Tagesarchiv für den 12. September 2008

Riestern auf Spanisch

Marode Rentensysteme sind nicht allein ein deutsches Problem. Auch andere Länder haben Schwierigkeiten, die gesetzliche Rentenversicherung in vollem Umfang aufrecht zu erhalten. Zwar existieren Länder wie die Schweiz oder die skandinavischen Staaten, denen dies allerdings sehr gut gelingt. Wer sich jedoch dazu entschlossen hat im sonnigen Süden zu leben, genauer gesagt in Spanien, ist in Sachen Rente nicht besser gestellt als zu Hause. Auch in Spanien hat sich der Staat Vorsorgemaßnahmen ausgedacht, die die gesetzliche Rentenversicherung ergänzen sollen. Die Durchschnittsrente, die jemand der dauerhaft in Spanien lebt und arbeitet erreichen kann, ist für ein sorgenfreies Alter entschieden zu niedrig; um sich etwas zu gönnen, reicht sie auf gar keine Fall. Selbst wer ein ganzes Leben lang dort den Höchstbeitrag einzahlt, erhält eine staatliche Altersversorgung, die seinem früheren entsprechend hohen Einkommen keinesfalls entspricht. Also muss auch derjenige, der eine zum Überleben ausreichende Rente erhalten würde, auf jeden Fall seinen gewohnten Lebensstandard einschränken, sprich, auch die Gutverdiener in Spanien müssen vorsorgen für die Zeit nach der Arbeit.Dank der europäischen Union haben auch deutsche Staatsangehörige das Recht, in Spanien, sofern sie dort dauerhaft leben, die dortigen Förderungen in Anspruch zu nehmen. Eine dieser Fördermöglichkeiten ist der so genannte Pensionsplan. Wer in ihn einzahlt kann zum Beispiel die Beiträge dazu in voller Höhe von der Steuer abziehen. Das ist auch für selbstständige Unternehmer, die dort ansässig sind, eine interessante Option. An das Geld, das man dort einzahlt, kommt man allerdings ähnlich wie bei Riester erst dann, wenn man das Rentenalter erreicht hat, genauer, wenn auch die gesetzliche Rente beantragt wurde. Bevor diese nicht ausgezahlt wird, kann auch das Geld des Pensionsplans nicht angegriffen werden. Das Rentenalter in Spanien liegt noch bei fünfundsechzig, so dass die Verträge üblicherweise bis zum Erreichen dieses Alters laufen. Ein Vorteil dieser Einrichtung ist, dass man bei Geldschwierigkeiten den Vertrag beitragslos weiterführen kann, ohne die bereits gezahlte Summe zu verlieren. Ganz einfach ist es übrigens, mit seinem Vertrag zu einem anderen Anbieter umzuziehen. Dies ist jederzeit ohne Verlust möglich.

Man kann auf diese Weise bis zu zehntausend Euro jährlich ansparen, sofern dieser Betrag nicht mehr als dreißig Prozent des zu versteuernden Einkommens ausmacht.

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