Die Rente ist sicher – jedenfalls bei den Nachbarn

04.August 2008

Die Schieflage der gesetzlichen Rentenversicherung ist, das muss man sich gelegentlich vor Augen führen, ein sehr deutsches Problem. Im Gegensatz zu zur hiesigen Situation ist die Altersvorsorge im Ausland oft wesentlich besser gesichert. Die demoskopische Entwicklung unterscheidet sich dabei allerdings im Ausland wenig von der deutschen. Vielleicht mit Ausnahme der USA, werden in beinahe allen europäischen Ländern immer weniger Kinder geboren, während die Bevölkerung stets ein höheres Durchschnittsalter erreicht. Warum die Alterssicherung in Deutschland immer schlechter wird, die Gefahr von Altersarmut trotz lebenslanger Arbeit und vieler Beitragsjahre droht, und die Vorsorge fürs Alter zunehmend zur Privatsache gemacht wird, obwohl es offenkundig auch anders geht, offenbart ein Vergleich mit unseren Nachbarn. Die haben uns jedenfalls meist eines voraus, nämlich das ihre Rentenkassen nicht in Abständen für sachfremde Zwecke geplündert wurden. Während man hierzulande zuletzt, aber nicht zum ersten Mal, die Rücklagen der gesetzlichen Rentenversicherung zur Finanzierung der Wiedervereinigung missbraucht hat, hatten andere Länder dieses Problem nicht zu bewältigen. Auch kann es nicht an der Arbeitslosenquote liegen, die in anderen Staaten mitunter sogar höher ist als bei uns, und trotzdem klappt es mit der sicheren Rente.Nehmen wir als Beispiel die Schweiz. Das dortige Rentensystem gilt als Vorbild und das hat gute Gründe. Es ruht, im Gegensatz zur deutschen Rentenversicherung, wie sie noch vor Jahren gestaltet war, auf insgesamt drei Finanzierungsgrundlagen.

Dort wird, anders als hier, nahezu jeder zur Finanzierung der Renten herangezogen. Während in Deutschland nur ein kleiner Teil der Bevölkerung die gesamten Mittel für die Rente aufbringen muss, nämlich etwa zwanzig Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigter Arbeitnehmer, ein Achtel der Gesamtbevölkerung, muss in der Schweiz vom Hilfsarbeiter bis zum Multimillionär über Beamte und Unternehmer jeder Beiträge zur Rentenversicherung zahlen, also ein Großteil der aller Bürger. Verpflichtend ist in der Schweiz zudem die betriebliche Altersvorsorge, die sich bei uns erst nach und nach durchsetzt. Als dritte Finanzierungsgrundlage dient ein steuerliches Instrument, dass wir mit der so genannten Riester,- beziehungsweise Rürup – Rente ansatzweise eingeführt haben. Bis zu umgerechnet viertausend Euro kann jeder Schweizer jährlich steuerfrei für das Alter sparen, beinahe doppelt so viel wie für eine Riester – Rente. Dabei sind die Auswahlmöglichkeiten für die Anlage dort wesentlich größer und bedarfsgerechter.

Eine sichere Rente ist also nicht nur eine Frage von genügend abhängigen Arbeitsplätzen, sondern von einer sinnvollen Verteilung der Lasten.

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