Fit durch Bildung

25.August 2008

Die Gefahr von einer Erwerbsminderungsrente leben zu müssen, ist unter den Arbeitnehmern sehr ungleich verteilt, wie eine aktuelle Studie herausgefunden hat. Einen wesentlichen Unterschied bei der Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden spielt nach diesen Erkenntnissen die Bildung der Betroffenen. So gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Schulabschluss und Invalidität, wobei Personen mit niedrigem oder gar keinem Bildungsabschluss am häufigsten ihren Beruf vorzeitig nicht mehr ausüben können. Der Zusammenhang liegt eigentlich nahe, da gefährliche und körperlich anstrengende Berufe vornehmlich im Handwerk ober bei Hilfsarbeiten zu finden sind. Jetzt herrscht jedoch Gewissheit, dass diese Phänomen kein Vorurteil ist, sondern tatsächlich existiert. Die Grundlage für die Studie bildeten Daten der Rentenkasse. Schlechte Bildungschancen sind somit nicht nur ein Handicap auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch noch ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Dieser Zusammenhang wurde bislang von der Politik sträflich vernachlässigt, aber nicht nur das. Die zunehmende Kürzung von Sozialleistungen und die Aushöhlung des Rechts auf freie Berufswahl durch zahlreiche Zwangsmaßnahmen ermuntert Arbeitgeber geradezu, Arbeitnehmer, die keine Wahl haben, bis auf das Äußerste auszunutzen. Armut ist auch ohne diese zusätzliche Erschwernis schlimm genug. Zusätzlich die Betroffenen in ungesunde Jobs zu treiben, ist keine Lösung dieses Problems, sondern eine Verschärfung. Eine Lösung kann hier nur in einer grundlegend anderen Bildungspolitik liegen. Erwiesen ist, dass besonders in Deutschland schon der Zufall der Geburt wesentlich darüber entscheidet, ob man im Leben reelle Chancen hat, beruflich aufzusteigen und eine angemessene Bildung zu erhalten.Das Risiko der Erwerbsminderung steigt mit zunehmendem Alter. Ab dem fünfundvierzigsten Lebensjahr machen sich die angelegten Risiken zur Berufsunfähigkeit dann deutlich bemerkbar. Akademiker und Ungelernte unterscheiden sich hier durch eine Faktor fünf. Dieses Risiko verteilt sich ab fünfzig wieder etwas gleichmäßiger über die einzelnen Berufe, die Akademiker sind aber auch in diese Alter weit weniger betroffen. Bei Frauen sieht die Lage ähnlich aus, jedoch sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Ausbildungsstufen nicht so ausgeprägt. Dies könnte daran liegen, das Frauen häufiger im Leben aus dem Beruf aussteigen, besonders zugunsten der Kindererziehung.

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