Große Rentenlücke bei Frauen
16.Mai 2008
Auch nach Jahrzehnten Emanzipationsbewegung und zahlreicher gesetzlicher Bemühungen zur Gleichstellung der Geschlechter sind auch heute noch Frauen, zumindest im Berufsleben, benachteiligt.
Zum einen ist die Bezahlung für weibliche Mitarbeiter üblicherweise noch immer schlechter als für einen Mann mit dem gleichen Job. Hinzu kommt, dass das klassische Rollenbild von Mann und Frau in weiten Teilen der Gesellschaft weiterhin Gültigkeit hat. So gibt meist sie ihre Arbeit auf, wenn der Nachwuchs kommt oder geht in Teilzeit oder Minijob. Lässt die familäre Situation wieder eine Vollzeitbeschäftigung zu, gelingt gerade in der heutigen schwierigen Arbeitsmarktsituation der Wiedereinstieg nicht immer – schon gar nicht kann der eingetretenen Einkommensverlust wieder ausgeglichen werden.
Das hat trotz Anrechnung von Erziehungszeiten auf die Rente schwere Nachteile für die Altersvorsorge von Frauen. Sie erhalten statistisch nur etwa die Hälfte von dem, was der durchschnittliche männliche Rentner bezieht. Das bedeutet in konkreten Zahlen eine Rente in Höhe von etwas mehr als 500 Euro. Ohne staatlichen Zuschuss kann man von dieser Summe auch bei bescheidenem Lebenswandel nicht existieren. Altersarmut ist daher gerade für Frauen eine akute Bedrohung. Abhilfe schafft hier nur eine wohl überlegte private Altersvorsorge, die etwa auch die Tatsache berücksichtigt, dass Frauen im Schnitt wesentlich älter werden als Männer.
Dieser Umstand ist der ganz überwiegenden Mehrheit der weiblichen Bevölkerung bekannt und wird auch als wichtig eingeschätzt. Dennoch klafft hier zwischen Problembewusstsein und konkreter Tat eine riesige Lücke. Tatsächlich sorgt nur eine Minderheit privat für das Alter vor.
Die typischen Wechselfälle des Lebens sollten besonders Frauen bei der Wahl ihres Vertragspartners im Augen behalten. So sollte es möglich sein etwa auf die Erziehungsphase flexibel zur reagieren. Eine Anpassung an sich immer häufiger und schneller ändernde Lebensumstände wird zwar auch für Männer immer wichtiger, ist für Frauen jedoch unverzichtbar.
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