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Schröpft der Fiskus nachträglich die Rentner?

Die immer umfassendere Aufweichung des Datenschutzes macht es möglich: das Finanzamt verfolgt nicht nur Lichtensteiner Steuersünder, sondern erhält, diesmal ganz kostenlos, die Daten von Millionen Rentner direkt von der gesetzlichen Rentenversicherung. Dieser Vorgang findet das erste Mal statt, leider wohl nicht das letzte Mal. Das Finanzamt kann nun mit Leichtigkeit ermitteln, ob und in welchem Umfang die Betroffenen dem Staat noch Geld schulden. Fest steht aber schon jetzt, dass einem nicht unerheblicher Anteil von geschätzten zwei Millionen Rentnern Nachzahlungen ins Haus stehen.Der Bescheid wird für die meisten völlig unerwartet kommen, da die Mehrheit wohl davon ausgeht, dass ihre Altersbezüge steuerfrei sind. Dies ist auch nach wie vor zutreffend, jedenfalls soweit es die gesetzliche Rente angeht. Solange die Beiträge für die aktuell bezogene Rente versteuert wurden, wie das bis zum Beginn der Rentenreform bei jedem Arbeitnehmer der Fall war, drohen nur dann Nachzahlungen, wenn die Rente so hoch ist, dass sie den Freibetrag übersteigt. Was jedoch schon immer steuerpflichtig war, sind alle anderen Einkünfte, auch wenn man sie im Rentenalter bezieht. Wer also Mieteinnahmen oder Zinseinkünfte hat, dem drohen je nach Höhe ebenfalls Nachzahlungen.

Wer in 2005 das erste Mal Rente bezogen hat, muss davon die Hälfte versteuern. Im Zuge der Rentenreform steigt der zu versteuernde Anteil jährlich um zwei Prozent, also aktuell wären sechsundfünfzig Prozent der Bezüge steuerpflichtig. Um zu ermitteln, ob man noch innerhalb des Freibetrages von siebentausendsechshundert Euro liegt, multipliziert man also den steuerpflichtigen Anteil mal zwölf und addiert alle anderen Einkünfte hinzu, also etwa Mieteinnahmen, sofern man welche erhält. Abziehen darf man natürlich wie jeder Steuerpflichtige Aufwendungen. Dazu gehören Beiträge zur Krankenkasse genauso wie Kosten für eine Haushaltshilfe. Liegt man dann noch über dem Freibetrag, wird man eine Nachzahlung erwarten müssen, sofern man keinen Steuerberater kennt, der noch einige Tricks auf Lager hat. Ehepaare haben übrigens den doppelten Freibetrag, es sind also tatsächlich nur ein kleiner Anteil der Rentner von dieser Angelegenheit betroffen.

jetzt kommentieren? 26. August 2008

Rentenkasse gleicht Nachteile für Frauen aus – teilweise

Frauen sind in beruflicher Hinsicht auch heute noch vielfach benachteiligt. Nicht nur, dass sie für eine gleichwertige Arbeit die ein Mann erledigt im Schnitt nachweislich deutlich weniger Gehalt bekommen, so sind werden sie immer noch regelmäßig auf Grund eines überkommenen Rollenbildes hauptverantwortlich in der Kindererziehung eingebunden. Damit gibt es weder für beide Arten der Benachteiligung keinen sachlichen Grund. So sind Frauen heute oft besser Ausgebildet als Männer und auch Männer können sich, nicht zuletzt wegen neuer gesetzlicher Regeln zur Elternzeit, ebenso gut um Nachwuchs und Haushalt kümmern. Gerade letzter Punkt führt auch regelmäßig dazu, dass Frauen einer Doppelbelastung ausgesetzt sind, wenn sie neben den häuslichen Pflichten einer Teilzeitarbeit nachgehen. Hier wird, schon seit es in den siebziger Jahren üblich wurde und auch angestrebt war, für Frauen Halbtagsstellen zu schaffen, nach wie vor verkannt, dass ein Haushalt mit Kindern allein schon eine Vollzeitstelle ausmacht, oft sogar deutlich mehr. Ergebnis in finanzieller Hinsicht, besonders im Hinblick auf die Altersversorgung ist, dass Frauen statistisch eine dramatisch geringer Rente beziehen, die gerade für sie Altersarmut zu einem akuten Problem werden lässt, sobald der Partner nämlich vorher stirbt oder sie aus einem anderen Grund alleine dastehen und weiteres Vermögen nicht vorhanden ist.Für einen Teil all dieser systematischen Benachteiligungen sieht die gesetzliche Rentenversicherung wenigstens teilweise einen Ausgleich vor.

