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Das Leben ist voller Wechselfälle, auch in beruflicher Hinsicht. Nur ganz wenige Menschen können heute noch eine lückenlose Beitragszahlung zur gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen, die aus einer ununterbrochenen Berufstätigkeit stammt. Während es früher normal war, mit vierzehn Jahren eine Lehre zu beginnen und dann ohne Zeiten der Arbeitslosigkeit bis zum Rentenalter durch zu arbeiten, oft sogar in ein und derselben Firma, sind Erwerbsbiografien heute ebenso wenig kontinuierlich wie alle sonstigen Lebensumstände des modernen Menschen. Unterbrechungen in der Berufstätigkeit haben natürlich Auswirkungen auf den späteren Rentenanspruch. Grundsätzlich erwirb man nur dann solche Ansprüche, solange man sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist und entsprechende Beiträge an die Rentenkasse abführt. Da jedoch bestimmte Umstände, freiwillig oder unfreiwillig, die Kontinuität unterbrechen können, hat der Gesetzgeber bestimmte beitragslose Zeiten im Rahmen der Solidarität der Rentenversicherten untereinander so gestellt, das dadurch keine Nachteile für die spätere Rentenhöhe entstehen. Man spricht dabei von so genannten Anrechnungszeiten. Während dieser Zeiten zahlt der Versicherte zwar nichts ein, sie sie fließen aber bei der Rentenberechnung mit ein.Dazu gehören zum Beispiel Phasen der Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Schwangerschaft und der darauf folgende Mutterschaftsurlaub. Ebenso gehören dazu bis zu einem gewissen Grad auch Zeiten der Schule und Ausbildung. Da eine Ausbildung wünschenswerter und notwendiger Aufwand für die spätere Berufstätigkeit ist, wäre eine Nichtanrechnung wenig sachgemäß. Ebenso verhält es sich mit den anderen unverschuldeten Unterbrechungen der Beitragszahlung. Voraussetzung bei letzeren ist allerdings, dass man zuvor auch sozialversicherungspflichtig tätig war. Hier gibt es jedoch eine Ausnahme. Liegen diese Zeiten zwischen dem siebzehnten und fünfundzwanzigsten Geburtstag, werden sie trotzdem angerechnet, da gerade in dieser Lebensphase viele Menschen keine lückenlose sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausüben. Lücken in dieser Zeit wirken sich demnach nicht negativ auf die spätere Rente aus, wenn sie den Anspruch auch nicht erhöhen. Wer aus der Ausbildung oder Selbstständigkeit heraus arbeitslos wird, kann sich diese Zeiten nicht anrechnen lassen.
21. Juli 2008
Im Jahr 2004 hat der Gesetzgeber das so genannte Alterseinkünftegesetz beschlossen und damit weit reichende Folgen für alle Bezieher von Altersruhegeld gesetzt. Geregelt werden insgesamt drei Dinge. Einmal die sukzessive Einführung einer Steuerpflicht für Renten. Der nächste Punkt hat ebenfalls mit Steuern zu tun, er enthält Regelungen über die steuerliche Geltendmachung von Vorsorgeaufwendungen. Zuletzt geht es um die Anlageform Lebensversicherung, der gewisse Steuerprivilegien entzogen werden.Vor drei Jahren begann die erste Stufe der Steuerpflicht für Rentenbezüge. Zum Einstieg in die volle Steuerpflicht wurde ein Anteil von fünfzig Prozent angesetzt, der seit dem steuerpflichtig ist. Seit dem Einführungsjahr wird dieser steuerpflichtige Anteil Jahr für Jahr um ein Prozent erhöht, bis er schließlich 2040 einhundert Prozent beträgt, und somit die gesamten Altersbezüge versteuert werden müssen. Damit keine doppelte Steuerlast auf den Renten liegt, begann ebenfalls vor drei Jahren die sukzessive Freistellung von der Steuerpflicht der Vorsorgeaufwendungen. Bis 2025 sind die einhundert Prozent durch schrittweise Erhöhung erreicht und man kann bis zu zwanzigtausend Euro pro Jahr steuerfrei vor die Altersvorsorge aufwenden.
