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Diskussionen über die Rente und eine ganze Reihe großer und kleiner, offizieller und inoffizieller Rentenreformen beherrschen schon seit etlichen Jahren die Berichterstattung in den Medien. Die im Zuge der Wiedervereinigung endgültig geplünderte Rentenkasse, die sich von diesem Aderlass nicht mehr ohne fremde Hilfe erholen wird, hat dem bisherigen System der Altersvorsorge die Basis entzogen. Auch dies sollte niemandem entgangen sein, auch wenn es inzwischen schon ein paar Jahre her ist. Um die endgültige Katastrophe zu verhindern, das ein Heer verarmter Rentner für das Land bedeuten würde, hat man sich allerlei neue Vorsorgeinstrumente ausgedacht, deren wesentliche Eigenschaft darin besteht, dass der Einzelne sie selbst finanzieren muss, und zwar zusätzlich zu seinen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung, die zwar steigen und dies auch aller Voraussicht nach weiterhin tun werden, für die meisten Betroffenen aber, sofern sie das ebenfalls immer weiter steigende Renteneintrittsalter erleben, meist nicht viel mehr als eine Grundsicherung als Altersbezüge ergeben wird. Das man etwas für die Altersvorsorge tun muss, ist den meisten Menschen inzwischen klar geworden. Eine eigene Immobilie wäre gut, wie man den Medien ständig entnimmt, und privates Sparen sowieso. Leider ist aber, wie eine aktuelle Umfrage zeigt, ein großer Teil relevanter Informationen zur privaten Vorsorge noch längst nicht bei der breiten Masse angekommen. Während Grundsätzliches den meisten klar ist, fehlen die nötigen Infos zu den einzelnen Produkten.Ein Beispiel dafür ist die so genannte Rürup – Rente, die Riester – Version für Selbstständige und Freiberufler. Gerade mal ein Viertel der Bürger hat jemals etwas von ihrer Existenz vernommen, und wenn, weiß fast niemand genaueres darüber. Die repräsentative Erhebung zeigt die Konsequenzen auf, die angesichts der gigantischen Informationsdefizite nicht verwundern. Lediglich etwas mehr als ein halbes Prozent der Berechtigten will in den nächsten Jahren einen Vertrag zur so genannten Grundrente abschließen. Wer nicht informiert ist, wird sich natürlich auch um solche Dinge nicht kümmern. Den Ahnungslosen entgehen dabei erhebliche Steuervorteile, die bis zu zwei Drittel der Beiträge ausmachen können, wobei dieser Anteil jährlich um 2 % steigt, bis dereinst die hundert Prozent erreicht sein werden.
25. Juli 2008
Das deutsche Rentensystem beruht auf dem so genannten Generationenvertrag. Was genau dieses große Wort bedeutet, ist allerdings nur den wenigsten wirklich klar. Um das System zu verstehen, muss man zuerst die grundlegende Unterscheidung zwischen einer kapital gedeckten Altersvorsorge und einem Umlageverfahren beruht, verstehen.Kapital gedeckte Verfahren kennt jedermann, der privat für sein Alter vorsorgt. Alle Anlagevarianten, die dafür existieren, egal ob Lebensversicherung, Aktienfonds und selbst das ganz normale Sparbuch, beruhen auf dem einfachen Prinzip, dass die spätere Rente aus der Rendite des vorher angesparten Kapitals gezahlt wird. Zwar gibt es auch Modelle, die während des Rentenbezugs auch das Kapital langsam verbrauchen, dies ändert jedoch nichts an der Grundsätzlichkeit, dass es sich um ein kapital gedecktes Verfahren handelt. Viele Bürger glauben, auch die gesetzliche Rentenversicherung beruhe auf diesem Prinzip. Dies ist jedoch falsch. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden nicht auf ein individuelles Konto eingezahlt, aus dem die betreffende Person später ihre Altersbezüge erhält. Es wird, ganz im Gegenteil, überhaupt nichts angelegt und es werden mit dem Geld der Versicherten auch keine Renditen erwirtschaftet. Vielmehr wird jeder monatliche Beitrag mit nur kurzer Verzögerung direkt wieder ausgezahlt, und zwar an die aktuelle Generation der Rentner. Die Idee des Umlageverfahrens besteht darin, dass die sozialversicherungspflichtig arbeitende Generation für diejenigen sorgt, die aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind. Voraussetzung, dass dies auf Dauer funktioniert, ist ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen aktiven und passiven Teilnehmern. Nur wenn ausreichend Arbeitnehmer vorhanden sind, bleibt die Beitragsbelastung für den einzelnen erträglich. Der große Vorteil dieses Verfahrens ist seine Unabhängigkeit von den Finanzmärkten. Es spielt keine Rolle, ob gerade eine Flaute oder Hausse herrscht, da die Mittel für die Rentenzahlungen sich aus anderen Quellen speisen. Daher konnte auch nach den beiden großen Kriegen die Versorgung der Rentner nach kurzer Zeit wieder sicher gestellt werden. Was bei der Konstruktion dieses Systems vor weit über hundert Jahren niemand ahnen konnte, ist, dass die Bevölkerung eine dramatische demoskopische Veränderung durchmachen würde. Während in früheren Zeiten ausreichender Nachwuchs an Beitragszahlern selbstverständlich war, bricht durch die sinkende Geburtenrate die Basis des Systems weg. Immer weniger Beitragszahler müssen eine immer größere Zahl von Rentner versorgen, die obendrein sehr viel älter werden als noch vor Jahrzehnten. Die Rentenreform soll diese Schieflage beheben. Ob dies gelingt, ist allerdings fraglich, ohne dass der Generationenvertrag gekündigt wird.
21. Juli 2008
Lotto – Lothar war geradezu ein Klischee für den typischen Lottogewinner, wie ihn sich die meisten von uns wohl vorstellen. Das erste Mal im Leben Geld im Überfluss und innerhalb von kurzer Zeit war der ganze Gewinn für Wein, Weib und vor allem Autos verprasst. In der Tat sind viele Gewinner von großen Geldsummen damit anfangs oder gar dauerhaft überfordert. Völlig unzutreffend ist jedoch das Vorurteil, die meisten würden ihr Geld für Unsinn zu Fenster heraus werfen.Eine Umfrage hat versucht heraus zu finden, was potentielle Lottogewinner tatsächlich zuerst mit dem unverhofften Reichtum anfangen würden und kommt zu einem sehr überraschenden Ergebnis. Weder Haus noch Auto stehen auf der Wunschliste auf Platz eins, sondern der geradezu biedere Gedanke, das Geld für die Altersvorsorge anzulegen. So denkt fast die Hälfte der Deutschen, die konkret gefragt wurden, was sie mit einem Gewinn von angenommenen einhundert Tausend Euro anfangen würden. Damit liegt die Absicherung des Alters mit Abstand an erster Stelle der Anlagewünsche. Direkt danach folgt der Wunsch nach dem eigenen Haus und erst auf Platz drei ein neues Auto.
An diesem Ergebnis lässt sich deutlich ablesen, welche Wirkung die jahrelange Rentendebatte, die Enttarnung der Lüge von der angeblich sicheren Rente, diverse Reformen und der permanente Abbau des Sozialstaates auf die Bevölkerung hatten und haben. Inzwischen ist nicht Arbeitslosigkeit der größte Angstmacher, sonder die Altersarmut ist es, vor der sich die Deutschen am meisten fürchten. So nimmt es nicht Wunder, das unerwartete Geldmittel zuerst in Investitionsgüter fließen würden. Nur ein kleiner Teil würde etwas von dem Geld etwa für eine Reise verwenden oder für schnelllebige Konsumgüter ausgeben.