So werden gerade Zeiten der Kindererziehung bei der Rente vorteilhaft berücksichtigt. Während dieser Erziehungszeiten zahlt der Staat für die Mutter einen Beitrag, der sich in der Höhe am Durchschnittseinkommen des jeweiligen Jahrgangs bemisst.

Wer während der ersten drei Lebensjahre sich sowohl um die Kinder kümmert als auch noch zusätzlich einer Arbeit nachgeht, erhält die dort erworbenen Ansprüche noch oben drauf.

Da Frauen auch bevorzugt herangezogen werden, wenn es um die Pflege eines Angehörigen geht, indem sie entweder ihre Arbeit aufgeben oder ihre Arbeitszeit verkürzen, gibt es auch für diese Leistung einen Rentenbonus. Wer sich wenigstens vierzehn Stunden die Woche um eine hilfsbedürftige Person kümmert ist ohnehin versicherungspflichtig. Die Beiträge zahlt jedoch der Staat. Die Höhe bemisst sich dabei nach der Pflegestufe geschlossenen Ehen, deren Partner beide nach dem 1. Januar 1962 geboren sind.

jetzt kommentieren? 22. August 2008

Versicherung direkt – ein wenig genutzter Komfort

Das Internet hat in allen fast allen Lebensbereichen Einzug gehalten und ist selbst bei älteren Semestern beinahe so selbstverständlich geworden wie ein Telefon. Ganz normal ist es für fast neunzig Prozent der Bevölkerung inzwischen, Bankgeschäfte online abzuwickeln. Die klassische Überweisung auf Papier ist ein aussterbendes Modell. Was bislang jedoch noch kaum über das Internet genutzt wird sind Direktversicherungen, die online die gleichen Vorzüge bieten wie ein Online-Konto. Jedoch nur eine kleine Minderheit verwaltet ihre Versicherungen auf diese Weise. Dabei kann vom Vertragsschluss über Aktualisierungen von Daten bis zu Vertragsänderungen alles bequem von zu Hause aus vorgenommen werden, ganz ohne Vertreterbesuch oder Schriftverkehr. Zu allem Überfluss sind die Police meist sogar preiswerter und bieten nicht nur den gleichen Versicherungsschutz wie übliche Verträge, sondern oft sogar mehr. Ganze fünf Prozent der Versicherungsabschlüsse werden nach Angabe der Branchenvertreter online abgeschlossen. Nicht ganz geklärt ist, wie vielen die Möglichkeiten eines Vertragsschlusses und einer Vertragsverwaltung über das Internet überhaupt bekannt sind. Sowohl Geldgeschäft als auch Versicherungen gleichzeitig werden nur von zehn Prozent der Bürger über das Internet abgewickelt. Die geringe Nutzung kann ihren Grund darin haben, das prinzipielle Unterschiede zwischen Geld,- und Versicherungsgeschäften bestehen. Das Online-Banking deutlich billiger ist als die klassische Methode über die Filiale ist inzwischen Allgemeingut. Das Direktversicherungen ebenfalls Kostenvorteile bieten, ist dagegen nicht ganz so eindeutig. Auch ist eine Versicherung je nach Schutzzweck deutlich komplizierter als ein Bankkonto, da es hier auf die Details der Vertragsbedingungen ankommt. Da ist der Weg über den Vertreter einfach bequemer, besonders sobald ein Versicherungsfall eintritt. Zwar lässt sich auch das einfach online erledigen, jedoch fehlt es noch an der nötigen Akzeptanz dieser Methode. Praktisch ist es auf jeden Fall, kann man doch zum Beispiel ohne Aufwand die Deckungssumme einer Hausratversicherung ganz unbürokratisch anpassen, oder den Begünstigten ersetzten, der im Todesfall die Lebensversicherung ausbezahlt bekommen soll.

