall gar nichts sparen, sondern genau diesen kleinen Betrag regelmäßig anlegen. Auch ein kleiner Betrag wird über die Jahre zu einer stattlichen Summe Geldes, sofern die Rendite der Anlage stimmt und man vom Zineszinseffekt profitieren kann. Siebzig Euro über dreißig Jahre im Schnitt mit acht Prozent verzinst ergeben die stolze Summe von einhundert Tausend Euro, eine gute Basis, um sich im Alter ein bisschen was gönnen zu können. Wer wenig Geld hat, muss daher umso früher mit dem Sparen beginnen.
Damit von dem wenigen Geld nicht ein großer Teil für Gebühren und sonstige Kosten drauf geht, muss man Anlageformen finden, die nur wenig Nebenkosten haben.
Gier frisst Gehirn, lautet ein schöner Vergleich für das Verhalten vieler Menschen, wenn ihnen goldene Berge versprochen werden, für die sie fast nichts zahlen sollen. Das kann natürlich nie funktionieren, weshalb man von allen Angeboten die offenkundig unrealistisch sind, die Finger lassen sollte. Wer also nicht viel weglegen kann, muss dieses Wenige auf jeden Fall sicher anlegen.
Damit aus dem eigenen Beitrag möglichst viel herausgeholt werden kann, muss man alle Förderungen ausnutzen, die sich anbieten. So wäre es unklug die staatlichen Zuschüsse für eine Riester – Rente nicht in Anspruch zu nehmen, da man damit die Anlagerendite deutlich verbessern kann.
Um einen kleine Betrag anzulegen benötigt man auch nicht unbedingt eine Anlageprofi oder Versicherungsagenten. Die kosten nur jede Menge Gebühren. Besser ist es, man kümmert sich selbst darum und spart die hohen Provisionen.
31. August 2008