Rürup – für wen lohnt es sich?
Rürup ist bei weitem nicht für jeden potentiellen Berechtigten geeignet. Einmal hängt die Eignung davon ab, ob man den nötigen langen Atem hat, den gesamten Vertrag durchzuhalten. Auch ist der spezielle Vertrag ein entscheidendes Kriterium. Unabhängige Verbraucherorganisationen bemängeln, dass es bei den bisher auf dem Markt befindlichen Verträgen an der nötigen Flexibilität mangelt. Gerade für die anvisierte Zielgruppe für Rürup wäre dies aber ein ganz wichtiger Punkt. Schließlich sind es vor allem Selbstständige, die mit Rürup ihre private Rentenvorsorge betreiben sollen. Aber eben als Selbstständiger hat man nun mal nur ausnahmsweise ein gleich bleibendes Einkommen. Es wird Monate geben, in denen es einfach an Geld fehlt, um auch noch den Rürup – Vertrag bedienen zu können. So ist die Investition in diese Sparform mitunter schnell vergebens, wenn man vielleicht lange in den Vertrag einzahlt, aber später auf Grund von Geldmangel mit einem wesentlich verringerten Rentenanspruch leben muss oder gar den ganzen Vertrag verliert. Die Klauseln sind oft sehr eng gefasst. So ist es manchmal der Fall, dass man überhaupt dann erst einen Anspruch auf Zahlungspausen hat, wenn man einige Jahre lang eingezahlt hat. Ein Zahlungsstopp hat auch für Zusatzoptionen einen negativen Einfluss. Eine zusätzlich mit dem Rürup – Vertrag kombinierte Berufsunfähigkeitsversicherung etwa wird man verlieren, wenn man einige Zeit den Vertrag beitragsfrei stellen muss.
Bei den Fonds – Modellen zu Rürup existiert ein weiterer Nachteil. Es gibt nicht einmal dafür eine Garantie, dass wenigstens die Sparleistung bei Rentenbeginn zur Verfügung stehen muss. Dies ist besonders fatal, da man als Selbstständiger gar keine Alternative zu Rürup hat. Riester ist Arbeitnehmern in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis vorbehalten.
Grundsätzlich sollte man also bei Rürup – Verträgen auf Zusatzoptionen verzichten und diese besser mit einer separaten Versicherung abdecken. Das Kleingedruckte sollte man gründlich studieren, bevor man sich zu einer Unterschrift entschließt.
jetzt kommentieren? 31. Januar 2009