Lebensversicherungen waren bis zu dieser Gesetzesänderungen mit einem großen steuerliche Vorteil gesegnet. Der gesamte Ertrag, den das abgesparte Kapital einbrachte, war komplett steuerfrei. Dieser Vorzug machte die Anlageform trotz nicht sonderlich hoher Renditen interessant. Künftig ist damit Schluss, und der Ertrag muss wie jede andere Einkunftsart voll versteuert werden. Eine Ausnahme hat der Gesetzgeber zugelassen, sofern der Vertrag mindestens 12 Jahre Laufzeit hat und erst nach dem sechzigsten Geburtstag zur Auszahlung kommt. Liegen diese Voraussetzung vor, muss nur die Hälfte versteuert werden.
Die Folgen dieses Gesetzes für Rentenbezieher und Sparer sind sehr unterschiedlich.
Wer wenig verdient, wird sich auch in Zukunft um Steuer keine Gedanken machen müssen. Wer maximal zwanzigtausend Euro pro Jahr verdient, wird sowohl steuerfreie Altersbezüge haben als auch steuerlich geförderte Sparleistung.
Ein noch günstiges Verhältnis zwischen steuerlicher Entlastung von Ansparleistung und Versteuerung der Rente werden alle Versicherten bis zu einem Einkommen von bis zu dreißigtausend Euro haben. Ab sechzigtausend Euro Einkommen wird die Steuerlast im Alter höher sein als die Entlastung während des Erwerbslebens, außer man steht gerade am Beginn des Erwerbslebens.
20. Juli 2008
Kaum war die Rentenreform beschlossen, schon wurden Forderungen nach Ausnahmen laut. Vereinbart war ein künftiges Renteneintrittsalter für alle mit Siebenundsechzig. Die Anhebung sollte sukzessive erfolgen, je nach Geburtsjahrgang. Während die ältere Generation noch wie bisher mit Fünfundsechzig in den Ruhestand gehen durfte, können das die nachfolgenden Generationen nur noch mit erheblichen Abzügen. Ziel der Maßnahme war es, die Rentenkassen dauerhaft zu entlasten und der allgemein längeren Lebenserwartung Rechnung zu tragen, die auch eine längere Lebensarbeitszeit rechtfertigt.Ausnahmen sollen nun erst einmal für Angehörige bestimmter Berufe gemacht werden. Wer einer körperlich anstrengenden Arbeit nachgeht, soll entweder mit geringen oder gar keinen Abschlägen schon vor Erreichen des siebenundsechzigsten Lebensjahres aus dem Berufsleben ausscheiden können. Die Ausnahme lässt sich sachlich durchaus begründen. So macht es natürlich eine Unterschied, ob man sein Arbeitsleben an einem Schreibtisch oder auf einer Baustelle verbracht hat. Was auf den ersten Blick gleich einleuchtet, wird bei näherem Hinsehen jedoch fraglich. Auch diese Berufsgruppen könnten bis zum vorgesehenen Renteneintrittsalter arbeiten, sofern man sie je nach Lebensalter mit weniger belastenden Arbeiten beauftragen würde; um dieses Ziel zu erreichen, wäre eine beständige Fortbildung auch älterer Arbeitnehmer zielführend. Weiterer Nebeneffekt wäre, dass die Betroffenen länger körperlich und geistig fit blieben, wenn man auch im Alter noch zumutbare Aufgaben an sie stellt, statt sie aus dem Arbeitsleben zu entfernen. Für einen unfreiwilligen Renteneintritt gilt dies allemal.
