Altersarmut – noch ist die Lage nicht dramatisch
Jedes Jahr gibt die Bundesregierung einen Bericht über die Vermögensverhältnisse der Bürger heraus, der unter dem Begriff Armutsbericht bekannnt geworden ist. Nach den Daten der neuesten Ausgabe ist die Zahl armer Rentner scheinbar noch nicht so stark gestiegen, wie man dies erwartet hatte.Die Diskussion über das Thema Altersarmut beherrscht schon seit der so genannten Rentenreform die Medien. Absinkendes Rentenniveua, steigendes Renteneintrittsalter und steigende Preise lassen für die Zukunft ein Heer von alten Menschen befürchten, die von der so genannten Grundsicherung ihr restliches Leben fristen müssen. Diese Grundsicherung, die nichts anderes ist als Harz IV für Menschen, die nicht mehr ins Erwerbsleben zurückkehren können, bezogen vor zwei Jahren etwas über zwei Prozent der Rentner ab fünfundsechzig Jahren. Davon waren der größere Anteil Frauen, was angesichts typischer weiblicher Erwerbsbiografien und der nach wie vor deutlich schlechteren Bezahlung von weiblichen Arbeitnehmern, nicht verwundert.
Besonders bedroht von Altersarmut sind Arbeitnehmer, die während ihres Berufslebens längere Zeiten mit geringem oder gar keinem Einkommen haben. Grund dafür kann längere Arbeitslosigkeit, Kindererziehung oder eine Phase von Selbstständigkeit sein, während derer man nur wenig Gewinne erzielen konnte. Die Bundesregierung ist der Meinung, solche Phasen ließen sich vermeiden, indem man sich um eine möglichst gute Ausbildung sorgt und Unterbrechungen im Berufsleben vermeidet. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, da die Ausbildungschancen nach wie vor im wesentlichen von der Herkunft abhängen. Wer unten geboren wurde, bleibt dort aller Voraussicht nach auch sein ganzes Leben lang. Lücken im Erwerbsleben lassen sich heute im Grund nicht mehr vermeiden, da lebenslange Anstellungen ein Modell der Vergangenheit sind. Der Ratschlag mag gut gemeint sein, löst aber kein Problem.
Die Zahl künftiger armer Rentner lässt sich noch nicht exakt berechnen. Dazu wären zu viele Einflussgrößen zu berücksichtigen, auf die man keinen Einfluss hat und die sich auch nicht zuverlässig vorhersagen lassen. So ist die Wirtschaftsentwicklung ein entscheidender Faktor, ob es Erwerbslücken durch Arbeitslosigkeit gibt oder nicht.
jetzt kommentieren? 25. September 2008