jetzt kommentieren? 28. Juli 2008

Durchschnittsrente steigt

Endlich einmal eine erfreuliche Nachricht zum Thema Rente. Während die letzten Jahre die Nachrichten von ständigen Negativmeldungen zur Rente beherrscht wurde, egal ob es sich um Anhebung der Lebensarbeitszeit, sinkende Rentenansprüche oder die Notwendigkeit zur privaten Vorsorge zur Verhinderung von Altersarmut handelte, immer ging es um ein Weniger, dass der heutige und vor allem zukünftige Rentner von der gesetzlichen Rentenkasse zu erwarten hat.Die aktuelle Statistik der Rentenanstalten zeigen dagegen für das vergangenen Jahr eine erfreuliche Entwicklung der Rentenhöhe. Während 2006 die Durchschnittsrente noch bei 630 EUR monatlich lag, sind es für das vergangene Jahr satte 41 Euro mehr, die der Neurentner im Schnitt erhält. Der Grund dafür ist jedoch nicht etwa einen deutliche Rentenerhöhung, die man vergessen hätte zu kommunizieren. Kaum vorstellbar, dass solch gute Nachrichten verschwiegen würden. Vielmehr liegt die Steigerung darin begründet, dass im vergangenen Jahr mehr Arbeitnehmer mit einer höheren Lebensarbeitszeit aus dem Berufsleben ausgeschieden sind. Seit ´92 steigt das Renteneintrittsalter sukzessive an. Dies wurde im Rahmen der Rentenreform so beschlossen. Wer die volle Rente ohne Abzüge erhalten will, muss also beständig länger arbeiten. Wer früher ausscheidet, mit mit einem Abschlag pro Jahr von fast vier Prozent rechnen. Alle Arbeitnehmer ab dem Geburtsjahr ´64 werden abschlagsfrei erst mit 67 Jahren Altersbezüge erhalten. Das gleiche gilt auch für Arbeitslose, die sich für eine Frühverrentung entscheiden, anstatt bis zuletzt nach einem neuen Job zu suchen oder vermeiden wollen, Harz IV – Bezieher zu werden.

Die durchschnittliche Rentenhöhe liegt in den alten Bundesländern deutlich höher als in den neuen, da sie insgesamt mehr Versicherungsjahre nachweisen können.

Wer sich trotz der hohen Abschläge für einen vorzeitigen Ruhestand entscheidet, hat in der Regel sehr viele Beitragsjahre eingezahlt und gehört damit zu einer Gruppe, die sich einen Abzug bei der Rente am ehesten leisten kann. Diese Personen gehen im Alter von Dreiundsechzig bis Fünfundsechzig in den Ruhestand und erhalten im Schnitt Bezüge von 821 Euro.

