Inflationsversicherung für Renten
30.Juni 2008
Die Renten steigen langsam, wenn überhaupt. Die diesjährige Erhöhung war die erste seit langem und gleicht nicht einmal annähernd die Teuerungsrate der vorangegangenen Jahre aus. Die Inflation dagegen erreicht jedes Jahr neue Rekordhöhen; sie ist so hoch wie seit den siebziger Jahren nicht mehr. Die Folge: die Kaufkraft der Renten sinkt kontinuierlich. Wer ohnehin nur eine kleine Rente erhält, steuert unvermeidlich darauf zu, irgendwann Sozialleistungen in Anspruch nehmen zu müssen.Die Sozialverbände haben nun einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, um wenigstens ein durch die wirtschaftliche Entwicklung unumgängliche Senkung der Renten zu verhindern, wenn sie denn schon nicht mehr regelmäßig erhöht werden können. Dieser Kaufkraftverlust ist durchaus keine Kleinigkeit und macht sich für den Einzelnen im Laufe der Jahre deutlich bemerkbar. So liegen Berechnungen vor die belegen, dass in allein in den letzten vier Jahren jedem Rentner wenigstens zehn Prozent seiner Bezüge durch die Inflation aufgefressen wurden.
Um dem entgegen zu wirken schlagen die Sozialverbände vor, die Renten an die aktuelle Inflationsrate anzupassen, sofern im jeweiligen Jahr zum einen keine Rentenerhöhung vorgenommen wurde und falls doch, diese unterhalb der Teuerung des Vorjahrs liegt, die Bruttolöhne aber stärker gestiegen sind. Für die diesjährige Rentenerhöhung hätte dies einen zusätzliche Quote von etwa 0,3 Prozent ergeben, wäre man diesem Vorschlag schon gefolgt.
Das kostet natürlich zusätzliches Geld. Finanziert werden soll der dafür fällige Betrag von etwa sechshundert Millionen Euro aus den Rücklagen der Rentenversicherung, die nach wie vor über ausreichende Reserven verfügt, um dieses Belastung zu tragen. Die Maßnahme scheint umso notwendiger, da ab dem Jahr 2010 durch dann greifende Regelungen der Rentenreform die ersten Kürzungen der Altersbezüge erfolgen werden. Um diese Minimalanpassung auch zu garantieren, müsste der Riester-Faktor ebenfalls aus der Rentenberechnung heraus genommen werden. Ein Inflationsschutz der Renten wäre für den Haushalt dauerhaft günstiger, als immer mehr verarmende Rentner durch Sozialleistungen zu unterstützen.
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