Alles auf einmal – Rente für Optimisten
Private Rentenversicherungen bieten die verschiedensten Modelle an, über die man später eine Rente erhalten kann. Der Klassiker ist natürlich die Rente, bei der monatlich ein bestimmter Betrag einbezahlt wird, bis die Fälligkeit erreicht ist und man daraus eine lebenslange Rente erhält. Man kann aber auch eine Variante wählen, bei der man das Kapital auf einmal einzahlt, das die spätere Rente bringen soll. Ob sich das wirklich lohnt, sollte man aber vorher erst einmal ausrechnen.Bei einem Vergleich unterschiedlicher Angebote für Rentenversicherungen mit Einmalzahlung kamen deutliche Unterschiede zutage. An Hand einer Beispielrechnung wurden die Produkte verglichen. Dabei sollten jeweils sechzig Tausend Euro auf einmal angelegt werden, um dann daraus eine Rente zu erhalten. Das beste Angebot für Frauen erbrachte dabei eine lebenslange monatliche Rentenzahlung von knapp zweihundertdreißig Euro. Da Männer im Schnitt früher sterben, erhielten sie bei besten Angebot etwa fünfzehn Euro mehr. Diese Beträge waren für die nächsten zwanzig Jahre garantiert. Stirbt der Rentner vor dieser Zeit, erhalten die Erben diesen Betrag.
Das hört sich erst einmal gut an, aber man sollte erst genauer hinsehen. Würde man diesen Betrag von sechzig Tausend Euro zum Beispiel zu vier Prozent anlegen, ergäbe das eine Rendite von zweihundert Euro im Monat, die man allerdings noch versteuern müsste. Da dabei das Kapital erhalten bleibt, würde man diesen Betrag tatsächlich lebenslang erhalten.
Bei den Rentenmodellen sieht die Rendite jedenfalls nach zwanzig Jahren weniger günstig aus. Weder Frauen noch Männer hätten in dieser Zeit überhaupt ihr eingesetztes Geld wieder zurück erhalten. Die Rendite stimmt erst, wenn man diese Rente wenigsten dreißig Jahre bezogen hat, und dann sind es auch nur magere zwei Prozent, diese ebenfalls noch unversteuert. Es kommt nämlich hinzu, dass auch der Ertrag aus einer Rentenversicherung der Steuerpflicht unterliegt, wenn auch zu bevorzugten Konditionen. Angeblich sollen die Kunden dieser Policen jedoch laut Angaben der Unternehmen mehr als nur die Garantierente erhalten, sondern auch eine Zusatzrendite ausgezahlt bekommen. Nimmt man an, die tatsächlich Rente läge fünfzig Prozent über der garantierten, wäre die Rendite jedoch noch immer äußerst bescheiden. Nach zwanzig Jahren wären es nämlich gerade einmal dreieinhalb Prozent, erst nach dreißig Jahren hätte der Kunden über fünf Prozent erwirtschaftet. Jedoch muss man ein stolzes Alter erreichen, wenn es gelingen soll, über dreißig Jahre diese Rente zu beziehen.
jetzt kommentieren? 12. Dezember 2008