jetzt kommentieren? 17. Juli 2008

Altersarmut – die Rentenversicherung fühlt sich in der Pflicht

Die deutsche Rentenversicherung, über Jahrzehnte die Basis für die Altersvorsorge aller Arbeitnehmer, hat zu den Folgen der Rentenreformen Position bezogen. Die sukzessive Absenkung der Rentenansprüche bei gleichbleibenden Beiträgen hat für weite Teile der Bevölkerung einschneidende Konsequenzen für ihren Lebensstandard im Rentenalter. Schon jetzt ist absehbar, dass nicht wenige später auf dem Niveau der Grundrente werden existieren müssen, sofern sie nicht privat vorgesorgt haben, um ihre Einnahmen für das Seniorendasein aufzustocken. Letzteres ist jedoch nicht allen möglich, zumindest nicht in einem Umfang, wie er im Einzelfall vielleicht erforderlich wäre. Allein längere Zeiten von Arbeitslosigkeit senken den späteren Anspruch mitunter so erheblich, dass die Zusatzrenten dies nicht ausgleichen können, zumal alle Extraeinnahmen voraussichtlich auf die Grundrente angerechnet werden. Gerade für solche Problemfälle fordert die Rentenversicherung Leistungsverbesserungen, die insbesondere Langzeitarbeitslosen zugute kommen soll, die, sofern im fortgeschrittenen Alter, oft keine neue Anstellung mehr finden und somit die wichtigen letzten Beitragsjahre bis zum Renteneintritt keine Ansprüche mehr erwerben. Daher soll die Arbeitsverwaltung sich an den Kosten der Rentenaufstockung dieser Personengruppe beteiligen, meint die Rentenversicherung.Eine Versorgungslücke sieht die Anstalt auch bei Personen, die durch Unfall oder Krankheit berufsunfähig werden. Da sie nach der geltenden Regelung nur noch einen minimalen Anspruch auf Leistungen haben, sollte die Möglichkeit geschaffen werden, auch über Riester,- und betriebliche Zusatzrenten dieses Lebensrisiko abzusichern. Da eine Berufsunfähigkeitsversicherung vom individuellen Risiko abhängig ist, können sich viele Versicherte einen Zusatzschutz nicht leisten und tragen die Folgen einer Invalidität letztlich selbst. Die Folge ist dann meist eine Abhängigkeit von der Grundversorgung, also im Ergebnis unverschuldete Altersarmut. Anbieter von Zusatzversicherungen sollen gesetzlich dazu verpflichtet werden, dieses Risiko in ihren Verträgen zu berücksichtigen. Die Branche scheint dem insgesamt nicht abgeneigt. Auch für Unternehmer und Freiberufler fordert die Rentenversicherung einen Schutz vor Altersarmut. Er soll durch eine Zwangsversicherung in der Rentenkasse erreicht werden, damit die Betroffenen im Alter nicht den Sozialkassen zur Last fallen.

jetzt kommentieren? 11. Juli 2008

„My home is my castle” – auch in Sachen finanzieller Sicherheit

Altersvorsorge so zu betreiben, dass sie sicher vor dem Zugriff des Staates ist, scheint beinahe unmöglich zu sein. Was heute noch steuerfrei ist, kann morgen schon mit Abgaben belegt werden. So geschehen mit der gesetzlichen Rente, die sukzessive in unter die Steuerpflicht fällt. Auch kann heute noch niemand voraussehen, welche Belastungen auf Riester und Co. zukommen, wenn sie, je nach Lebensalter, in Jahrzehnten zur Auszahlung kommen. Gleiches gilt für Lebensversicherungen, die vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls ihre Steuerprivilegien eingebü?t haben. Auch die Abgeltungssteuer, die nächstes Jahr erhoben wird, ist ein schönes Beispiel dafür, wie vermeintlich abgabenfreie Gewinne in den Schlund des Fiskus wandern. Eine wirklich sichere Planung ist also kaum möglich, da man nie wissen kann, was von dem ersparten Geld später übrig bleiben wird.

Jedoch gibt es von dieser Regel eine Ausnahme. Einzig die selbst genutzte Wohnimmobilie ist sicher vor dem Finanzamt. Ist sie erst einmal ihr Eigentum, nachdem sie die Kredite für den Erwerb zurück bezahlt haben, wohnen sie fortan mietfrei – ein Vorteil, der nicht versteuert wird, für den sie keine Sozialabgaben wie etwa Krankenversicherung zahlen müssen. Das so gesparte Geld steht also zu ihrer freien Verfügung, ohne jede Kürzung.

