Monatsarchiv für Oktober, 2008

Die Rente ist sicher

Das gilt jedenfalls insofern, dass die erworbenen Ansprüche nicht verloren gehen können. Die derzeitige gro?e Finanzkrise kann diesem Anspruch grundsätzlich nichts anhaben.Der Dax, also der deutsche Aktienindex, hat innerhalb von drei Wochen fast zwanzig Prozent eingebü?t. Noch immer befinden sich die Märkte im freien Fall und gigantische Vermögenswerte werden täglich durch den Kursrutsch vernichtet. Die amerikanischen Pensionsfonds haben inzwischen die unvorstellbare Summe von zwei Billionen Euro verloren. Der Dax war zuletzt vor 3 Jahren auf einem so niedrigen Stand. ?hnliches spiel sich in Asien ab, in den USA hat die Krise ihren Anfang genommen, so dass der Dow-Jones täglich auf neue Tiefststände abrutscht. Ein Ende der Katastrophe ist noch nicht abzusehen. Viele vergleichen die Situation mit der Weltwirtschaftskrise 1929, die ganz ähnlich begann, nachdem eine Spekulationsblase geplatzt war.

Da beruhigt es viele Bürger zumindest ein wenig, dass trotz der Turbolenzen am Finanzmarkt wenigstens die gesetzliche Rente sicher ist. Jeder der Rentensprüche erworben hat, darf sicher sein, dass er seine Altersbezüge auch ohne Abzüge erhalten wird, sobald er einen Anspruch auf Auszahlung hat. Für die Sicherheit sorgt das Prinzip, nachdem die gesetzliche Rentenversicherung aufgebaut ist. Die Renten werden nicht aus angelegtem Kapital bestritten, sondern im so genannten Umlageverfahren erwirtschaftet. Das bedeutet, die arbeitende Generation zahlt mit ihren Beiträgen die Renten der Ruhständler; das Geld wird also nicht auf geparkt, sondern direkt weiter gereicht. Daher kann eine Finanzkrise diesem System auch nichts anhaben. Immerhin hat es auch zwei Weltkriege überdauert und dies weitgehend störungsfrei.

Gefährdet wird dieses Verfahren durch die veränderte Demographie; immer weniger Arbeitnehmer müssen für immer mehr Rentner aufkommen. Hält diese Bevölkerungsentwicklung an, werden die Rentenbeiträge irgendwann unbezahlbar werden. Dennoch will man am bisherigen System jedenfalls grundsätzlich festhalten, eine Entscheidung, die durch die gerade ausgebrochene Finanzkrise bestätigt wird. Auch wenn die Rentenhöhe im Laufe der nächsten Jahrzehnte abgesenkt wird, so bleibt diese Säule der Alterssicherung immerhin sicher.

jetzt kommentieren? 12. Oktober 2008

Deutschland spart weniger für die Rente

Die aus den USA kommende Finanzkrise hat nicht nur auf die Wirtschaft, sondern auch auf das Sparverhalten der Bürger einen nachhaltigen Einfluss. Was man bei uns vorher kaum für möglich gehalten hatte, wird jetzt bittere Realität. Die Sparguthaben bei den Banken scheinen nicht mehr sicher zu sein, das Land schlittert in eine Rezession und die Deutschen haben Angst um ihr Geld. Ein Ende der Krise ist noch gar nicht abzusehen. Es scheint vielmehr so, als ob sie noch gar nicht richtig begonnen hätte. In dieser Situation machen sie die Bürger offensichtlich eher um die Gegenwart und die nähere Zukunft Sorgen, als um ihre Absicherung im Alter. Besonders deshalb, da auch diese Guthaben möglicherweise nicht wirklich sicher sind. Das ist keine Motivation weiter zu sparen oder gar noch mehr zu tun als bisher. So sparten die Deutschen im laufenden Jahr so wenig, wie zuletzt vor drei Jahren.Das sind knapp einhundert neunzig Euro im Schnitt, die der Deutsch monatlich für das Alter zurück legt. Das hat eine große deutsche Bank ermittelt. Noch im letzten Jahr waren es fast zwanzig Euro mehr, die in eine Altersvorsorge eingezahlt wurden. Auch sind es weniger berufstätige Bürger geworden, die überhaupt privat für die Rente vorsorgen. Dieser Wert ist um glatte sieben Prozent gefallen. In den Augen der meisten Bürger ist die wichtigste Altersvorsorge einen eigene Immobilie.