Besonders fällt an dem Ergebnis auf, dass das sprichwörtliche Lieblingskind der Deutschen, nämlich das Auto, hinter dem Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit zurück stehen muss. Eine deutliche Mehrheit kann sich zwar nach wie vor nicht mit dem Gedanken anfreunden, ohne Auto zu leben. Aber die Priorität liegt ganz eindeutig beim Sparen. Lotto – Lothar ist also alles andere als der typische Gewinner, die meisten würden den Geldsegen viel klüger investieren.
08. Juli 2008
Die ideale Vorsorge für das Alter besteht heute aus einer Kombination von Rente und Kapital. Eine Studie hat nun untersucht, wie man am besten seine Rente mit einer sinnvollen Kapitalentnahme verbindet, um während des gesamten Ruhestandes keine Einbußen beim Lebensstandard hinnehmen zu müssen.Aber vor der Entnahme steht erst einmal das Sparen. Während des Erwerbslebens gilt es, mit einer gelungenen Mix aus Sicherheit und Risiko Geld zu sparen und zu vermehren, um damit den Lebensabend zu finanzieren und je nach persönlichen Verhältnissen und familiären Bindungen auch Erben zu bedenken. Die Möglichkeiten sind auf dem Kapitalmarkt fast undurchschaubar. Hier die Produkte zu finden, die auf die individuellen Wünsche und Möglichkeiten am besten abgestimmt sind, ist die erste große Hürde, die zu nehmen ist, um im Alter frei von Geldsorgen zu sein. Grundsätzlich sind zwei Strategien möglich: entweder private Rentenversicherungen oder Fondssparen mit Entnahmeoptionen. Steuerlich interessanter und besser gefördert wird die Varianten Rentenversicherung, was jedoch nicht für alle Bedürfnisse die ideale Wahl ist. Die Autoren der Studie stellen daher fest, dass auch für die Kapitalbildung entsprechende Vergünstigungen geschaffen werden sollten, sofern sie der Altersvorsorge dient und die Anlage vertraglich auch so ausgestaltet ist.
In welches Verhältnis man schiesslich Rentenpläne und Kapitalverzehr setzt, ist eine sehr persönliche Frage. Die lebenslange Rente aus einer Versicherung bietet zwar ein dauerhaftes Einkommen mit hoher Sicherheit, allerdings ist sie wenig flexibel und man kann weder Reste des Kapitals vererben noch bei Bedarf größere Summen entnehmen. Verzehrt man für die Versorgung das angesparte Kapital, fehlt es natürlich an einer lebenslangen Sicherheit, da diese abhängig ist vom Alter ist, das man erreicht, und dem Betrag des Kapitals, dass irgendwann aufgebraucht sein wird.
Eine kluge Mischung beider Varianten ist daher nach Ansicht der Autoren die beste Wahl, um alle Eventualitäten abzudecken. Die Grundversorgung sollte durch eine Rente abgedeckt werden, alles weitere durch angespartes Vermögen.
07. Juli 2008
Selbst wer mit seiner Firma in Konkurs gegangen ist oder auch als Privatmann den finanziellen Gau erlebt, hat bei allen Schwierigkeiten, die er in einer solchen Situation hat, immer noch einen minimalen Schutz, der ihm wenigstens das Lebensnotwendige lässt. Ist es soweit, dass der Gerichtsvollzieher einen Besuch abstattet, erlaubt ihm das Gesetz dennoch nicht, einfach alles mitzunehmen und zu Geld zu machen. Tisch, Stuhl, Bett und auch Arbeitsmittel und ein Freibetrag des Einkommens sind pfändungssicher. In kluger Voraussicht hat der Gesetzgeber auch Rückstellungen für das Alter von der Pfändbarkeit ausgenommen. Auch private Rentenversicherungen und weitere Finanzprodukte, die vertraglich so gestaltet sind, dass sie nur als Rente und erst ab einem bestimmten Alter zur Auszahlungen kommen, sind für die Gläubiger tabu. Das diese Mittel beim Schuldner verbleiben dürfen, hat seinen wesentlichen Grund in der Überlegung, dass die Sozialkassen durch den Verlust der Altersvorsorge belastet würden, da der insolvente Unternehmer oder Privatmann auf die staatlich finanzierte Grundsicherung angewiesen wären, für die sie im Zweifel niemals Beiträge eingezahlt haben; hier lässt man die Interessen der Gläubiger hinter denen des Staates und somit der Solidargemeinschaft zurücktreten. So war es jedenfalls bis vor Kurzem. Der Bundesgerichtshof hat in einem jetzt veröffentlichten Urteil diesen Schutz für Unternehmer und freiberuflich Tätigen komplett gekippt. Das Urteil stellt klar, dass im Falle einer Insolvenz die Gläubiger vollen Zugriff auch auf das Altersvorsorgekapital haben. Dies gilt für die Rürup – Rente genauso wie für eine Berufsunfähigkeitsversicherung und sonstige Rentenprodukte. Während bislang solche Verträge mit dem Argument verkauft wurden, auch im Fall der Fälle sei wenigstens die Rente sicher, ist dem nun die Grundlage entzogen.