Die Steuerfreiheit genie?en sie sogar, obwohl die Anschaffung mitunter steuerlich begünstigt gewesen ist. So können sie neuerdings ihre Riester-Rente auch zur Finanzierung von Wohneigentum einsetzen und alle Zulagen und Steuervorteile einflie?en lassen, und müssen später nichts davon zurück geben. So kommen sie an eine Altersvorsorge, die zwar gefördert wird, ohne das Vater Staat sie zur Kasse bittet. Ein weiterer Vorteil: ihre Immobilie können sie vom ersten Tag an nutzen und müssen nicht warten, bis sie das Bezugsalter erreicht haben.

Damit dabei nichts diese Vorteile trübt, sollte man vier Dinge beachten. Einmal sollte das Haus spätestens zum Renteneintritt schuldenfrei sein, damit man mit der Rente nicht noch den Kredit bedienen muss. Also sollte man in Zeiten günstiger Zinsen soviel wie möglich tilgen.

Da auch ein Haus Pflege benötigt, sollte man es nicht nur gut versichern, sondern auch Geld zurücklegen, um alle anfallenden Arbeiten bezahlen zu können. Mit einem Prozent der Anschaffungssumme pro Jahr ist man immer auf der sicheren Seite, selbst wenn einmal eine kostspielige Reparatur anstehen sollte.

Will man auch noch im hohen Alter sein Haus bewohnen, sollte man auch schon bei der Planung berücksichtigen, dass man vielleicht irgendwann nicht mehr fit genug ist, um Treppen zu steigen oder sich um einen großen Garten zu kümmern. Es kann sich auf als vorteilhaft erweisen, dass Haus so zu planen, dass sich später ein Teil vermieten lässt, etwa wenn die Kinder aus dem Haus sind. Das bringt noch zusätzliche Einnahmen und reduziert den Arbeitsaufwand, da man sich um weniger Fläche kümmern muss.

Damit das Haus in jedem Lebensabschnitt Freude bereitet, muss auf jeden Fall die Lage stimmen. Das beeinflusst nicht nur die Wertentwicklung der Immobilie, sondern ist vor allem wichtig für die persönliche Lebensqualität. Eine gute Verkehrsanbindung ist ebenso wichtig wie kurze Wege zu den wichtigsten Geschäften.

Beachtet man diese Tipps, kann man dem Rentenalter gelassen entgegen sehen.

jetzt kommentieren? 11. Juli 2008

Vier Tipps, wie sie bei der Altersvorsorge alles falsch machen

Möglichkeiten und Produkte um für das Alter neben der gesetzlichen Rentenversicherung vorzusorgen, gibt es reichlich; mehr als man gewöhnlich überblicken kann, wenn man sich nicht gerade hauptberuflich mit diesem Thema auseinander setzt. Zur Wahl stehen für ihren persönlichen Bedarf optimale Strategien oder auch etwas weniger effiziente Sparformen. Egal wofür sie sich entscheiden, sie werden auf jeden Fall im Rentenalter mehr Geld zur Verfügung haben, als hätten sie nichts unternommen. Allerdings können sie auch einen oder alle der vier Kardinalfehler begehen, die man bei der privaten Altersvorsorge machen kann. Dann nutzt ihnen keine Sparleistung etwas, sondern ihr Vermögen wird sich höchst wahrscheinlich in Luft aufgelöst haben, wenn sie darauf angewiesen sind.Fehler Nummer Eins ist mangelnde Achtsamkeit beim Umgang mit ihrem doch oft sauer verdienten Geld. Wer sich nicht darum kümmert, dass sein Erspartes in Anlageformen landet, die auch eine ansprechende Rendite abwerfen, vergeudet seine Möglichkeiten. Es nutzt ihnen nichts zu sparen und dafür auf Konsum zu verzichten, wenn sie ihr Geld auf ein Sparkonto legen und dafür ein oder zwei Prozent Zinsen bekommen. Ihr Geld wird von der Inflation aufgefressen und verliert von Jahr zu Jahr an Kaufkraft. Man braucht auch nicht jede Versicherung, manches Risiko trägt man besser selbst, besonders wenn der Eintritt eines Schadensfalles unwahrscheinlich ist. Investieren sie ihr Geld in Anlagen, die sie nicht begriffen haben, können sie ihr Geld genauso gut auch ausgeben; dann haben sie im Zweifel mehr davon. Information ist daher die wichtigste Grundlage für ihre finanzielle Sicherheit; die dafür aufgewandt Zeit trägt reichlich Früchte.