Etwas über vierzig Prozent der Befragten in dieser Studie halten ihre Vorsorge für ausreichend, fast genau der gleiche Prozentsatz sieht es genau anders herum. Über die Hälfte hält die Inflation im Zusammenhang mit der privaten Altersvorsorge für keine wichtiges Problem. Ein Minderheit von etwa zehn Prozent versucht mit entsprechenden Geldanlagen den Kaufkraftschwund durch die Inflation auszugleichen. Die Mehrheit rechnet damit, ein hohes Alter zu erreichen, berücksichtigt diesen Umstand bei der Planung für ihre Finanzen im Rentenalter nicht. Damit werden zwei wichtige Faktoren der Altersvorsorge bei der Mehrheit völlig vernachlässigt, nämlich die Inflation und das steigende Lebensalter. Ohne Einbeziehung dieser Faktoren kann eine private Altersvorsorge nicht gelingen.

jetzt kommentieren? 09. Oktober 2008

Eine Viertel Stunde für die Rente

Die Angst geht um bei den Deutschen, dass sie im Alter nicht ausreichend Geld zur Verfügung haben werden. Die lange Diskussion um die private Altersvorsorge und die zur Gewissheit werdende Einsicht, dass die Rentenzahlungen für spätere Generationen nicht mehr als eine Grundsicherung sein werden, hat wesentlich zu dieser Angst beigetragen.Das ist ein zweifellos ungutes Gefühl, besonders wenn man noch keine eigenen Maßnahmen getroffen hat, um für das Alter privat vorzusorgen. Wer denkt, es ist schon zu spät, um noch genug zu sparen, der irrt sich jedoch. Es kann sehr einfach sein, die nötigen Informationen zu bekommen, wie eine sinnvolle und effektive Vorsorge aussehen muss. Es sind weder schwierige Berechnungen aller möglichen öffentlichen und privaten Wirtschaftsdaten erforderlich, noch sind sonst aufwändige Dinge nötig. Wer sich eine viertel Stunde im Jahr Zeit nimmt, um sich mit seiner späteren privaten Rente zu beschäftigen, der hat genug getan und kann beruhigt schlafen. Es gibt fünf einfache Regeln, die dabei zu beachten sind.

Wer sich an irgendeinen Berater wendet, der bei der Geldanlage für die private Rente helfen soll, wird sehr wahrscheinlich mit einer Rechnung konfrontiert, in der das nötige Kapital ermittelt wird, dass man für ein sorgloses Alter benötigen würde. Diese Summe ist meistens für einen Normalbürger erschreckend hoch, muss sie doch groß genug sein, damit man im Idealfall von der Rendite leben kann. Wer nun denkt, er könne das niemals sparen, sollte sich klar darüber sein, dass alle Prognosen für die Zukunft immer fragwürdig sind. Niemand kennt die Verhältnisse in einigen Jahrzehnten, weshalb eine genaue Aussage, wie viel Geld man dann zu Leben benötigen wird, gar nicht möglich ist. Daher ignoriert man diese Rechnung am Besten, da sie ohnehin wenig aussagt.

Viel wichtiger ist es, dass man überhaupt einmal damit anfängt, für das Alter vorzusorgen. Das macht man am besten gleich heute, nicht erst morgen. Es gibt zwar immer gute Gründe, warum man jetzt besser nicht beginnen sollte, weil man das Geld vielleicht meint für etwas anderes zu benötigen. Auch ein kleiner monatlicher Betrag summiert sich im Laufe der Jahre, vorausgesetzt, man greift die Ersparnisse nicht zwischendurch wieder an. Je früher man mit dem Sparen beginnt, desto weniger Geld muss man pro Monat zurück legen. Als Faustregel gilt, dass man für jeweils sechs Lebensjahre etwa ein Prozent seiner Nettoeinkünfte zurücklegen sollte.