Ihre Entscheidung begründen die Richter damit, dass der Selbstständige oder ein Mitglieder der freien Berufe besser Verdienstchancen hätten als Arbeitnehmer und daher einen Pfändungsschutz nicht benötigen würden.
Dies ist vorsichtig ausgedrückt, einfach gedacht und zeugt von völliger Resistenz gegen die Informationen aus der Wirklichkeit. Zum einen ist der tatsächliche Verdienst der meisten selbstständig tätigen keinesfalls höher, als in einer vergleichbaren Position als Angestellter, ganz zu schweigen davon, dass auch diese in hohen Positionen enorme Gehälter beziehen können und die Unterscheidung so nicht sachgerecht ist. Darüber hinaus trägt ein Unternehmer ein wesentlich höheres Risiko als jeder Arbeitnehmer, der sozial abgesichert ist. Für diese Absicherung muss der Unternehmer selbst sorgen. Völlig ausser Acht lässt die Entscheidung, dass gerade in jüngster Zeit eine grosse Zahl von Arbeitslosen zwangsläufig oder auf Druck der Ämter in die Selbstständigkeit über gewechselt sind. Deren Verdienstmöglichkeit sind in aller Regel deutlich unterhalb von denen eines durchschnittlichen Arbeitnehmers, was man offenbar gar nicht in der Entscheidung berücksichtigt hat.
17. Juni 2008
Immobilien sind eine gute Geldanlage für das Rentenalter. Wer im Alter keine Miete mehr bezahlen muss kommt mit deutlich weniger Altersbezügen aus. Trotzdem kann es auch für den Hauseigentümer knapp werden, bezieht er erst Rente und hat sonst keine Einnahmen mehr. Zwar sitzt er auf einem erheblichen Wert, aber er kann sich davon nichts kaufen und muss trotz faktischen Wohlstands mitunter bescheiden leben.Das muss nicht sein, denn man kann aus den eigen vier Wänden mit verschiedenen Methoden Kapital ziehen.
Nahe liegend ist es, das Haus zu verkaufen und sich eine Mietwohnung oder ein kleineres preiswerteres Haus zu suchen. Das überschüssige Kapital kann man beispielsweise in einen Rentenvertrag investieren oder einfach langsam verbrauchen. Jetzt werden aber nur wenige Rentner nach oft langen Jahren im gleichen Haus ausgerechnet als alter Mensch sich an eine neue Umgebung gewöhnen wollen und die Mühsal eines Umzugs und des Verkaufs auf sich nehmen.
Aber es gibt Alternativen, die es erlauben weiter dort zu wohnen und trotzdem zusätzliche Mittel frei zu machen. Vereinbart man zum Beispiel, das der Erwerber den früheren Eigentümern ein dauerhaftes Wohnrecht einräumt, hat man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Das mindert zwar den Verkaufspreis, ist aber gerade für Rentner ohne Erben eine überlegenswerte Sache.