Information ist die eine Seite, aber kein Mensch kann die Fülle an Nachrichten, Meldungen und Werbeversprechen, Analysen und Tipps auch nur annähernd überschauen oder gar umfassend bewerten. Das gelingt kaum Experten.  Haben sie eine interessante Anlage gefunden, bei denen objektiv gesehen alle Daten stimmen, aber ihr Gefühl rät ihnen davon ab, dann sollte sie genau dies tun: nicht abschließen. Die menschliche Wahrnehmung ist äußerst komplex und die Informationsverarbeitung läuft zu alller größten Teil völlig unbewusst ab. Sie haben unzählige Informationen und Erfahrungswerte gespeichert, von denen ihnen viele gar nicht aktiv präsent sind. Ihr Gehirn kann aber sehr wohl solch komplexen Zusammenhänge verarbeiten, aber nicht immer artikulieren. Es kann auf keine Fall Schaden, im Zweifel auch einmal auf sein Gefühl zu hören, letztlich ist es das Ergebnis einer Analyse.

Weniger ist manchmal mehr, das gilt auch für Geldanlagen. Völlig unrealistische Renditeversprechen sind immer wieder ein Verkäuferlockmittel, auf das nach wie vor viele herein fallen. Daher sollte man es sich zur Regel machen, sich niemals die dabei aufkommende Gier zum Berater zu machen. Vielmehr ist hier der Verstand gefragt und eine gründliche Überlegungsphase und die Einholung von belastbaren Informationen sind Pflicht, bevor man solche Risiken eingeht. Wennsie ein Verkäufer drängt, sind sie ohnehin an den falschen geraten.

Jeder haut einmal daneben, auch und gerade bei Geldanlagen. Wenn sie in der Vergangenheit auch einmal auf das falsche Pferd gesetzt haben, sollte sie diese Erfahrung nicht verdrängen, sondern in ihren Erfahrungsschatz mit aufnehmen. Erinnern sie sich bei künftigen Entscheidungen an ihre Fehler und vermeiden sie Wiederholungen, anstatt sich für Fehltritt zu schämen um sie dann noch einmal zu wiederholen. Was damals daneben ging, wird es heute sehr wahrscheinlich wieder tun.

