Arm, weil ahnungslos
25.Juli 2008
Diskussionen über die Rente und eine ganze Reihe großer und kleiner, offizieller und inoffizieller Rentenreformen beherrschen schon seit etlichen Jahren die Berichterstattung in den Medien. Die im Zuge der Wiedervereinigung endgültig geplünderte Rentenkasse, die sich von diesem Aderlass nicht mehr ohne fremde Hilfe erholen wird, hat dem bisherigen System der Altersvorsorge die Basis entzogen. Auch dies sollte niemandem entgangen sein, auch wenn es inzwischen schon ein paar Jahre her ist. Um die endgültige Katastrophe zu verhindern, das ein Heer verarmter Rentner für das Land bedeuten würde, hat man sich allerlei neue Vorsorgeinstrumente ausgedacht, deren wesentliche Eigenschaft darin besteht, dass der Einzelne sie selbst finanzieren muss, und zwar zusätzlich zu seinen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung, die zwar steigen und dies auch aller Voraussicht nach weiterhin tun werden, für die meisten Betroffenen aber, sofern sie das ebenfalls immer weiter steigende Renteneintrittsalter erleben, meist nicht viel mehr als eine Grundsicherung als Altersbezüge ergeben wird. Das man etwas für die Altersvorsorge tun muss, ist den meisten Menschen inzwischen klar geworden. Eine eigene Immobilie wäre gut, wie man den Medien ständig entnimmt, und privates Sparen sowieso. Leider ist aber, wie eine aktuelle Umfrage zeigt, ein großer Teil relevanter Informationen zur privaten Vorsorge noch längst nicht bei der breiten Masse angekommen. Während Grundsätzliches den meisten klar ist, fehlen die nötigen Infos zu den einzelnen Produkten.Ein Beispiel dafür ist die so genannte Rürup – Rente, die Riester – Version für Selbstständige und Freiberufler. Gerade mal ein Viertel der Bürger hat jemals etwas von ihrer Existenz vernommen, und wenn, weiß fast niemand genaueres darüber. Die repräsentative Erhebung zeigt die Konsequenzen auf, die angesichts der gigantischen Informationsdefizite nicht verwundern. Lediglich etwas mehr als ein halbes Prozent der Berechtigten will in den nächsten Jahren einen Vertrag zur so genannten Grundrente abschließen. Wer nicht informiert ist, wird sich natürlich auch um solche Dinge nicht kümmern. Den Ahnungslosen entgehen dabei erhebliche Steuervorteile, die bis zu zwei Drittel der Beiträge ausmachen können, wobei dieser Anteil jährlich um 2 % steigt, bis dereinst die hundert Prozent erreicht sein werden.
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