Das Geld, dass man für das Alter spart, sollte nicht auf dem normalen Konto eingezahlt werden, sondern separat liegen. So kommt man gar nicht erst auf den Gedanken, etwas davon auszugeben. Damit man das Sparen auch nicht vergisst, hilft am besten ein Dauerauftrag.

Die Altersvorsorge sollte vor allem eines sein, nämlich sicher. Das Kapital für die spätere Rente eignet sich nicht für Spekulationen, auch wenn dabei noch so verlockende Renditeversprechen gegeben werden. Im Idealfall legt man das Geld in sicheren Papieren an; mit einem kleinen Anteil kann man etwas gewagter vorgehen, aber der Hauptanteil muss immer im sicheren Hafen liegen, umso mehr, je älter man bereits ist. 

Damit die Anlage nicht in die falsche Richtung läuft, sollte man sie einmal jährlich überprüfen. Dabei sollte das Augenmerk darauf liegen, ob der risikoreichere Anteil dort noch gut aufgehoben ist, oder ob man umschichten sollte.

jetzt kommentieren? 08. Oktober 2008

Sparen wie ein Golf

Wer selbst erfolgreich sein will, kann sich bei schon erfolgreichen Vorbilder ein paar Tricks abschauen, wie man besser voran kommt und seine Ziele erreicht. Dies gilt auch beim Thema Altersvorsorge. Dabei muss das Vorbild nicht unbedingt ein erfolgreicher Investmentbanker sein, es bieten sich auch Vergleiche aus anderen Lebensbereichen an. Nehmen wir zum Beispiel eines, dass jedermann kennt und viele vielleicht sogar selbst besitzen oder besaßen, nämlich ein Auto, genauer einen Golf. Seit mittlerweile dreißig Jahren ist dieses Auto eine einzige Erfolgsgeschichte. Schon bei seinem Erscheinen war er ein Renner und ist es bis heute geblieben. Wie er dies geschafft hat, sehen wir uns jetzt näher an und übertragen dies als Prinzipien auf die private Altersvorsorge.Da ist erst einmal die Zuverlässigkeit, die dieses Auto so beliebt gemacht hat. Wie früher der Käfer, ist auch der Golf inzwischen in dieser Beziehung fast sprichwörtlich. Das kommt jedoch nicht von ungefähr, sondern ist das Ergebnis harter Arbeit und ständiger Verbesserungen.

Ebenso sollte man mit seiner Geldanlage verfahren. Es genügt nicht, einfach jeden Monat etwas beiseite zu legen, sondern darum ein Ziel zu erreichen, nämlich finanzielle Unabhängigkeit im Rentenalter. Daher hat Zufall bei der Anlage keinen Platz, ebenso wenig die unkritische Übernahme von Ratschlägen selbst ernannter Experten. Nur wer sich selbst aus unabhängigen Quellen informiert, kann sein Geld auch optimal anlegen. Das geht heute leichter denn je, sofern man über einen Internetanschluss verfügt.

Einen Golf kann man auch im fortgeschrittenen Autoleben noch für gutes Geld weiter verkaufen. Das Auto hält lange und macht auch im Alter nur wenig Probleme und verursacht keine überhöhten Kosten. Diese Wertbeständigkeit und Langfristigkeit sollte auch für die Sparanlagen gelten. Ständiges umschichten von Papieren oder Wechsel zu anderen Anlagen kostet letztlich mehr Geld, als man damit vielleicht gewinnen kann. Am meiste verdient dabei die Bank durch die vielen Gebühren, die bei jeder neuen Entscheidung fällig werden. Umschichten sollte man nur, wenn man definitiv feststellt, dass man zuvor einen Fehler gemacht hat; aus Fehlern haben auch die Erbauer des Golfs gelernt, was nicht zu ihrem Schaden war.

Der Golf ist ein ökonomisches Fahrzeug, das mit verhältnismäßig wenig Ressourcen auskommt. Nicht nur der Benzinverbrauch, sondern auch die Wartungskosten halten sich im Rahmen. Daran ist auch bei der Geldanlage zu denken. Man gewinnt nichts, wenn hohe Gebühren und Nebenkosten die Rendite verzehren. Schließlich soll das Geld sich vermehren, nicht der Gewinn der Bank.