jetzt kommentieren? 02. Juli 2008

Geld macht gesund

Geld macht, wie der Volksmund behauptet, allein nicht glücklich. Allerdings scheint es laut einer aktuellen Studie das Leben messbar zu verlängern. Festgestellt wurde in dieser Untersuchung, dass Rentner umso länger leben, je höher ihre Altersbezüge sind.Bei dieser festgestellten längeren Lebenserwartung handelt es sich nicht um kurze Zeiträume, sondern um ganz erhebliche Werte. Nach Analyse von Daten der Rentenkasse und weiterer statistischer Quellen ergab sich, dass der Unterschied zwischen einem, salopp gesagt, zwischen einem armen und einem reichen Rentner bis zu fünf Jahren beträgt. Ob das Geld allein für dieses Phänomen verantwortlich ist, bezweifeln die Forscher zwar. Das höhere Alterseinkommen ist jedoch ein Indiz für andere Faktoren, die sich auf Gesundheit und damit die Lebenserwartung auswirken können. In aller Regel werden höhere Einkommen und damit höhere Rentenanwartschaften in Berufen erzielt, die keine körperlichen Anstrengungen mit sich bringen. Nahe liegend ist auch die Annahme, dass ein höhere Einkommen auch ein zumindest in finanzieller Hinsicht sorgen freieres Leben zur Folge hat; das Sorgen nicht zum Wohlbefinden beitragen und psychosomatisch bedingte Krankheiten hervorrufen, ist mittlerweile eine anerkannte wissenschaftliche Erkenntnis. Auch bietet das Lebenseinkommen einen Hinweis auf die Bildung des Betroffenen. Wer gut verdient, ist meistens auch gut ausgebildet und somit auch gebildeter als ein Bezieher eines niedrigen Einkommens. Erfahrungsgemäß tun Menschen umso mehr für ihre Gesundheit, je gebildeter sie sind. Dazu gehört eine gesunde Ernährung ebenso wie die Wahrnehmung von Vorsorgemaßnahmen und ausreichende Erholungsphasen. Wer genug Geld hat, wohnt auch gesünder, das heißt in besseren Gegenden mit mehr Ruhe, mehr Komfort und saubererer Luft. Wer sein Leben in einer Wohnung an einer stark befahrenen Hauptverkehrsstraße verbringt, ist gegenüber dem Villenbewohner im grünen Vorort zwangsläufig im Nachteil.  Vermutlich war der gutverdienende auch seltener oder niemals arbeitslos, ein weiterer Stressfaktor, der die Gesundheit belastet. Auch kann der reichere finanzielle Einbußen besser verkraften, die in Zukunft auf Grund der Auswirkungen der Rentenreform für jeden zu erwarten sind. Die Forscher erwarten daher eine Steigerung des erkannten Phänomens, da die Einkommensunterschiede immer deutlicher ausfallen werden und dagegen bis heute keinen geeigneten Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Im Gegenteil werden auch die Leistungen der Krankenkasse immer weiter eingeschränkt. Die Untersuchung betraf übrigens nur Männer, da bei Frauen oft lange Unterbrechungen im Arbeitsleben vorliegen, die das Ergebnis verfälscht hätten.

jetzt kommentieren? 30. Juni 2008

Inflationsversicherung für Renten

Die Renten steigen langsam, wenn überhaupt. Die diesjährige Erhöhung war die erste seit langem und gleicht nicht einmal annähernd die Teuerungsrate der vorangegangenen Jahre aus. Die Inflation dagegen erreicht jedes Jahr neue Rekordhöhen; sie ist so hoch wie seit den siebziger Jahren nicht mehr. Die Folge: die Kaufkraft der Renten sinkt kontinuierlich. Wer ohnehin nur eine kleine Rente erhält, steuert unvermeidlich darauf zu, irgendwann Sozialleistungen in Anspruch nehmen zu müssen.Die Sozialverbände haben nun einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, um wenigstens ein durch die wirtschaftliche Entwicklung unumgängliche Senkung der Renten zu verhindern, wenn sie denn schon nicht mehr regelmäßig erhöht werden können. Dieser Kaufkraftverlust ist durchaus keine Kleinigkeit und macht sich für den Einzelnen im Laufe der Jahre deutlich bemerkbar. So liegen Berechnungen vor die belegen, dass in allein in den letzten vier Jahren jedem Rentner wenigstens zehn Prozent seiner Bezüge durch die Inflation aufgefressen wurden.

Um dem entgegen zu wirken schlagen die Sozialverbände vor, die Renten an die aktuelle Inflationsrate anzupassen, sofern im jeweiligen Jahr zum einen keine Rentenerhöhung vorgenommen wurde und falls doch, diese unterhalb der Teuerung des Vorjahrs liegt, die Bruttolöhne aber stärker gestiegen sind. Für die diesjährige Rentenerhöhung hätte dies einen zusätzliche Quote von etwa 0,3 Prozent ergeben, wäre man diesem Vorschlag schon gefolgt.