Der Vorschlag, Ausnahmen zu machen, trifft in der Bevölkerung allerdings auf Zustimmung. Fast dreiviertel der Befragten, die an einer Umfrage zu diesem Thema teilgenommen haben, befürworten diesen Vorschlag.
Auch soll besser gestellt werden, wer aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden muss. Nach Abschaffung der Berufsunfähigkeitsrente und Einführung der so genannten Erwerbsminderungsrente, war dies jedoch bis jetzt mit ganz erheblichen finanziellen Einbußen behaftet. Um diesen Personenkreis besser zu stellen, soll auch die Erwerbsminderungsrente wieder deutlich angehoben werden. So soll verhindert werden, dass berufsbedingte Krankheit im Alter nicht zu Armut führt.
07. Juli 2008
Jeder Mensch hat unterschiedlich ausgeprägte Stärken und Schwächen. Das wirkt sich nicht nur auf das menschliche Miteinander aus, sondern auch auf die Art und Weise, wie jemand mit Geld umgeht. Der Draufgänger wird dabei andere Strategien verfolgen als ein Angsthase. Entsprechend wird sich auch die Altersvorsorge bei den unterschiedlichen Typen unterscheiden. Ob man im Alter finanziell gut oder schlecht dasteht, hat auch ganz entscheidend mit den persönlichen Anlagen zu tun. Wer sich über die Schwächen seiner individuellen Strategie aber im Klaren ist, kann gegensteuern und eventuelle Mängel rechtzeitig ausgleichen. Es lassen sich fünf verschiedene Typisierungen erkennen, die sich durch bestimmte Merkmale auszeichnen.Der Sicherheits – Typ lässt sich durch seine Angst vor finanziellen Verlusten charakterisieren. Ihm kommt es allein darauf an, dass kein Cent seiner Ersparnisse verloren gehen. Für die Altersvorsorge ist dies leider kein erfolgversprechendes Vorgehen, obwohl man im ersten Moment vielleicht anders denkt. Schließlich will jeder gerne sein Geld in Sicherheit wissen. Leider entgehen diesem Typen alle wirklich interessanten Renditechancen, da er sein Geld in Lebensversicherungen oder gar auf Sparbüchern anlegt. Die Zinsgewinne sind dabei nicht nur armselig, sie liegen in der Regel auch deutlich unterhalb der Teuerungsrate. In der Folge spart sich der Sicherheits – Typ buchstäblich arm, da sein Geld sich nicht vermehrt, sondern stetig vermindert. Der Zinseszinseffekt, der andere zu Wohlstand führt, läuft hier zu seinen Ungunsten. Im Alter wird es ihm ganz gewiss an der nötigen finanziellen Sicherheit fehlen, obwohl er prinzipiell ausreichende Sparleistungen erbracht hat. Hier hilft nur über den eigenen Schatten zu springen, und auch einmal ein Risiko einzugehen. Ein Teil des Ersparten sollte in gewinnträchtigen Fonds oder ähnlichem angelegt werden. Das Risiko bleibt überschaubar, die Renditechancen steigen dafür gewaltig.
Der Aufschieber – Typ leidet an einem ganz anderen Problem. Er würde gerne etwas für die Altersvorsorge tun, findet aber stets Gründe, warum er es jetzt gerade nicht in Angriff nehmen kann. Einmal hat er gerade kein Geld, ein anderes Mal kann er sich nicht für ein Produkt entscheiden. Im Ergebnis spart er gar nichts und das führt ihn direkt in die Altersarmut, wenn er nicht rechtzeitig damit beginnt, Entscheidungen zu treffen und einfach mit dem Sparen anfängt. Denn eine Sache ist völlig klar: die gesetzliche Rente wird künftig für niemanden ausreichen, um seinen Lebensstandard auch nach dem Berufsleben zu halten.