Der Kauf eines Golfs gilt als eine vernünftige Entscheidung. Man kann mit so einem Auto vielleicht nicht angeben, aber dafür macht dieses Fahrzeug genau das, was man von ihm verlangt, nämlich seinen Besitzer von hier nach dort zu befördern.

Auch bei der Altersvorsorge geht es genau darum. Man will ankommen ohne das man auf dem Weg dahin ein großes Brimborium veranstalten muss. Daher ist nicht die am meisten beworbene Anlage unbedingt die richtige, sondern die, die zu günstigen Gebühren eine ansehnliche Rendite bringt.

Die millionenfache Entscheidung für einen Golf, die die Kunden getroffen haben, beruht nicht auf Zufall. Vielmehr sind all diese Fahrer davon überzeugt, mit ihrer Wahl in dieser Fahrzeugklasse das beste Produkt für ihr Geld erworben zu haben. Keiner dieser Leute würde auf eine simple Empfehlung hin einfach blind die Marke wechseln.

Auch beim Sparen sollte man sich darüber im klaren sein, in welcher Liga man spielen will. Dazu muss man erst wissen, was man mit seinem Investment erreichen möchte.

jetzt kommentieren? 06. Oktober 2008

Trend: Grundrente

Die Rentner von heute sind fein raus, jedenfalls der überwiegende Teil von ihnen. Die Zeiten der finanzielle Verpflichtungen sind weitgehend vorbei, spätestens seit die Kinder aus dem Haus sind und das eigene Häuschen bezahlt ist. Die gesetzliche Rentenversicherung überweist obendrein jeden Monat einen schönen Betrag auf das Konto, für den die Rentnergeneration ein Leben lang gearbeitet hat. Das heutige Rentenniveau ist so hoch, dass die meisten ihren Lebensstandard halten können und ihre Lebensqualität derjenigen des Berufslebens entspricht.Diese Zustände werden sich bald ändern. Die folgenden Rentnergenerationen werden nicht mehr so auf Rosen gebettet sein. Wer heute in die Rentenkasse einzahlt, zahlt zwar die höchsten Beiträge, die es jemals gegeben hat, aber die zu erwartende Rente ist dafür nur sehr gering. Wer in zwanzig Jahren pensioniert wird, bekommt von jedem eingezahlten Euro nur noch achtzig Prozent zurück.

Daher ist die gesetzliche Rente schon seit langer Zeit heißes Diskussionsthema. Diverse Nachbesserungen, auch Rentenreformen genannt, flicken zwar Löcher, aber die nächste Nachbesserung muss in immer kürzeren Abständen folgen. So wird es auch bei der aktuellen Rentenreform sein. Die entscheidende Frage lautet heute daher nicht mehr, ob die Renten sicher sind. Das sind sie auf jeden Fall, da der Anspruch darauf ein Form des Eigentums darstellt. Vielmehr kommt es darauf an, wie hoch die spätere Rente sein wird. Hier ist ein klarer Trend auszumachen, und der geht in Richtung Grundrente. Wer heute Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, bekommt nur einen Bruchteil dieser Einlage wieder zurück, er legt also im Ergebnis drauf.

Ein wichtiger Grund dafür ist die demoskopische Entwicklung. Da die durchschnittliche Lebenserwartung ansteigt und in zwanzig Jahren voraussichtlich ein Drittel der Bevölkerung über sechzig sein wird und gleichzeitig bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland etwas zehn Millionen Menschen weniger leben werden, fehlt der Rentenversicherung eine gesunde Basis. Immer weniger Arbeitnehmer müssen für immer mehr Rentner aufkommen, die zudem immer älter werden. Die Differenz zwischen letztem Gehalt und der Rentenhöhe wird kontinuierlich ansteigen; es ist die so genannte Versorgungslücke.

