Selbstständige: Zwang zur Altersvorsorge geplant

24.November 2008

Die so genannte Wirtschaftsweisen haben sich in einem Gutachten auch zur Altersvorsorge geäußert. Die Wirtschaftsweisen bestehen aus den führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten, die jährlich eine Prognose zu Wirtschaftsfragen abgeben.Das Ergebnis ist, das es nach Ansicht der Institute keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass man durch private Altersvorsorge sicherer vor Altersarmut wäre, als durch die gesetzliche Rente.

Daher fordern die Wirtschaftsweisen, dass alle Selbstständigen dazu verpflichtet werden sollen, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, sofern sie keine nachgewiesene private Altersvorsorge betreiben. Das soll vor allen Dingen den so genannten Einzelkämpfern unter den Selbstständigen helfen, im Alter nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. Dabei soll der privaten Altersvorsorge keine Priorität eingeräumt werden. Anders als viele vermuten, scheint diese keine bessere Alternative für eine sorgenfreies Alter zu sein. Die gesetzliche Rentenversicherung, die nach dem Solidaritätsprinzip aufgebaut ist, gibt die gleiche Sicherheit für eine ausreichende Versorgung im Alter; so sehen es jedenfalls die Wirtschaftsexperten, die sich dabei auf ein Gutachten stützen, dass kürzlich private Altersvorsorgemaßnahmen mit der gesetzlichen Rente verglichen hat und dabei zu dem Schluss gekommen ist, dass beide gleich effizient seinen. Die Experten sehen in der staatlich geförderten Altersvorsorge für Unternehmer, der so genannten Rürup – Rente, offensichtlich keine ausreichende Vorsorge für das Alter und Schutz vor Altersarmut von Selbstständigen. Daher sollen diese Personen künftig auch in den Genuss einer Riester -Förderung kommen, jedenfalls dann, wenn sie nicht sowieso freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung sind.

Altersarmut betrifft jedoch nicht nur Selbstständige, sondern bedroht auch viele sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Durch die Ausweitung des Niedriglohnsektors können diese Gruppen künftig ohne zusätzliche Hilfen keine ausreichend hohen Rentenansprüche aufbauen. Ein Mindestlohn ist nach Ansicht der Experten jedoch der falsche Weg, um dieses Problem zu lösen. Die Begründung dafür ist auch durchaus einleuchtend. Nicht nur, dass durch einen Mindestlohn möglicherweise Arbeitsplätze verloren gehen. Er würde in aller Regel nicht ausreichen, um in den maximal mögliche Beitragsjahren ausreichend Punkte zu sammeln, um überhaupt einen Rentenanspruch zu erhalten, der oberhalb der gesetzlichen Grundsicherung liegt.

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