Wer sein Haus direkt in eine Rentenzahlung umwandeln will, kann es gegen eine so genannte monatliche Leibrente veräussern. Für den Käufer hat die Methode den Vorteil, das er das Eigentum ohne Kredit und ohne eigens Kapital erwirbt. Voraussetzung für den Verkäufer muss natürlich sein, dass der neue Besitzer auch dauerhaft liquide ist.
Ganz klassisch kann man auch eine Hypothek auf sein Haus aufnehmen. Da es in der Regel schuldenfrei sein wird, dürfte dabei keine grossen Schwiergkeiten geben. Nur wird die Bank ihr Geld relativ zügig zurückverlangen, damit das Darlehn möglichst vor dem Tod des Kreditnehmers wieder getilgt ist.
Mit einer jetzt aufkommenden Seniorenhypothek kann man sich dabei auf die Bedienung der Zinszahlungen beschränken. Den Kredit tilgen dann entweder die Erben oder die Bank verwertet später den Besitz.
08. Juni 2008
Wer vorzeitig in den Ruhestand geht oder aus gesundheitlichen Gründen gehen muss, hat stets mit erheblichen Abschlägen bei der Rente zu rechnen. Zwar ist dies abhängig vom Alter bei Beginn des Rentenbezugs; je früher dieser beginnt, desto höher sind naturgemäss die Einbussen. Dies gilt auch für die Erwerbsminderungsrente.Gut, wenn man in dieser Situation noch etwas zur Rente hinzu verdienen kann. Jedoch sind Frührentner dabei gewissen Einschränkungen unterworfen, die bei Missachtung die Höhe des Rentenbezugs beeinträchtigen oder sie gar ganz wegfallen lassen. Wer sich über dieses Thema vor Aufnahme einer Tätigkeit nicht ausreichend informiert hat, kann nach Prüfung durch die Rentenversicherugsanstalt ein unangenehme Überraschung erleben. Anders als für Rentner über fünfundsechzig Jahren war nämlich bislang die Hinzuverdienstgrenze für Rentner wegen Erwerbsminderung abweichend geregelt. Das monatliche Maxium betrug nämlich dreihundertfünfundfünfzig Euro. Das wäre nicht unbedingt problematisch, gäbe es nicht die 400-Euro-Jobs, die für ein Nebeneinkommen in aller Regel erste Wahl sind. Viele Frührentner haben in dem Glauben, das ein Minijob die Hinzuverdienstgrenze nicht überschreitet damit ihre Rente aufgebessert. Da die Rentenanstalt über die Art und Höhe des Nebeneinkommens informiert wird, hatte dies regelmässig Rentenkürzungen für die Betroffenen zur Folge. Je nach Rentenhöhe konnte durch die Überschreitung dieser Verdienstgrenze sogar der komplette Rentenanspruch entfallen. Eine Folge, die je nach Vermögensverhältnissen des Betroffenen nicht nur ärgerlich, sondern geradezu fatal sein konnte.
Um der täglichen Praxis gerecht zu werden, wurde diese Verdienstgrenze jetzt auch für Frührentner auf auf vierhundert Euro angehoben. Damit steht die Möglichkeit, als Bezieher einer Erwerbsminderungsrente nebenher zu arbeiten im Einklang mit dem Angebot, das ja meistens 400-Euro-Jobs sind. Die Regelung gilt rückwirkend ab Jahresbeginn 2008. Wer das reguläre Renteneintrittsalter erreicht hat, braucht sich um diese Verdienstgrenzen allerdings nicht mehr zu kümmern. Er darf ganz nach Lust und Möglichkeit verdienen, dies interessiert dann allein noch das Finanzamt, aber nicht mehr den Rentenversicherer.
Das Thema Nebenverdienst für Rentner wird in Zukunft wohl immer brisanter werden. Die faktisch sinkenden Rentenansprüche und die nach wie vor nicht ausreichende private Vorsorge bei vielen Arbeitnehmern, wird einen Hinzuverdienst oft unumgänglich machen.