jetzt kommentieren? 05. Oktober 2008

Riestern für Frührentner

Wer vorzeitig aus der Erwerbsleben ausscheidet, und fortan eine Erwerbsgemindertenrente bezieht, ist in aller Regel finanziell nicht auf Rosen gebettet. Da eine krankheitsbedingte Berufsunfähigkeit eher selten kurz vor dem regulären Rentenbeginn eintritt, sondern oft schon in relativ jungen Jahren, sind die Bezüge aus dieser Ersatzrente meistens eher gering. Das ist schlimm genug, jedoch war es diesem Personenkreis bislang nicht möglich, wenigstens für die Zeit nach dem Erreichen des Rentenalters zusätzliche Vorsorge zu betreiben, die auch staatlich gefördert wird. Sparen auf eigene Faust, sofern das finanziell möglich ist, war natürlich schon zuvor möglich, jedoch angesichts des durchschnittlich geringen Betrages, den ein Erwerbsgeminderter monatlich für Sparleistungen entbehren kann, wenig effektiv, da lediglich die normale Rendite der gewählten Anlageform das Kapital langsam vermehrt. Auch steuerliche Vorteile für solche Vorsorgemaßnahmen nutzen den meisten Betroffenen wenig, da sie auf Grund ihrer Einkommenssituation ohnehin nur wenig oder gar keine Steuer zahlen, also auch keine Steuern sparen können. Um diese Personen in den Genuss staatlicher Förderung zu bringen, hat die letzte Gesetzesänderung zur Riester – Rente auch hier neue Regel gebracht. Fortan gibt es auch für unfreiwillige Frührentner nicht nur die auch sonst übliche steuerliche Förderung. Vielmehr können sie im Rahmen eines Riester – Vertrages auch staatliche Zulagen beziehen, wie jeder normale Arbeitnehmer auch.Dies ist an wenige Voraussetzungen geknüpft. Zum einen muss eine volle Erwerbsminderung vorliegen und deshalb eine entsprechende gesetzliche Rente bezogen werden. Bereits bevor diese Rente bewilligt wurde, muss der Betroffenen berechtigt gewesen sein, Riester – Förderungen in Anspruch zu nehmen. Das wird bei allen Personen, die in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen gewesen sind üblicher Weise der Fall sein. Grundsätzlich gehören auch Selbstständige und Beamte dazu. Wer nur einen 400-Euro-Job hatte, aber von der Möglichkeit der Aufstockung Gebrauch gemacht hat, wer sich in der Erziehungszeit befand oder wer arbeitslos war, gehört ebenfalls zu förderberechtigten Kreis.

Gleiches gilt auch für Beamte, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Arbeiten können. Ihnen räumt man aus prinzipiell den gleichen Gründen wie bei den Erwerbsgeminderten die Fördermöglichkeit ein, da sie auf Grund ihrer Dienstunfähigkeit für das Alter keine Anwartschaften mehr erwerben können.

jetzt kommentieren? 04. Oktober 2008

Bauen auf Harz IV

Wer arbeitslos wird, hat es schwer, wer arbeitslos bleibt, den führt man mit ausgeklügelten staatlichen Maßnahmen in die dauerhafte Armut. Harz IV – Empfänger haben wenig Rechte, aber viele Pflichten. Erfüllen sie diese und legen die erwartete Bußfertigkeit an den Tag, lässt man sie zur Belohnung zumindest überleben, indem man ihnen das aller Nötigste zum Leben zugesteht. Nun werden nicht alle Bedürftigen bereits in solche Verhältnisse hineingeboren. So macher, der heute Pfandflaschen aus Mülleimern sammelt, kommt aus dem mittleren Management oder war selbstständig. Daher kommt es, dass mancher noch Reste seines früheren Lebens mit in die Armut gerettet hat. Wer beispielsweise in besseren Zeiten in Haus gekauft oder gebaut hat, der wird Angesichts der langen Finanzierungsdauer einer Immobilie auch als Arbeitsloser noch Kredite abbezahlen und auch staatliche Förderungen empfangen, die mit dem selbstgenutzten Wohneigentum einher gehen. So erhalten auch heute noch manche die vor Jahre abgeschaffte Eigenheimzulage. Diese ist für eine Harz IV – Empfänger natürlich ein erheblicher Posten, der ihm dabei hilft, die Weiterfinanzierung seines Hauses auch in diesen Zeiten zu stemmen, sofern er es nach den Regel der Agentur für Arbeit überhaupt behalten darf. Ist man in der günstigen Situation, dass der Kredit schon abbezahlt ist, stellt sich nunmehr die Frage, ob dieser staatliche Zuschuss ein Einkommen im Sinne des Harz IV – Gesetzes ist. Ein Amt meint ja und strich, nachdem die Zulage überwiesen war, dem Betroffenen die Unterstützung. Auch er hatte keine Schulden, da er weitgehend das Haus mit eigenen Händen gebaut hatte. Die Zulage war also nicht zur Tilgung von Krediten oder ähnlichem erforderlich. Genau darum meinte das Amt, es sei ein frei verfügbares Einkommen. Allerdings war das Haus zwar bewohnbar, aber noch nicht fertig gestellt. Einige Kleinigkeiten fehlten noch, so zum Beispiel der Fassadenputz. Genau diesen wollte der spätere Kläger mit dem Geld anbringen. Der spätere Prozess ging überraschender Weise zugunsten des Klägers aus. Das Gericht befand, dass man auch als Bedürftiger solche Zulagen in sein eigenes Haus investieren dürfen muss. Einen Pferdefuß hatte die Entscheidung dennoch. Die Arbeiten und deren Kosten müssen mit Quittungen oder ähnlichem nachgewiesen werden. Es steht dem Empfänger also nicht frei, über das Geld nach Belieben zu verfügen, es muss nachweislich in die Immobilie investiert werden.

