Monatsarchiv für September, 2008

Sockelrentenmodell soll Solidarität stärken

Das Prinzip Solidarität, wie es Jahrzehnte selbstverständliche Grundlage der gesetzlichen Rentenversicherung war, wird vom Gesetzgeber nach und nach aufgelöst. Die aktuell laufende Rentenreform ist mit Sicherheit nur der Anfang vom Ende der gesetzlichen Rente, auf die sich die vorangegangenen Generationen verlassen konnten. Da ist zum einen die Anhebung der Lebensarbeitszeit, die vor allen Dingen solche Menschen stark benachteiligt, die in körperlich oder psychisch anstrengenden Berufen arbeiten, so etwa Bauarbeiter oder Krankenpfleger. Nur wenige halten bis zu ihrem siebenundsechzigsten Lebensjahr im Beruf durch. Die Folge sind hohe dauerhafte Abschläge auf die Rentenzahlungen. Dies trifft Arbeitnehmer mit Durchschnittseinkommen oder sogar geringem Einkommen besonders hart, da die Rentenansprüche obendrein stetig sinken. Im Ergebnis dürften nur noch die Wenigsten in Zukunft mit der gesetzlichen Rente im Alter über die Runden kommen oder sich gar etwas leisten können. Da sich diese Entwicklung fortsetzen wird, wird sich die Situation für Millionen künftiger Rente sogar noch verschärfen. Gerade diejenigen, die es am nötigsten hätten, können aber gerade nicht oder nur wenig privat für das Alter zurücklegen. Da sich auch der Trend, Lebensrisiken zunehmend zu Privatisieren auch in Bezug auf die Alterssicherung verstärken wird, fordert das Kolpingwerk dazu auf, das Solidaritätsprinzip wieder zu stärken und nicht einzelne Gruppen gegeneinander auszuspielen, wie es aktuell bei der Diskussion um Beamtenpensionen im Vergleich mit Rentenbezügen geschieht.Abhilfe soll das so genannte Sockelrentenmodell schaffen. Grundlage dieses Systems ist die Einbeziehung ausnahmslos aller Bürger in die dann neu zu schaffende Rentenversicherung, das besonderes die Schwächeren in der Gesellschaft vor drohender Altersarmut bewahren soll. Die Sockelrente soll als Grundsicherung dienen und deutlich oberhalb der Armutsgrenze liegen, wobei jeder Bürger darauf einen Anspruch haben soll. Umgekehrt soll auch jeder nach seinen Möglichkeiten zur Finanzierung dieser Sockelrente beitragen. Das würde das Solidaritätsprinzip neu beleben, anstatt es mehr und mehr in den Hintergrund zu drängen, wie es aktuell zu beobachten ist. Auf die Sockelrente setzt dann die individuelle Rente auf, deren Höhe wie bislang von den persönlichen Beiträgen abhängig ist.

jetzt kommentieren? 03. September 2008

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