Risikoberufe – hier droht die Berufsunfähigkeit am schnellsten
20.Juli 2008
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für jeden Arbeitnehmer eine dringend zu empfehlende Absicherung, will man verhindern, durch Unfall oder Krankheit in finanzielle Bedrängnis zu geraten. Allerdings ist das Risiko, seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können, ungleich verteilt. Während bei Berufen, die man vom Schreibtisch aus ausübt, die Wahrscheinlichkeit jedenfalls eines Unfalls gering ist, sieht es bei handwerklichen Berufen ganz anders aus. Unfälle sind zwar ohnehin nur zu drei Prozent für den Eintritt der schweren Folge Berufsunfähigkeit verantwortlich, aber bei bei besonders gefährlichen Tätigkeiten verschiebt sich dieses Verhältnis mitunter ganz erheblich.Einer dieser Berufe ist der des Dachdeckers. Angehörige dieses Berufsstandes leben besonders gefährlich, sie führen die Statistik der Berufsunfähigkeit und der tödlichen Unfälle in Ausübung ihrer Tätigkeit an. Das ist eigentlich nicht weiter verwunderlich, da die Anforderungen, die an einen Dachdecker gestellt werden, sehr hoch sind, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es birgt einen naheliegend hohe Gefahr, tagtäglich auf Dächer zu arbeiten, wo man wenig Halt hat und sich mitunter in großen Höhen befindet. Selbst wenn es nur ein Stockwerk sein sollte, kann ein unglücklicher Sturz die Karriere abrupt beenden, sofern man den Unfall überlebt. Die mit dieser Tätigkeit einhergehende körperliche Anstrengung mit permanent hohem Gefahrenpotential, weckt bei besonders vielen Angehörigen dieses Berufsstandes den Wunsch, möglichst früh damit aufhören zu können. Die Statistik der Frühverrentung führen also wenig überraschend ebenfalls die Dachdecker an.
Während wie erwähnt, der Durchschnitt der wegen Berufsunfähigkeit frühverrenteten Arbeitnehmer bei etwa drei Prozent liegt, beläuft sich dieser Anteil bei Dachdeckern auf geradezu sagenhafte zweiundfünfzig Prozent. Fast dreißig Prozent der Renten, die in diesem Berufsstand gezahlt werden, sind Hinterbliebenenrenten.
Einen statistisch gesehen gefährlicheren Beruf gibt es nicht. Fast kein Dachdecker geht im regulären Rentenalter in den Ruhestand. Entweder gehen sie als Frührentner möglichst zeitig, wenn nicht Berufsunfähigkeit sie ohnehin dazu zwingt. Das macht diesen Beruf für den Nachwuchs nicht eben anziehend. Zu wenig Bewerber streben an, diesen beruflichen Werdegang zu nehmen.
Artikel gespeichert unter: Berufsunfähigkeit
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