Früher Ruhestand oft unfreiwillig
22.Juni 2008
Laut Statistik wollen immer mehr Deutsche vor dem regulären Renteneintrittsalter in den Ruhestand gehen. Diese nackte Tatsache täuscht allerdings über die wahren Hintergründe für diese Entscheidung hinweg. Es ist keineswegs so, dass die Deutschen fauler geworden sind und auf Arbeit keine Lust mehr haben weshalb sie sich beizeiten aus dem Arbeitsleben verabschieden wollen. Oft bleibt gar keine andere Wahl als ein vorzeitiger Renteneintritt, da der Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer immer weniger Gelgenheiten bietet und viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ab einem bestimmten Lebensalter gerne los werden wollen.Untersucht man das Phänomen Frühverrentung genauer, ergibt sich ein differenziertes Bild, das den ersten Anschein als Trugschluss entlarvt. Tatsächlich verhält es sich so, dass gerade die Gutverdiener in der Regel gerne in ihrem Job arbeiten und gar nicht daran denken ihn vorzeitig aufzugeben. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Personengruppe versucht so lange wie möglich am Arbeitsplatz zu bleiben und schöpft die Zeitspanne bis zum regulären Renteneintritt gerne aus.
Grund dafür ist nicht nur die starke Identifikation mit ihrer Arbeit. Gerade der männliche Anteil unter den Gutverdienern schätzt auch den mit ihre Tätigkeit verbundenen Status, dessen Verlust sie so lange wie möglich aufschieben wollen.
Das Risiko der Frühverrentung steigt, wenn im fortgeschrittenen Alter Zeiten der Arbeitslosigkeit vorkommen. Je höher das Lebensalter, desto schwieriger ist es wieder einen Job zu finden.
Ironischer Weise sind gerade Arbeitnehmer mit hohem Einkommen die einzigen, die einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben überhaupt finanziell verkraften können. Der Abschlag auf die Rente kostet pro Jahr dreieinhalb Prozent – diesen Verlust kann man nur bei einer hohen Altersrente verkraften. Zu ihm gibt es auch keinen späteren Ausgleich, sondern er gilt dauerhaft für die gesamte Bezugsdauer. Wer kein Kapital hat, um diese Lücke auszugleichen, sollte die Frühverrrentung möglichst vermeiden. Ein Zusatzeinkommen ist für die meisten Frührentner zwingend notwendig, um nicht unter die Grenze der Grundsicherung zu fallen.
Artikel gespeichert unter: Altersvorsorge
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