Mentale Altersvorsorge

18.Juni 2008

Altersvorsorge hat nicht nur etwas mit Rente und Finanzen zu tun, sondern ist ein Prozess, der sich durch alle Lebensphasen zieht und in jeder einzelnen Phase besondere Anforderungen an den Einzelnen stellt. Denn es gehört auch zu einem erfüllten und glücklichen Dasein als späterer Rentner, dass man sein Leben auch genossen und augefüllt hat. Versäumt man einzelne oder gar alle Abschnitte des eigenen Daseins voll auszukosten, wird man im Alter auch mit guter finanzieller Versorgung mit Reue verpassten Chancen nachtrauern, statt dieses Stadium voll geniessen zu können.Altersvorsorge bedeutet also, in jedem Lebensalter alles zu tun, damit der nächste Abschnitt zu seinem Recht kommt und voll gelebt werden kann. Das fängt schon als Jugendlicher an, wenn man sich selbst beginnt kennen zu lernen und sich langsam aber sicher von seinen Eltern zu lösen beginnt. Diese Loslösung muss gelingen, will man nicht den Rest seines Lebens an dieser Nabelschnur hängen bleiben. Auch Chaos gehört zu diesem Lebensabschnitt dazu, das man einfach akzeptieren sollte. Ab dem zwanzigsten Lebensjahr beginnt man, sich privat und beruflich zu etablieren. Hier gilt es den Spagat zu meistern, sowohl sein Beziehungsleben als auch die Erfordernisse von Ausbildung und beruflichem Aufstieg unter einen Hut zu bringen. Hier bleiben viele Beziehungen aus der Jugendzeit auf der Strecke, daher muss man nun, will man nicht in die Einsamkeit abgleiten, neue dauerhafte Kontakte knüpfen. Ab Dreissig haben die meisten, wenn es gut läuft, den Schritt geschafft und sowohl eine Familie gegründet als auch ihren beruflichen Werdegang eingeschlagen und sich etabliert. Zwar ist es für das Wohlbefinden und die Gesundheit günstig, lebt man in einer Partnerschaft; allerdings sollte dies auch harmonisch und bereichernd sein, sonst schlägt der Effekt ins Gegenteil um. In dieser Lebensphase versucht man etwas zu hinterlassen, sei es, dass man die eigenen Vorstellungen an den Nachwuchs weiter gibt, sei es, dass man beruflich etwas aussergewöhnliches leistet, dass die Generationen überdauern soll. Ab Vierzig merkt man langsam, dass man älter wird und erkennt vielleicht, dass es noch einiges zu tun gibt im Leben, das man nicht versäumt haben will. Die Kinder sind in der Regel jetzt erwachsen, was heisst, dass man nun mit seinem Partner alleine zurück bleibt. Diese Herausforderung gilt es zu meistern, damit die Beziehung nicht daran zerbricht. Ab Fünfzig besinnt man sich oft auf seine Wurzeln und ordnet das eigenen Leben in den Kontext der Generationen. Das fällt leichter, wenn man hin nimmt, das man das Alter nicht aufhalten kann. Gelingt dies, hat man auch ab dem Sechzigsten keine Probleme damit, das Leben mit immer mehr Gelassenheit zu nehmen. Ganz wichtig ist im Alter, dass man ein soziales Netz zur Verfügung hat, das man sich in den Jahrzehnten zuvor aufgebaut haben muss. Nichts ist verheerender für Gesundheit und Wohlbefinden, als Einsamkeit im Alter.

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