Was bleibt übrig von der Riester – Rente?

11.Juni 2008

Die Einführung der Riester – Rente wurde als erster grosser Erfolg im Kampf gegen die Altersarmut gefeiert. Eigene Sparanstrengungen wurde reizvoll gemacht durch staatliche Zuschüsse und Steuerbegünstigungen für Riester – Sparer. Die zusätzliche Altersrente, die auf diese Weise erworben wird, sollte die immer grösser werdende Versorgungslücke in der gesetzlichen Rentenversicherung ausgleichen und verhindern, dass immer mehr Rentner auf Sozialleistungen beziehungsweise die Grundrente angewiesen sind.Millionen haben inzwischen Riester – Verträge abgeschlossen in der Erwartung, damit im Alter besser dazustehen.

Allerdings mehren sich die Zeichen, dass all die zukünftigen Rentner eine böse Überraschung erleben werden, wenn sie das Bezugsalter erreicht haben und die ersten Zahlungen von Riester und der gesetzlichen Rentenkasse eingehen. Gerade Personen, die nur ein bescheidenes Einkommen in ihrem Berufsleben erzielt haben, hätten sich diesen Aufwand möglicherweise besser gespart. Selbst der Erfinder der Rürup – Rente, der auch die Regierung berät, zweifelt, ob es sich für diese Zielgruppe lohnt einen Riester – Rente anzusparen. Dabei waren es gerade die unteren Einkommensgruppen, die zum einen durch die Rentenreform besonders hart getroffen werden und denen man zum anderen mit diesen neuen Vorsorgeinstrumenten besonders helfen wollte.

Laut einer aktuell durchgeführten Studie, bleibt diesen Leuten am Ende grösstenteils überhaupt nichts übrig von ihrer Altersvorsorge. Zur Falle wird diesen Rentner die Grundsicherung. Diese dient als Mindestrente für jedermann, der in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat und die er in voller Höhe erhält, selbst wenn seine Beitragsleistung dies eigentlich nicht rechtfertigt. Das Fatale ist aber, dass alle anderen Einkünfte auf diese Grundsicherung angerechnet werden. Es ist keinesfalls so, dass jemand diese Basisrente erhält und sie mit seiner Riester,- oder Rürup – Rente aufbessern kann. Diese und auch eine eventuelle betriebliche Altersvorsorge werden darauf voll angerechnet. Das Ergebnis: die gesamte Sparleistung während des Berufslebens kommt dem Sozialträger zugute, nicht dem Rentner. Der hat zum Schluss ausser der Grundsicherung keinen Cent mehr, als er ohne seinen eigenen Beitrag gehabt hätte.

Dieses Schicksal kann laut Berechnungen in der Studie auch einen Durchschnittsverdiener treffen, der die vollen Beitragsjahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, aber zum Beispiel durch Zeiten von Arbeitslosigkeit und Krankheit schliesslich nur ein Rentenniveau auf Höhe der Grundsicherung erreicht.

Zur Zeit, solange diese Regelungen nicht geändert werden, ist Riestern nur für Gutverdiener interessant. Wer wenig nach Hause bringt, spart sich diese Geld besser.

Artikel gespeichert unter: Riester Rente

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