Der Sorglos – Typ dagegen verschwendet an die Altersvorsorge schon gar keinen Gedanken. Er schiebt sie nicht einmal auf, er hat gar nicht vor in dieser Richtung etwas zu unternehmen. Viel lieber lebt er im hier und jetzt und gibt sein Geld so schnell aus, wie er es einnimmt. Er ist grundsätzlich nicht bereit auf irgendwelche Annehmlichkeiten zugunsten seiner Altersabsicherung zu verzichten. Diese Verhalten führt ihn genauso in die Altersarmut wie den Aufschieber – Typ, und für ihn gilt der gleiche Rat: jetzt anfangen und an die Zukunft denken, wenigstens ab und an.
Das Gegenteil des Sicherheits – Typs ist der Spieler. Er glaubt an Wunder und Lottogewinne und investiert seine Ersparnisse in hochspekulative Anlagen, Hauptsache das Renditeversprechen ist hoch genug. Er will das Thema Altersvorsorge schnell vom Tisch haben und durch ein spektakuläres Geschäft das dafür nötige Kapital am liebsten auf einmal verdienen. Das sich irgendwann das hohe Risiko dieses Vorgehens verwirklichen wird, steht praktisch außer Frage. Irgendwann ist das ganze Geld weg und er steht vor dem Nichts. Hier fehlt es an einem Ausgleich in sicheren Anlagen, die immer und mit steigendem Alter einen immer größeren Teil des Vermögens ausmachen sollten.
Der Kaufmann unter den Sparern vermeidet die Fehler der anderen Typen. Er handelt umsichtig und weiß, wie viel seiner Anlagen er zugunsten der Rendite einem Risiko aussetzen kann, über das er sich vorher gut informiert hat. Er verlässt sich allein auf Fakten und gibt beim Sparen keinen Launen nach. Wer so handelt, dem ist ein sorgloser Ruhestand gewiss.
01. Juli 2008
Laut Statistik wollen immer mehr Deutsche vor dem regulären Renteneintrittsalter in den Ruhestand gehen. Diese nackte Tatsache täuscht allerdings über die wahren Hintergründe für diese Entscheidung hinweg. Es ist keineswegs so, dass die Deutschen fauler geworden sind und auf Arbeit keine Lust mehr haben weshalb sie sich beizeiten aus dem Arbeitsleben verabschieden wollen. Oft bleibt gar keine andere Wahl als ein vorzeitiger Renteneintritt, da der Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer immer weniger Gelgenheiten bietet und viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ab einem bestimmten Lebensalter gerne los werden wollen.Untersucht man das Phänomen Frühverrentung genauer, ergibt sich ein differenziertes Bild, das den ersten Anschein als Trugschluss entlarvt. Tatsächlich verhält es sich so, dass gerade die Gutverdiener in der Regel gerne in ihrem Job arbeiten und gar nicht daran denken ihn vorzeitig aufzugeben. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Personengruppe versucht so lange wie möglich am Arbeitsplatz zu bleiben und schöpft die Zeitspanne bis zum regulären Renteneintritt gerne aus.
Grund dafür ist nicht nur die starke Identifikation mit ihrer Arbeit. Gerade der männliche Anteil unter den Gutverdienern schätzt auch den mit ihre Tätigkeit verbundenen Status, dessen Verlust sie so lange wie möglich aufschieben wollen.
Das Risiko der Frühverrentung steigt, wenn im fortgeschrittenen Alter Zeiten der Arbeitslosigkeit vorkommen. Je höher das Lebensalter, desto schwieriger ist es wieder einen Job zu finden.
Ironischer Weise sind gerade Arbeitnehmer mit hohem Einkommen die einzigen, die einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben überhaupt finanziell verkraften können. Der Abschlag auf die Rente kostet pro Jahr dreieinhalb Prozent – diesen Verlust kann man nur bei einer hohen Altersrente verkraften. Zu ihm gibt es auch keinen späteren Ausgleich, sondern er gilt dauerhaft für die gesamte Bezugsdauer. Wer kein Kapital hat, um diese Lücke auszugleichen, sollte die Frühverrrentung möglichst vermeiden. Ein Zusatzeinkommen ist für die meisten Frührentner zwingend notwendig, um nicht unter die Grenze der Grundsicherung zu fallen.