Das kostet natürlich zusätzliches Geld. Finanziert werden soll der dafür fällige Betrag von etwa sechshundert Millionen Euro aus den Rücklagen der Rentenversicherung, die nach wie vor über ausreichende Reserven verfügt, um dieses Belastung zu tragen. Die Maßnahme scheint umso notwendiger, da ab dem Jahr 2010 durch dann greifende Regelungen der Rentenreform die ersten Kürzungen der Altersbezüge erfolgen werden. Um diese Minimalanpassung auch zu garantieren, müsste der Riester-Faktor ebenfalls aus der Rentenberechnung heraus genommen werden. Ein Inflationsschutz der Renten wäre für den Haushalt dauerhaft günstiger, als immer mehr verarmende Rentner durch Sozialleistungen zu unterstützen.

jetzt kommentieren? 30. Juni 2008

Verstößt die Riester – Rente gegen Europarecht?

Die Riester – Rente ist in nicht nur wegen ihrer Anrechenbarkeit auf die Grundsicherung in Kritik geraten. Nach Auffassung des juristischen Dienstes des Bundestages und der Europäischen Union verstossen verschiedene Regelungen darin gegen europäisches Recht.Eine böse Überrraschung wird nämlich erleben, wer sich als Rentner entschliesst seinen Ruhestand nicht im verregneten Deutschland sondern im sonnigen Süden oder anderswo im Ausland zu verleben. Die für die Altersvorsorge gewiss fest eingeplanten Riester – Bezüge sind dann nämlich unwiderbringlich weg. Die erhält nämlich nur derjenige, der im Land bleibt und hier auch seine Steuern zahlt. Wer sich dagegen dauerhaft im Ausland niederlässt fällt unter die dortigen Steuergesetze und dem deutschen Fiskus entgehen diese Einnahmen. Um zu verhindern, dass die Riester – Sparer zwar während ihres Berufslebens die steuerfreien Beiträge einzahlen und die staatlichen Zuschüsse kassieren,  dann aber während der Bezugsdauer, in der auf die Riester – Rente Steuer zu zahlen sind, sich dieser Pflicht entziehen, hat der Gesetzgeber diesen Passus ins die Riester – Regeln geschrieben. Das halten nicht nur die Juristen der Bundesregierung für rechtswidrig, sondern auch die europäische Kommission, die dagegen klagen will. So sieht sie dadurch das Recht auf freie Wohnortwahl unzulässig eingeschränkt und die Riester – Rentner im Vergleich mit den Beziehern anderer Altersbezüge ungerechtfertigt benachteiligt. Etliche deutsche Unis sehen das an ihren juristischen Fakuläten wohl genauso. Dort muss das Riester – Gesetz als Beispiel für einen klassischen Verstoss gegen europäisches Recht herhalten.

So ist von den Vorzügen Riester – Rente ausgeschlossen, wer zum Beispiel hier seine Brötchen verdient, aber über der Grenze in einem Nachbarland lebt. Wer sich als Rentner entschliesst Deutschland zu verlassen, verliert nicht nur seine Ansprüche, sondern muss auch noch die gewährten staatlichen Zuschüsse wieder zurück zahlen. Davon sind besonders ausländische Arbeitnehmer betroffen, die im Ruhestand wieder in ihr Heimatland zurück ziehen. Angesichts dieser gravierenden Einschränkungen ist die Zweckmässigkeit eines Riester – Vertrags wiederrum in Frage gestellt, jedenfalls bis zur gegebenenfalls gerichtlichen Klärung der Rechtmässigkeit dieses Gesetzes.

jetzt kommentieren? 17. Juni 2008

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