Riester – Auszüge oft völlig unzureichend

22.Juli 2008

Jeder Sparer auf eine Riester – Rente hat einen gesetzlich festgeschriebenes Anrecht auf jährliche Informationen zu seinem Vertrag. In dieser Info müssen alle relevanten Daten aufgeführt werden, also zum Beispiel muss ersichtlich sein, wie viel der Kunde schon an Sparleistungen erbracht hat und welche gesetzlichen Zulagen auf seinem Riester – Konto gutgeschrieben wurden. Dazu gehört natürlich auch der aktuelle Kontostand inklusive der bisherigen Wertentwicklung, also welche Rendite die eingezahlten und zugeschossenen Beträge inzwischen erwirtschaftet haben. So weit, so gut. Da alle Riester – Anlagen entweder bei einer Bank, einer Versicherung oder einer Fondsgesellschaft geführt werden, sollte man annehmen, das die Zusammenstellung einer solchen Information für diese Unternehmen kein Problem darstellt. Schließlich gehört es zum täglichen Brot einer Bank, ihren Kunden Auszüge zum geführten Konto oder gewährtem Kredit zu versorgen.Die Praxis sieht da leider ganz anders aus. Eine aktuelle Überprüfung, wie die Anbieter ihrer Informationspflicht nachkommen, hat sehr unerfreuliche Ergebnisse zu Tage gefördert. Nicht nur, dass die Auszüge zum Riester – Konto kundenunfreundlich gestaltet waren, also unübersichtlich und unklar, zum Teil fehlten sogar vorgeschriebenen Angaben oder sie waren am Ende gar fehlerbehaftet. Nicht eine einzige der achtundzwanzig geprüften Informationen konnte als gut eingestuft werden.

Das Gros der Kontodaten wurde gerade noch mit einer ausreichenden Note bedacht, während immerhin fast zehn Prozent der Kandidaten völlig unzureichende Arbeit leisteten. Das hat nicht nur für den Informationsstand der Sparer Auswirkungen, sondern oft handfeste finanzielle Nachteile. Während man mit einer unzureichend aufgearbeiteten Information über seinen Sparplan noch leben könnte, sofern in der Sache alles seine Ordnung hat, verlieren viele Anleger durch die schlechte Information Geld, wenn dadurch zum Beispiel nicht rechtzeitig oder gar nicht zustehende Fördermittel beantragt werden.

Auch neigen viele Unternehmen dazu, in der Jahresinformation ihre Kunden darüber im Unklaren zu lassen, welche Kosten ihnen der Vertrag verursacht. So ist oft nicht ersichtlich, ob und in welcher Höhe Gebühren oder sonstige Kosten anfallen und wie sie das Sparergebnis beeinflussen. Das verwendete Vokabular ist für den Laien oft völlig unverständlich und stellt das Gegenteil einer Information dar. Am besten schnitten noch die Produkte ab, die die schlechtesten Renditen einbringen, nämlich simple Banksparpläne. Diese sind einfach strukturiert und daher ohne tiefer gehende Informationen verständlich. Leider sind sie aber bezüglich der späteren Rentenhöhe nicht die erste Wahl des Anlegers.

Artikel gespeichert unter: Riester Rente

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