22. Juni 2008
Altersvorsorge hat nicht nur etwas mit Rente und Finanzen zu tun, sondern ist ein Prozess, der sich durch alle Lebensphasen zieht und in jeder einzelnen Phase besondere Anforderungen an den Einzelnen stellt. Denn es gehört auch zu einem erfüllten und glücklichen Dasein als späterer Rentner, dass man sein Leben auch genossen und augefüllt hat. Versäumt man einzelne oder gar alle Abschnitte des eigenen Daseins voll auszukosten, wird man im Alter auch mit guter finanzieller Versorgung mit Reue verpassten Chancen nachtrauern, statt dieses Stadium voll geniessen zu können.Altersvorsorge bedeutet also, in jedem Lebensalter alles zu tun, damit der nächste Abschnitt zu seinem Recht kommt und voll gelebt werden kann. Das fängt schon als Jugendlicher an, wenn man sich selbst beginnt kennen zu lernen und sich langsam aber sicher von seinen Eltern zu lösen beginnt. Diese Loslösung muss gelingen, will man nicht den Rest seines Lebens an dieser Nabelschnur hängen bleiben. Auch Chaos gehört zu diesem Lebensabschnitt dazu, das man einfach akzeptieren sollte. Ab dem zwanzigsten Lebensjahr beginnt man, sich privat und beruflich zu etablieren. Hier gilt es den Spagat zu meistern, sowohl sein Beziehungsleben als auch die Erfordernisse von Ausbildung und beruflichem Aufstieg unter einen Hut zu bringen. Hier bleiben viele Beziehungen aus der Jugendzeit auf der Strecke, daher muss man nun, will man nicht in die Einsamkeit abgleiten, neue dauerhafte Kontakte knüpfen. Ab Dreissig haben die meisten, wenn es gut läuft, den Schritt geschafft und sowohl eine Familie gegründet als auch ihren beruflichen Werdegang eingeschlagen und sich etabliert. Zwar ist es für das Wohlbefinden und die Gesundheit günstig, lebt man in einer Partnerschaft; allerdings sollte dies auch harmonisch und bereichernd sein, sonst schlägt der Effekt ins Gegenteil um. In dieser Lebensphase versucht man etwas zu hinterlassen, sei es, dass man die eigenen Vorstellungen an den Nachwuchs weiter gibt, sei es, dass man beruflich etwas aussergewöhnliches leistet, dass die Generationen überdauern soll. Ab Vierzig merkt man langsam, dass man älter wird und erkennt vielleicht, dass es noch einiges zu tun gibt im Leben, das man nicht versäumt haben will. Die Kinder sind in der Regel jetzt erwachsen, was heisst, dass man nun mit seinem Partner alleine zurück bleibt. Diese Herausforderung gilt es zu meistern, damit die Beziehung nicht daran zerbricht. Ab Fünfzig besinnt man sich oft auf seine Wurzeln und ordnet das eigenen Leben in den Kontext der Generationen. Das fällt leichter, wenn man hin nimmt, das man das Alter nicht aufhalten kann. Gelingt dies, hat man auch ab dem Sechzigsten keine Probleme damit, das Leben mit immer mehr Gelassenheit zu nehmen. Ganz wichtig ist im Alter, dass man ein soziales Netz zur Verfügung hat, das man sich in den Jahrzehnten zuvor aufgebaut haben muss. Nichts ist verheerender für Gesundheit und Wohlbefinden, als Einsamkeit im Alter.
