Eine Viertel Stunde für die Rente
08.Oktober 2008
Die Angst geht um bei den Deutschen, dass sie im Alter nicht ausreichend Geld zur Verfügung haben werden. Die lange Diskussion um die private Altersvorsorge und die zur Gewissheit werdende Einsicht, dass die Rentenzahlungen für spätere Generationen nicht mehr als eine Grundsicherung sein werden, hat wesentlich zu dieser Angst beigetragen.Das ist ein zweifellos ungutes Gefühl, besonders wenn man noch keine eigenen Maßnahmen getroffen hat, um für das Alter privat vorzusorgen. Wer denkt, es ist schon zu spät, um noch genug zu sparen, der irrt sich jedoch. Es kann sehr einfach sein, die nötigen Informationen zu bekommen, wie eine sinnvolle und effektive Vorsorge aussehen muss. Es sind weder schwierige Berechnungen aller möglichen öffentlichen und privaten Wirtschaftsdaten erforderlich, noch sind sonst aufwändige Dinge nötig. Wer sich eine viertel Stunde im Jahr Zeit nimmt, um sich mit seiner späteren privaten Rente zu beschäftigen, der hat genug getan und kann beruhigt schlafen. Es gibt fünf einfache Regeln, die dabei zu beachten sind.
Wer sich an irgendeinen Berater wendet, der bei der Geldanlage für die private Rente helfen soll, wird sehr wahrscheinlich mit einer Rechnung konfrontiert, in der das nötige Kapital ermittelt wird, dass man für ein sorgloses Alter benötigen würde. Diese Summe ist meistens für einen Normalbürger erschreckend hoch, muss sie doch groß genug sein, damit man im Idealfall von der Rendite leben kann. Wer nun denkt, er könne das niemals sparen, sollte sich klar darüber sein, dass alle Prognosen für die Zukunft immer fragwürdig sind. Niemand kennt die Verhältnisse in einigen Jahrzehnten, weshalb eine genaue Aussage, wie viel Geld man dann zu Leben benötigen wird, gar nicht möglich ist. Daher ignoriert man diese Rechnung am Besten, da sie ohnehin wenig aussagt.
Viel wichtiger ist es, dass man überhaupt einmal damit anfängt, für das Alter vorzusorgen. Das macht man am besten gleich heute, nicht erst morgen. Es gibt zwar immer gute Gründe, warum man jetzt besser nicht beginnen sollte, weil man das Geld vielleicht meint für etwas anderes zu benötigen. Auch ein kleiner monatlicher Betrag summiert sich im Laufe der Jahre, vorausgesetzt, man greift die Ersparnisse nicht zwischendurch wieder an. Je früher man mit dem Sparen beginnt, desto weniger Geld muss man pro Monat zurück legen. Als Faustregel gilt, dass man für jeweils sechs Lebensjahre etwa ein Prozent seiner Nettoeinkünfte zurücklegen sollte.
Das Geld, dass man für das Alter spart, sollte nicht auf dem normalen Konto eingezahlt werden, sondern separat liegen. So kommt man gar nicht erst auf den Gedanken, etwas davon auszugeben. Damit man das Sparen auch nicht vergisst, hilft am besten ein Dauerauftrag.
Die Altersvorsorge sollte vor allem eines sein, nämlich sicher. Das Kapital für die spätere Rente eignet sich nicht für Spekulationen, auch wenn dabei noch so verlockende Renditeversprechen gegeben werden. Im Idealfall legt man das Geld in sicheren Papieren an; mit einem kleinen Anteil kann man etwas gewagter vorgehen, aber der Hauptanteil muss immer im sicheren Hafen liegen, umso mehr, je älter man bereits ist.
Damit die Anlage nicht in die falsche Richtung läuft, sollte man sie einmal jährlich überprüfen. Dabei sollte das Augenmerk darauf liegen, ob der risikoreichere Anteil dort noch gut aufgehoben ist, oder ob man umschichten sollte.
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