06. Juni 2008
Vielen Minijobbern ist gar nicht bekannt, dass sie auch mit dieser Beschäftigungsform Rentenansprüche erwerben können. Seit der Gesetzgeber die geringfügige Beschäftigung aufgewertet hat und nunmehr auch ein pauschaler Krankenversicherungsbeitrag für eine minimale Absicherung des Arbeitsnehmers sorgt, besteht auch die Möglichkeit volle Beiträge in die Rentenkasse zu zahlen.Angesichts der weiten Verbreitung dieses Beschäftigungsmodells ein wichtiger Beitrag zur Altervorsorge von Millionen, zumindest theoretisch. Beinahe sieben Millionen Menschen üben eine solche Teilzeitbeschäftigung mittlerweile aus, Tendenz steigend. Das Modell ist besonders für den Arbeitgeber attraktiv. Verdient sein Angestellter nicht mehr als 400 Euro im Monat spart er sich den grössten Teil der teuren Sozialversicherungsbeiträge, also den so genannten Arbeitgeberanteil bei der Entlohnung. Lediglich ein Ausschlag von zwanzig Prozent auf die Vergütung wird für Kranken,- und Pflegeversicherung und ein Teilbetrag für die Rente fällig – also ein äusserst günstiges Angebot für Unternehmen mit entsprechendem Bedarf. Dabei sind es nicht nur die typischen Aushilfstätigkeiten, die inzwischen auf diese Weise verrichtet werden. Angesichts des härteren Wettbewerbs unter den Arbeitnehmern um die knappen Arbeitsplätze, werden zunehmend auch qualifizierte Stelle mit 400-Euro-Jobbern besetzt.
Ein Grund mehr für alle Betroffenen, wenigstens die vorhandenen Möglichkeiten gänzlich auszuschöpfen. Zwar nimmt bis jetzt nach vor nur eine kleine Minderheit der geringfügig Beschäftigten die Chance wahr, den vollen Rentenbeitrag abzuführen, jedoch gibt es starke Zuwächse. Während der Arbeitgeber standardmässig einen Beitrag von fünfzehn Prozent an die Rentenversicherung abführt, kann der Beschäftigte auf Antrag diesen Beitrag auf den vollen Satz von neunzehn Prozent aufstocken. Vorteil ist nicht nur ein entsprechend höherer Altersrentenanspruch aus dieser Tätigkeit, sondern es entsteht auch ein Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Nicht zuletzt geht auch damit die Berechtigung auf Riester-Ansprüche einher.
Die zusätzlichen Kosten für diese Vorteile betragen bei voller Ausschöpfung der Verdienstspanne knapp zwanzig Euro im Monat. Zuständig für die Abwicklung ist der Arbeitgeber.
06. Juni 2008
Die Art und Weise, wie eine Bank oder Versicherung das dort angelegte Geld vermehrt entrspricht nicht in jedem Fall den Vorstellungen ökologisch orientierter Investoren mit bestimmten ethischen Prinzipien. Es ist in der Tat ein Widerspruch, engagiert man sich im sonstigen Leben für eine saubere Umwelt und für den Kampf gegen Klimawandel und unfairen Handel, während etwa die Beiträge zur Altersvorsorge ihre Rendite erwirtschaften, indem die Bank dieses Geld für umweltzerstörerische Projekte oder skrupellose Grosskonzerne zur Verfügung stellt.Wer sowohl seinem Gewissen auch in Geldangelegenheiten folgen will und andererseits nicht auf Gewinne verzichten, dem stehen so genannte grüne Geldanlagen zur Verfügung.
Zahlreiche Unternehmen beschäftigen sich heute mit Umwelttechnologien, die CO2-Ausstoss vermeiden oder für eine nachhaltige Wirtschaftsweise geeignet sind. Hier das richtige Investment zu finden, dass auch sicher und renditestark ist, bleibt auf eigene Faust immer noch ein recht schwieriges Unterfangen. Um den Aufwand dafür zu verringern, existieren Zertifikate, die geeignete Firmen in einem Portfolie zusammen fassen. Dort wird nur aufgenommen, der bestimmte Anforderungen erfüllt.