18. Juni 2008
Schon zu Adenauers Zeiten gab es warnende Stimmen, die die Finanzierbarkeit der deutschen Rentenversicherung in Frage stellten. Es half aber nichts, die staatliche Altersvorsorge wurde auf das heutige Prinzip der Umlage umgestellt und an die Lohnentwicklung gekoppelt. Dieses Prinzip funktionierte leidlich, solange die wirtschaftliche Entwicklung gut und die Demoskopie erwartungsgemäss verlief. Aber wie man an der problematischen Diskussion anlässlich der letzten Rentenerhöhung wieder einmal ablesen konnten, krankt das System an einem falschen Ansatz.Die Unterfinanzierung der deutschen Rentenversicherung war schon seit seit langem voraus zusehen; dies lässt sich leicht dem jedes Jahr zu erstellenden Bericht zum Zustand der Rentenkasse ablesen. Schon unzählige Male wurden Diskussionen zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung angestossen, aber niemals im nötigen Umfang durchgesetzt, aus Angst, allzu viele Wähler damit zu verprellen. Vielmehr wurde wider besseres Wissen die Parole ausgegeben, die Rente sei sicher. An den obligatorischen Finanzprognosen, die der jährliche Rapport enthalten muss, ist die dramatische Entwicklung der Altersversorgung leicht abzulesen. Nur mit Zuschüssen aus Steuergeldern lässt sich das vorgeschriebenen Mindestniveau langfristig noch halten. Da sich Beitragserhöhungen nicht beliebt durchsetzten lassen stellt sich die Frage, ob das Mindestniveau der Rente sich dauerhaft halten lässt.
Um dem entgegen zu wirken, wurden etwa das Renteneintrittsalter kontinuierlich erhöht, was letztendlich auf eine Rentensenkung hinausläuft, wenn man seine Altersrente insgesamt kürzer bezieht. Schon heute ist aber absehbar, dass damit das Problem nicht gelöst ist. Vielmehr wird die zur Zeit im Berufsleben stehende Beitragszahler zwar immer stärker belastet, obwohl ihr Rentenanspruch zwangsläufig wesentlich geringer sein wird als der heutiger Rentner mit vergleichbaren Einzahlungsleistungen.
Ein erster Ansatz zu einem Systemwechsel war die Einführung der so genannten Riester – Rente, die genauso wie die betriebliche Altersversorge auf dem Kapitaldeckungsverfahren beruht. Zwar erhält der Sparer staatliche Zuschüsse beziehungsweise steuerliche Vergünstigungen, seine Rente erhält er aber aus dem von ihm angesparten Kapital, nicht aus den Leistungen der berufstätigen Beitragszahler. Eine langfristige Lösung des Rentenproblems liegt aus heutiger Sicht im Ausbau kapitalgedeckter Vorsorgemassnahmen zum Ausgleich der dauerhaft sinkenden staatlichen Altersrente.
18. Juni 2008
Warren Buffet ist wohl eine der grössten Börsenlegenden, die es jemals gab. Er hat mit dem richtigen Riecher an der Börse soviel Geld gemacht, dass seine Firma heute zu Recht als eine der bester der Welt gilt. Gehandelt hat er nach fünf einfachen Grundregeln, die auch jedermann für eine optimale Altersvorsorge nutzen kann. Nach diesen Regeln geht in Gelddingen nichts mehr schief und ein Vermögensaufbau wird für alle zum Kinderspiel. Zwar werden jetzt nicht alle so reich wie Warren Buffet, aber ein von Geldsorgen unbelastetes Alter ist dabei (fast) garantiert. Angesichts der gerade festgestellten Unbedarftheit grosser Bevölkerungsteile in Gelddingen, bringen diese Handlungsanweisungen vielleicht auch den weniger informierten in seinen Finanzen voran.Zuerst sollte sie verinnerlichen, dass Geldanlagen nichts mit Gefühlen zu tun haben, sondern immer nur mit konkreten Informationen. Daher sollte sie niemals aus dem Gefühl heraus einen finanzielle Entscheidung treffen, sondern immer nur auf Grund von belastbaren Tatsachen, die sie zuvor ermitteln müssen. Daher sind weder Hochglanzprospekte noch vollmundige Verkäuferversprechen ihre Basis für eine Geldanlage, sondern unabhängig erlangte Informationen.
