Länger leben, günstiger versichern

22.Juli 2008

Die steigenden Lebenserwartung der Deutschen macht zwar die Alters,- und Gesundheitsvorsorge teurer. Abgesehen von der erfreulichen Nachricht, dass wir alle, zumindest statistisch gesehen, länger leben werden, gibt es auch in finanzieller Hinsicht eine gute Nachricht. Der Anlageklassiker Lebensversicherung wird voraussichtlich preiswerter werden. Schon jetzt bieten einige Versicherungsunternehmen günstigere Beiträge für Risikolebensversicherungen an. Der Grund für die Beitragssenkung ist der gleiche, weshalb in anderen Bereichen die Kosten auf Grund der demoskopische Entwicklung steigen, nämlich das höhere Durchschnittsalter der Bevölkerung. Der Einfluss dieser Größe auf den Preis einer Versicherung, die das Todesfallrisiko abgedeckt, liegt dabei nahe. Lebensversicherungen kommen üblicherweise, sofern nicht der Versicherungsfall eintritt, und der Kunde vor Ablauf des Vertrages stirbt, zu einem bestimmten Lebensalter, meist um den sechzigsten Geburtstag herum, zur Auszahlung. Der Kunde erhält das angesparte Kapital zuzüglich der mit diesem erwirtschafteten Rendite. Die Verträge sind so kalkuliert, dass natürlich auch das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt eine kräftigen Gewinn eingefahren hat. Abgesehen von den Gebühren, die ebenfalls in den Beiträgen enthalten sind, arbeitet die Versicherung mit dem Geld auf dem Kapitalmarkt. Den größten Teil des so erzielten Gewinns steckt sie in die eigenen Tasche. Kunden, die das Vertragsende erleben, sind also für die Unternehmen ein gutes Geschäft. Da auf Grund der Demoskopie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde stirbt und die Versicherungssumme zur Auszahlung kommt, stetig sinkt, können die Unternehmen ihre Beiträge nunmehr senken. Anhand der so genannten Sterbetafel berechnen Versicherungen ihre Tarife. Aus ihr wird ersichtlich, wie viele Menschen eines Jahrganges nach einem bestimmten Zeitraum noch am Leben sind. Dieser Anteil steigt seit Jahren ständig an, besonders signifikant ist die Entwicklung bei Frauen. Die sinkenden Beiträge sind allerdings nur eine Seite der Medaille. Diese sinken, weil das Risiko eine Versicherungsfalles sinkt. Dadurch steigt natürlich zwangsläufig die Anzahl der ausgezahlten Verträge. Logische Konsequenz daraus ist, dass die Gewinnbeteiligung des einzelnen Kunden gesenkt werden muss, um die Gesamtkalkulation aufrecht zu erhalten. Den niedrigeren Beiträgen folgen also geringere Auszahlungssummen.

Artikel gespeichert unter: Altersvorsorge

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