jetzt kommentieren? 02. Oktober 2008

Der Fiskus und die Rentner

Viele interpretieren die Medienberichte der letzten Zeit bezüglich der Steuerpflicht von Rentner so, als sie dies etwas ganz Neues, was es bislang nicht gegeben habe. Das ist so allerdings nicht richtig. Die Pflicht Steuern zu zahlen, hatte auch bislang nichts mit dem Lebensalter zu tun, sondern ausschließlich mit dem Einkommen, das eine Person bezieht. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob man als Arbeitnehmer oder als Rentner über Einkünfte verfügt. Neu ist ab nächstem Jahr etwas ganz anderes, nämlich die Meldepflicht der gesetzlichen Rentenversicherung. Die wird künftig alle Rentenzahlungen automatisch an die Finanzämter melden. Was sich also ändert, ist die Gelegenheit, Einkünfte vor dem Finanzamt zu verbergen, was bisher durchaus möglich war, sofern es sich um Rentenbezüge gehandelt hat. Neu ins Bewusstsein getreten ist durch die Diskussion, dass man auch im Ruhestand zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, sofern man gewisse Kriterien erfüllt.Nicht nur die gesetzlichen Rentenversicherer, sondern auch alle anderen Stellen, die Renten auszahlen, wie zum Beispiel Pensionskassen oder Direktversicherungen, die oft bei der betrieblichen Altersvorsorge eingesetzt werden, sind ab nächstem Jahr gesetzlich dazu verpflichtet, alle ihre Informationen an einen zentrale Stelle des Finanzamtes zu melden. Diese sitzt in Brandenburg und verteilt diese Informationen an die jeweiligen Finanzämter, die für den einzelnen Rentner zuständig sind. Das kann für so manchen, der sich bislang mit Vorsatz oder aus Unwissenheit nicht um seinen Steuerangelegenheiten gekümmert hat, zu einem bösen Erwachen führen. Zwar werden die meisten Pensionäre, die außer ihrer Rente über keine weiteren Einkünfte verfügen wohl selten Steuern nach zahlen müssen. Wer aber beispielsweise bislang Mietzahlungen oder Zinseinkünfte hat, kann den Freibetrag schnell überschritten haben.

Dies umso mehr, als der steuerpflichtige Anteil der Rentenzahlungen seit der Rentenreform jährlich um zwei Prozent angehoben wird, bis der in zwölf Jahren achtzig Prozent erreicht haben wird.

Um sich ein Bild zu machen, ob man eventuell zu eine Steuererklärung abgeben muss, kann man in etwa sagen, dass man mit weniger als vierzehnhundert Euro Rente im Monat ohne weitere Einnahmen als Single steuerfrei bleiben wird. Bei Verheirateten verdoppelt sich dieser Betrag. Im Zweifel sollte man bei seinem Finanzamt oder einem Steuerberater nachfragen.

jetzt kommentieren? 02. Oktober 2008

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