Wenn sie Geld in ein Wertpapier investieren sollte es eines sein, dass möglichst nur ein paar Eingeweihte kennen. So genannte Volksaktien und alle Papieren, die jedermann haben will und auch jedermann kauft, werden letztlich an der Börse keinen Gewinn bringen. Nur weil viele mit dem Strom schwimmen, bringt sie das noch lange nicht an ihr Renditeziel.
Altersvorsorge ist eine langfristige Angelegenheit. Genauso langfristig sollten sie auch ihr Portfolio zusammenstellen. Dies sollte nur Papiere enthalten, die sie behalten wollen. Nach Warren Buffet sollten das wenigstens zehn Jahre sein. Traut man einer Aktie zu wenig, um sie so lange ins Depot zu legen, sollte man es lieber ganz bleiben lassen. Konkret bedeutet dies, sie müssen Unternehmen finden, auf deren Zukunft sie setzen können und bei denen die gefundenen Informationen darauf hindeuten, dass Gewinne und langfristiges Wachstum zu erwarten sind. Die Altersvorsorge ist kein Feld für kurzfristige Spekulationen, sondern sie soll sich kontinuierlich und vorhersehbar vermehren.
Ihr Geld ist auch an der Börse sicher aufgehoben, wenn es ausreichend gut auf verschiedenen Werte verteilt ist, die auch gut zusammen passen sollten. Auf zu wenige Aktien zu setzten birgt immer das Risiko eines Totalverlustes, zuviele Aktien erschweren den Überblick und mindern auf Dauer die Rendite, da mit hoher Wahrscheinlichkeit nur ein Teil eines grossen Depots Gewinne abwerfen wird, die die anderen wieder auffressen. Der richtige Mix aus sich ergänzenden Papieren ist daher die richtige Wahl für die private Renten.
Stecken sie niemals ihr Geld in eine Sache, die sie nicht verstanden haben. Der Markt quillt über vor hochkomplizierten Finanzprodukten, die mitunter die Banken selbst kaum verstehen. Das gleiche gilt für einzelne Firmen. Wenn sie keine Vorstellung haben, womit das Unternehmen eigentlich sein Geld verdient, sollte sie die Finger davon lassen, da ihnen die nötigen Informationen fehlen um die Zukunftsaussichten dieser Firma zu beurteilen.
17. Juni 2008
Mathematik ist für sehr viele Deutsche ein mit Angst und Ablehnung belegter Begriff. Allzu viele erinnern sich dabei an grausame Stunden während ihrer Schulzeit, in denen sie mit Formeln und Zahlen bombardiert wurden, die sie niemals wirklich verstanden haben. Kein Wunder, wenn die meisten nach Schulabschluss niemals wieder etwas mit diesem Thema zu tun haben wollen. Viele geben sogar öffentlich damit an, von Mathematik keine Ahnung zu haben. Dabei ist mathematisches Analphabetentum ein nicht minder schwers Handikap wie die fehlende Fähigkeit zum Lesen und Schreiben. Wer mathematische Grundlagen nicht kennt und mit ihnen umgehen kann, verliert im späteren Leben viel Geld, weil er es nicht richtig anlegt. Dieses Defizit zieht sich dann hin bis zur Rente, da auch dafür mangels Durchblick nicht richtig vorgesorgt wurde.So ist vielen völlig unklar, was exponentielles Wachstum bedeutet. Klar machen kann man sich das anhand der berühmten Fabel, in der ein Bettler vom König eine Belohnung für geleistete Dienste erbitten darf. Er wünscht sich Reis, und zwar soviel, wie zusammen kommt, wenn man auf einem Schachbrett auf dem ersten Feld ein Korn legt, auf das zweite zwei und so weiter. Der König lässt sich im Märchen darauf ein weil denkt billig weggekommen zu sein, und das ist sein Ruin, weil ihm die Exponentialfunktion nicht geläufig war. Auf dem letzten Feld lägen nämlich mehr Reiskörner, als es jemals auf der Erde gegeben hat. Genauso verhält es sich auch bei der Geldlage und den Zinsen, die man auf sein Kapital bekommt. Ein Prozent Unterschied in der jährlichen Rendite scheint wenig zu sein. Rechnet man das aber über einen langen Zeitraum hoch, wieviel Gewinn einem entgeht, sieht das schon ganz anders aus. Über dreissig Jahre etwa, erwirtschaftet die höher verzinste Anlage beinahe dreissig Prozent mehr Rendite. Ein Gewinner wer das weiss, denn andernfalls streicht die Bank diesen Gewinn ein.