So ist ein Mindestmass an Geschäftstätigkeit Pflicht, das sich mit umweltschonender Energieerzeugung, gesunder Ernährung und nachhaltiger Produktion befasst.
Der restliche Anteil darf natürlich nicht kontraproduktiv sein, etwa indem in besonders schädliche Technologien investiert wird, etwa Waffenherstellung.
Firmen, die diese Voraussetzungen erfüllen, werden dann auch nach ihrer wirtschaftlichen Potenz beurteilt. Fällt diese Prüfung positv aus, werden sie zertifiziert und in einem Index zusammen gefasst, in den man nun problemlos und ohne Rechercheaufwand einsteigen kann.
Während solche grünen Geldanlagen in der Vergangenheit eher wenig Potential aufwiesen, hat sich das zum einen mit der verstärkten Nachfrage nach ökologischen Produkten und Technologien wesentlich geändert. Die Renditen sind inzwischen attraktiv und die Wachstumschancen hoch. Da die Nachfrage nach diesen Zertifikaten zur Zeit noch verhalten ist, kann man sogar jetzt noch recht preiswert einsteigen und in dem Bewusstsein für das Alter vorsorgen, auch etwas für die Umwelt getan zu haben.
02. Juni 2008
Die Pläne beziehungsweise die bereits umgesetzte Gesetzgebung zum Renteneintrittsalter stößt bei der Mehrzahl der europäischen Arbeitnehmer nicht unbedingt auf Gegenliebe. Eine aktuelle Studie hat sich mit den Meinungen der Erwerbstätigen in über sechsundzwanzig Ländern auseinander gesetzt. Das Ergebnis zeigt für Deutschland, dass die Heraufsetzung des Rentenalters auf Siebenundsechzig eine Mehrheit ablehnt. Die meisten würden gerne spätestens mit vierundsechzig Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden. In dieser Ansicht spiegelt sich bereits ein Stück weit die akzeptierte Notwendigkeit wider, dass ein früher Renteneintritt immer weniger wahrscheinlich wird. Im Vorjahr nämlich lag diese Wunschgrenze noch ein Jahr niedriger. Könnten die Deutschen wie sie wollten, würden sie bereits mit neunundfünfzig die Arbeit niederlegen. Das die Rente mit Siebenundsechzig bei der diesjährigen Untersuchung auf etwas höherer Akzeptanz trifft, hat wohl wenig mit den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung zu tun.
Immerhin ist sich eine überwältigende Mehrheit inzwischen darüber im Klaren, dass man selbst für das Alter vorsorgen muss, will man als Rentner nicht in Armut leben. Der gesetzlichen Rentenversicherung trauen nur noch Wenige zu, die Vorsorge ausreichend zu gewährleisten. Etwa Dreiviertel der Arbeitnehmer haben dieser Erkenntnis bereits Konsequenzen folgen lassen und sparen für die private Altersvorsorge. Immerhin mit einem Durchschnittsalter von Einundreißig fängt der Deutsche mit dem Sparen schon an, deutlich früher als die Bürger der meisten anderen Nationen.
Auf Experimente lassen sich dabei allerdings nur wenige ein. Die Sicherheit der Anlage steht in der Prioritätenliste ganz oben. Nur eine Minderheit ist bereit, sich für eine höhere Rendite auf spekulative Anlageformen wie etwa Rentenfonds, einzulassen. Es wird mittlerweile sogar mehr in die private Altersvorsorge investiert als im Vorjahr. Ein Grund dafür ist bei vielen die Angst im Alter nicht ausreichend versorgt zu sein. Über die Hälfte erwartet, dass es ihnen im Rentenalter schlechter geht als während des Erwerbslebens. Nicht wenige erwarten sogar, dass sie als Rentner weiter werden arbeiten müssen.
24. Mai 2008
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