Das soll natürlich nicht heissen, dass der angepriesene Zins der alleinige Massstab einer Anlage ein soll. Wer in eine Fonds investiert muss hier Abschläge hinnehmen, da das Portfolio gemanagt werden muss und Profis, die etwas davon verstehen, kosten nun mal Geld.
Mathematik ist also durchaus nicht nur etwas abstraktes, sondern begleitet uns im Alltag.
11. Juni 2008
Für die Rüruprente, der Riesterrente für Selbstständige, gibt es diverse zusätzliche Leistungen, die steuerlich gefördert werden. Die höheren Beiträge, die zum Beispiel durch den Abschluss einer Option zugunsten ihrer Erben anfallen, können sie in ihrer Steuererklärung gelten machen und so Steuern sparen. Dieser Schuss kann jedoch nach hinten losgehen. Was ihnen der Staat vorher schenkt, nimmt er ihnen unter Umständen im Alter wieder ab, indem er ihnen eine niedrigere Rente auszahlt.Dabei ist der Gedanke durchaus interessant, die Rürupvorsorge nicht nur zur Sicherung des Lebensstandards im Alter zu verwenden. Bis zum Höchstsatz von neunundvierzig Prozent der monatlichen Zahlungen können auch als Absicherung dafür verwendet werden, das sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können oder sie ihre Familie absichern wollen. Das man dafür noch steuerlich günstiger steht, ist natürlich reizvoll.
Nun gibt es die oben genannten Absicherungen nicht ganz umsonst. Wie bei jeder Risikoversicherung muss sich auch hier die Möglichkeit, dass die Rente vor Fälligkeit schon gezahlt werden muss, kalkulatorisch niederschlagen. Dies geschieht, indem später eine entsprechend geringere Rente ausgezahlt wird, der der Risikoanteil abgezogen wurde.
Ihre Familie können sie ohnehin nur bedingt damit absichern. Zum einen müssen sie verheiratet sein; nichteheliche Lebensgemeinschaften fallen nicht unter diese Vergünstigung. Auch Kinder die das fünfundzwanzigste Lebensjahr erreicht haben, gehen dann leer aus. Sparen sie sich diese Option, bekommt ihre Versicherung das übrige Kapital. Die Familie ist dann in keinem Fall abgesichert und erhält nichts von ihrer Rüruprente nach ihrem Ableben.
Den Versicherungsschutz verliert man im übrigen auch, wenn man die Beiträge nicht mehr zahlen kann oder will. Solange sie den Vertrag nicht bedienen, haben sie auch keine Absicherung, da die Zusatzversicherungen untrennbar mit dem Hauptvertrag für ihre Rüruprente verknüpft sind. Hier empfiehlt es sich, den Schutz ihrer Angehörigen und ihrer Arbeiskraft mit einem weiteren Vertrag zu gewährleisten um in Zeiten knapper Kassen den Schutz nicht zu verlieren.
10. Juni 2008
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